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Wenn die EZB sich selbst ein Denkmal druckt
Am 23. Juni 2026 stellte die Europäische Zentralbank (EZB) »Designentwürfe für die neuen Euroscheine« vor, über die die Bürgerinnen und Bürger bis zum 21. September 2026 abstimmen dürfen. Zu den beiden festgelegten Motivreihen „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“ stehen je 5 Designs zur Abstimmung. Die Entwürfe durften von Grafikdesignern eingereicht werden, die in der EU ansässig sind, eine Berufsausbildung vorweisen und über mindestens ein Jahr Berufserfahrung haben, Erfahrung im Banknotendesign war nicht Voraussetzung. Aus insgesamt »1241 Einreichungen« wählte eine Jury die 10 vorliegenden Entwürfe aus. Für die Reihe „Europäische Kultur“ waren die Motivvorgaben (5 € bis 200 €) Maria Callas, Ludwig van Beethoven, Marie Curie, Miguel de Cervantes, Leonardo da Vinci und Bertha von Suttner. Kritik wurde an der Auswahl einiger Personen und an einer zu starken Gewichtung von Westeuropa laut. Bei der Reihe „Flüsse und Vögel“ entzündet sich die Kritik im Netz an der Rückseite der jeweiligen Scheine, die ausschließlich EU-Institutionen zeigen (Europäischer Gerichtshof, Europäische Zentralbank etc.).

»Beispiele der zur Auswahl stehenden Designs«
Vom Geld zum Gag: Gepfefferte Memes als Ausdruck des Unmutes
Die von der Europäischen Zentralbank vorgestellten Entwürfe für neue Eurobanknoten haben eine verbitterte Antwort in einer Flut satirischer Bildmontagen hervorgebracht. Zahlreiche Nutzer machten ihre Vorschläge mit Banknoten, auf denen statt klassischer Motive kontroverse politische Themen oder bekannte Politikerinnen und Politiker zu sehen sind. Die Banknote wird dabei zum Symbol für politische Kritik.
Politiker werden als Kriegstreiber auf Panzern dargestellt, Ursula von der Leyen als Meisterin der Chatüberwachung oder gelöschter SMS-Nachrichten. Selenskyi wird auf goldener Toilette oder in Geld badend dargestelt, ein Nutzer weist ihm gleich alle Werte zu. Jens Spahn wird als Sinnbild der Maskenaffäre gezeigt und ist unter anderem mit sportlichen »5.900.000.000 €« dabei. Fast 5,9 Milliarden Euro gab der Bund damals für minderwertige Masken aus, während die Bürger mit Angst und Zwang regiert wurden. Den Spitzenwert erreicht Christine Lagarde mit einem Schein im Wert von »100 Trillionen Euro« oder dem Spruch »„printer go brrr“«, womit die EZB-Politik der ausufernden Geldmengenausweitung angeprangert wird. Friedrich Merz´ Konterfei blickt als „Lügenfritz“ von einem 50-Euro-Schein, er schafft es aber auch, genau wie Klaus Schwab oder Karl Marx, dass sein Wert als Null Euro gesehen wird. Der Wert von 666 darf nicht fehlen, innenpolitisch schafft es der Wert von »551« in die Galerie, der auf eine Kleine Anfrage mit 551 Fragen zur Verwendung von Steuergeldern für (nichtneutrale) NGO abzielt. Über diese Anfrage und die Kehrtwende von Friedrich Merz in dieser Sache hatte Haintz.media berichtet.

Beispiele Memes mit Politikkritik: »Lion Leonidas«, »Politik und Medien«, »:v«, »Friedrich Muschlkopp«, »Rolling Holmes«
Wie bedrohlich die EU-Politik inzwischen das Leben der Bürger bestimmt, zeigen die Memes, die sich mit dem Thema Massenüberwachung, Unterdrückung, Kulturverlust oder Polizeigewalt auseinandersetzen. Ursula von der Leyens Spitzname „Big Sister“ kommt ja nicht von ungefähr und die Bürger wollen keine neuen bunten Scheine vorgesetzt bekommen, sondern ihre Freiheiten und Grundrechte gewahrt sehen.
Nur noch als Realsatire kann man es einstufen, dass das luxemburgische Verteidigungsministerium seine Vorschläge mit Militärmotiven wie Panzer, Sturmgewehr oder Militärsatellit vorgestellt hat, was auf massive Kritik stieß, und zu einer offiziellen Entschuldigung führte.

Quelle: »RTL TODAY«, »Dany Debatte«
Wenn man als Quintessenz der Kritik ein Symbol für die EU finden wollte, zeigt sich, dass die Bürger nicht die EU-Gebäude, mit denen die EZB sich selbst ein Denkmal setzen möchte, dafür ausmachen, sondern den festverbundenen Plastikflaschendeckel. Er wird als Sinnbild für die übergriffige Regulierungswut aus Brüssel gesehen, für Eingriffe in den Alltag der Menschen statt Lösungen viel dringender Probleme wie sinkende Kaufkraft oder wachsender Gewalt auf den Straßen. Auch die normierte Gurke ist zu sehen, doch der absolute Favorit bleibt der Plastikverschluss der die Norm DIN E4 17665 „Verpackung – Prüfverfahren und Anforderungen zum Nachweis, dass Kunststoffverschlüsse von Getränkebehältern am Behälter befestigt bleiben“ erfüllen muss.

