Haintz.Media

Bild:
Migrationspolitik
Quelle:
KI-generiert

Migrationspolitik: Geht es auch mit Augenmaß?

Bild:
Quelle:

Beitrag teilen:

Mehr aus der Kategorie:

Das Konto wird zur politischen Waffe
Geheimdienstreform mit Grundrechtseinschränkungen
Fragen vor der Landtagswahl zu Nord Stream und 9:11
Warum werden auch integrierte Arbeitskräfte abgeschoben, die mit anfassen, wärend so viele Straftäter unbehelligt bleiben?
Zusammengefasst

Dieser Beitrag als Audio


Ein Kommentar von Prof. Dr. Martin Schwab.

„Liebe Community,

ein »Bericht« in der taz vom 14.6.2026 handelt von einer Frau, die aus Afrika nach Deutschland geflohen war, jahrelang als Beiköchin in einem Lokal in Passau arbeitete und – nachdem ihre Duldung nicht verlängert worden war – ohne Vorankündigung nach Afrika abgeschoben wurde.

Dieser Bericht wirft ein Schlaglicht auf die Abschiebepraxis in Deutschland:

Auf der einen Seite halten sich Straftäter, die eigentlich längst ausreisen müssten, weiterhin auf deutschem Boden auf. Siehe »Tagesspiegel« vom 4.3.2025, außerdem »SWR« vom 16.1.2026, sowie »FOCUS« vom 31.8.2026.

Auf der anderen Seite treffen Abschiebungen oftmals jene, die hier bestens integriert sind und mit anpacken. Der taz-Bericht beleuchtet nur einen von unzähligen solchen Fällen. Ich erinnere mich noch daran, dass Ende 2024 zehn kolumbianische Pflegekräfte abgeschoben werden sollten, die in ihrer Einrichtung aber dringend gebraucht wurden. Die Abschiebung konnte nur in letzter Minute nach heftigen Protesten abgewendet werden. Siehe »DW« vom 22.12.2024.

Nicht vergessen habe ich auch den Bericht über einen vietnamesischen Arbeiter, der seit 35 Jahren in Sachsen lebt und von dort abgeschoben werden sollte, weil er sich wegen einer medizinischen Behandlung für mehrere Monate nach Vietnam begeben hatte. Siehe »stern« vom 16.2.2023:

Ich habe in der Vergangenheit bereits etliche Online-Petitionen mitunterzeichnet, die darauf gerichtet waren, in vergleichbarer Weise gut integrierte Migranten vor der drohenden Abschiebung zu bewahren, und habe mich jedes Mal gefragt: Warum trifft es eigentlich ständig die Falschen?

In der Debatte um die Migrationspolitik ist es schwer, differenzierende Überlegungen zu platzieren. Die öffentliche Meinungsbildung wird beherrscht von – mindestens in der Wortwahl – radikalen Positionen:

– Auf der einen Seite heißt es „Hurra! Bunt! Vielfalt!“, und es wird wieder eine Demo „gegen rechts“ ausgerufen, wenn jemand Opfer von Gewalt durch einen Migranten geworden ist, also ein Gedenken an den Täter proklamiert, nicht etwa Mitgefühl für das Opfer und seine Angehörigen.

– Auf der anderen Seite ist von „Remigration“ die Rede und davon, dass abgeschoben werden solle, „bis die Startbahn glüht“. Das hört sich für mich an, als wolle man Menschen, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, ohne Ansehen der Person außer Landes schaffen – also auch jene, die bereit wären, hier mit anzupacken.

Der hier verlinkte taz-Bericht wirft zugleich ein Schlaglicht auf die Gastronomie. Diese klagte noch im September 2025 über Personalmangel. Siehe »FR« vom 12.9.2025, sowie zuvor »resmio« vom 11.4.2025. Entspannung soll erst Anfang 2026 eingetreten sein. Siehe »Handelsblatt« vom 22.1.2026.

Es zeigt sich, dass die Arbeit, die von den arbeitswilligen, aber abgeschobenen Migranten erledigt wurde, nicht zwangsläufig von anderen Menschen übernommen wird.

Gewalt darf in unserem Land keinen Platz haben – egal von wem sie verübt wird. Und wenn bestimmte Delikte überproportional von Menschen einer bestimmten Herkunft begangen werden sollten, muss das ausgesprochen werden dürfen, ohne dass man gleich die Nazi-Keule übergebraten bekommt. Es muss auch gefordert werden dürfen, gewalttätige Zuwanderer (soweit sie nicht die deutsche Staatsbürgerschaft innehaben) auszuweisen und abzuschieben, ohne dass der Rechtextremismus-Vorwurf ausgepackt wird. Und natürlich müssen wir aufpassen, dass das Asylrecht nicht zum Hebel für systematische arbeitsmarktpolitisch motivierte Zuwanderung mutiert.

Aber jenen, die bereits hier leben, die bereit und in der Lage sind, zum Gelingen unseres Gemeinwesens beizutragen, und die diese Bereitschaft bereits unter Beweis gestellt haben (etwa durch einen erfolgreichen Schulabschluss oder durch die Aufnahme von Erwerbsarbeit) oder auf einem guten Weg dorthin sind, sollten wir nicht die Tür weisen.

Herzliche Grüße,
Ihr und Euer
Martin Schwab“

Beitrag teilen:

Unterstützen Sie uns!

Helfen Sie mit, freien Journalismus zu erhalten

5

10

25

50

No posts found
Picture of Redaktion

Redaktion

Redaktionelle Beiträge aller Art z.B. von Agenturen, Lesern oder anderweitigen Quellen außerhalb unserer Redaktion, markieren wir entsprechend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

No posts found

Buch-Empfehlung

137848