Quelle: »Ki am«, »Aarefrank«, »Thomas Meyer«, »Martin Sonneborn«
Satire als Leinwand des Protestes: Mehr Schein als Sein?«
Die Euroscheinmemes sind keine bloße Unterhaltung. Sie zeugen von einer tiefen Unzufriedenheit mit der Politik und bringen den Frust der Menschen klar zum Ausdruck. Die Bürger haben keine Lust darüber zu entscheiden, die grimmig Ludwig van Beethoven blickt oder ob ihr Geld lieber im Hochformat bedruckt werden soll, wo sie sich längst von Kaufkraftverlust, Verlust der finanziellen Selbstbestimmung durch Bargeldabschaffung und Bargeldobergrenzen und den digitalen Euro bedroht fühlen. Der AfD-Abgeordnete Siegbert Droese erklärte:
„Jenseits der persönlichen Geschmacksfragen bezüglich der von der EZB vorgeschlagenen Designs ist es ein positives Signal für die Zukunft des Bargelds, dass die EZB in neue Banknoten investieren will. Millionen Bürger in Deutschland und der gesamten Eurozone wollen nämlich auch künftig selbst entscheiden, wie sie bezahlen, und das ist frei und sicher nur mit Bargeld möglich! Gleichzeitig dürfen uns neue Banknoten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die EZB parallel mit Hochdruck an der Einführung des digitalen Euro arbeitet. Wer den Bürgern neue Geldscheine präsentiert und gleichzeitig eine digitale Zentralbankwährung etablieren will, sendet widersprüchliche Signale. Die EZB muss die neuen Banknoten als Bekenntnis zum Bargeld begreifen und gleichzeitig auf jede Form eines direkten oder indirekten Bargeldverbots verzichten!“
Psychologisch lässt sich eine Bargeldabschaffung leichter durchsetzen, wenn man den Menschen die positive Identifizierung mit dem bekannten Geld und gewohnter Tradition nimmt und sie durch eine komplett andere, weniger würdevolle Optik ersetzt. Denn auch das Design an sich steht als „Infografik-artig“ in der Kritik, und erinnert viele an Monopoly-Spielgeld. Dass die ausgesuchten Grafiker Preise gewonnen haben, zeugt nur von Preisen, nicht aber automatisch auch von Qualität. Es gibt zu viele Beispiele der jüngsten Zeit, in der sehr umstrittene Werke mit Kunstpreisen dekoriert wurden. Was der Kulturpolitik gefällt, mag einem gewissen Zeitgeist entsprechen, nicht unbedingt einem Anspruch von Ästhetik und Integrität. Man denke da nur an den österreichischem Beitrag zur diesjährigen Biennale, wo die Künstlerin u. a. im »Urin der Besucher schnorchelte« oder an die als „Sexpuppe“ bekannt gewordene Skulptur „Trolley I mit Eve“ im Schloss Bellevue. Den Anblick, den Frank-Walter Steinmeier auf Augenhöhe sah, wenn er während der Ausstellung aus seinem Dienstzimmer blickte, möchte ich hier aufgrund seiner Obszönistät nur »verlinken«, aber nicht zeigen.
Schöne Scheine für eine hässliche Realität
Die Euroscheinmemes fungieren als Projektionsfläche für eine Entfremdung von der EU-Politik und für die Weigerung der Menschen, sich mit bunten Scheinen von der brutalen Realität ablenken zu lassen. Sie sehen sich der Gefahr der Totalüberwachung und wirtschaftlicher Not gegenüber und nutzen die Form der Satire für deutliche Machtkritik. Die Thematik der Kriegstreiberei, des Umgangs mit Steuergeldern und politischer Affären offenbart die Kluft zwischen Politik und Bürgern, die sich ohne Mitspracherechte bei diesen Themen sehen und beobachten müssen, wie Skandale, Affären und Überschreitungen von Politikern konsequenzenlos und ungeahndet bleiben.
Die satirischen Entwürfe der neuen Banknoten sind kein kurzlebiger Internettrend. Es gibt zwar vereinzelt Entwürfe, die die Teletubbies oder Videospielfiguren abbilden, doch die Masse der Motive offenbart ein tiefliegendes Misstrauen gegenüber politischen Institutionen. Wer sich in seinen Sorgen nicht mehr ernst genommen wird, weigert sich, darüber abzustimmen, wie Miguel de Cervantes abgebildet werden soll oder wie das Motiv „Langsam fließender Fluss in einer Ebene mit einem Weißstorch“ am besten umgesetzt wird. Die Memes zeigen das Vertrauen der Bürger auf dem Nullpunkt, eine EU-Spitze auf Kriegskurs, eine beispiellose Verschleuderung von Steuergeldern und ein Plastikflaschenverschluss als Aushängeschild.

Quelle: »München zeigt Gesicht«