Haintz.Media

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Wenn die Leser nicht tragen, stirbt das Medium
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Abschied? Ohne Unterstützung der Leser geht es nicht weiter

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Hinter jedem Artikel, jeder Recherche und jedem Video steckt bezahlte Arbeitszeit. Genau diese Grundlage fehlt inzwischen in einem Ausmaß, das konkrete Konsequenzen hat. Redaktionelle Arbeit muss eingeschränkt werden, Arbeitsplätze geraten unter Druck und das gesamte Medium steht vor einer finanziellen Zäsur.
Zusammengefasst

Warum Haintz.media ohne die Unterstützung seiner Leser nicht weitermachen kann wie bisher

Ich schreibe diesen Text nicht leichtfertig.

Denn hinter jedem Artikel, hinter jedem Video, hinter jeder Recherche und hinter jeder Veröffentlichung stehen Menschen. Menschen, die ihre Zeit investieren. Menschen, die recherchieren, Quellen prüfen, Texte schreiben, Texte redigieren, Fehler suchen, Beiträge kontrollieren, Videos schneiden, Bilder erstellen und sich mit Themen beschäftigen, die oftmals alles andere als bequem sind.

Und irgendwann stellt sich eine Frage, die man als freies Medium nicht verdrängen kann:

Wie lange kann man das eigentlich noch machen, wenn die Menschen, für die man diese Arbeit macht, sie zwar konsumieren, aber nicht bereit sind, sie finanziell mitzutragen?

Ich muss diese Frage inzwischen auch persönlich stellen. Denn für mich bedeutet das: Ich werde meine Arbeit für Haintz.media künftig deutlich einschränken müssen. Im schlimmsten Fall werde ich sie vollständig einstellen müssen.

Nicht, weil ich nicht mehr an diese Arbeit glaube. Sondern weil Idealismus keine Miete bezahlt.

Ich wollte nie einfach nur Nachrichten produzieren

Als Redakteurin habe ich viel Zeit damit verbracht, Recherchearbeit zu leisten, Artikel zu verfassen, Videos zu schneiden und Zusammenhänge offenzulegen. Mein Ziel,- und die Vision von HAINTZ.media, war es von Tag eins an, ein echtes Gegengewicht zu schaffen. Wir wollten keine Sprechrohre für die Politik sein, keine Schlagzeilen nachplappern und keine vorgekauten Narrative servieren.

Ich wollte die einzelnen Puzzleteile zusammenfügen, Widersprüche sichtbar machen und Zusammenhänge offenlegen, damit am Ende etwas entsteht, das im Journalismus immer seltener zu werden scheint: Eine möglichst vollständige Grundlage, anhand derer Sie sich selbst ein Urteil bilden können. Genau darin habe ich meine Aufgabe gesehen.

Nicht darin, Ihnen vorzuschreiben, was Sie zu denken haben. Nicht darin, eine politische Partei zu vertreten oder politische Akteure nach Sympathie zu verteidigen oder anzugreifen. Sondern darin, Fragen zu stellen, nachzuforschen, Hintergründe aufzudecken und auch dorthin zu schauen, wo es unbequem wird. Ich wollte Ihnen nicht sagen, zu welchem Ergebnis Sie kommen sollen. Ich wollte Ihnen die Informationen geben, die Sie brauchen, um selbst zu einem Ergebnis zu kommen.

Denn für mich bedeutet meine Arbeit nicht, Denken zu ersetzen. Sie bedeutet, es zu ermöglichen.

Doch so ehrlich muss ich sein: Dieser Einsatz lässt sich in der aktuellen Form schlichtweg nicht mehr aufrechterhalten. Ich stehe vor dem Schritt, meine Arbeit bei HAINTZ.media extrem einzuschränken oder womöglich komplett einzustellen. Und damit gerät das gesamte Projekt ins Wanken.

Ein Blick hinter die Kulissen: Ein Werk von vielen Händen

Wer eine Nachrichtenseite liest oder ein Video anschaut, sieht meist nur das Endprodukt. Was oft unsichtbar bleibt, ist das Team im Hintergrund. Bei HAINTZ.media arbeiten engagierte Menschen: Autoren, Korrektoren, Layouter und Editoren, die jeden Satz prüfen, Fakten verifizieren und feilen, bevor ein Beitrag online geht.

Alle in unserem Team tun dies aus tiefster Überzeugung. Wir glauben an den Pluralismus, an die Wahrheit und an den Wert der freien Meinungsäußerung. Wir wollten hinsehen, wo andere wegsehen, insbesondere wenn es um exklusive Einblicke in unser Rechtssystem geht, um Justizfälle, behördliche Willkür und die Frage, wie es um unsere Freiheit in diesem Land wirklich bestellt ist. Doch Glaube allein bezahlt keine Rechnungen.

Das Ergebnis ist sichtbar. Die Arbeit dahinter nicht.

Haintz.media wollte ein Gegengewicht sein

Haintz.media hat sich von Anfang an als unabhängiges Medium verstanden, das Informationen liefern und eine andere Perspektive ermöglichen will. Dazu gehörte für mich auch die Berichterstattung über Fälle aus dem Rechtssystem.

Gerichtsverfahren sind häufig kompliziert. Gerichtsdokumente sind lang. Entscheidungen sind für viele Menschen schwer zugänglich. Und dennoch können gerade solche Verfahren zeigen, wie staatliches Handeln funktioniert, wo Grenzen gezogen werden und welche Bedeutung Grundrechte in der Praxis tatsächlich haben. Haintz.media hat deshalb immer wieder Gerichtsentscheidungen und juristische Vorgänge aufgegriffen und zugänglich gemacht.

Nicht jeder Fall schafft es in die großen Nachrichten. Nicht jedes Verfahren bekommt Fernsehkameras. Nicht jedes Urteil wird zum Gesprächsthema. Aber daraus folgt nicht, dass diese Vorgänge bedeutungslos sind.

Im Gegenteil. Manchmal liegt die Bedeutung eines Vorgangs gerade darin, dass kaum jemand darüber spricht.

Der große Trugschluss von der Querfinanzierung

In der Öffentlichkeit hält sich hartnäckig der Mythos: Wenn ein Anwalt oder ein prominenter Kopf hinter einem Projekt steht, sei das Geld ohnehin im Überfluss vorhanden. Viele nehmen an, dass eine Anwaltskanzlei ein solches Medium problemlos „nebenbei“ querfinanzieren kann.

Die Realität sieht aber völlig anders aus. Auch eine engagierte Kanzlei trägt immense eigene Kanzleikosten, muss immense Steuern und Mitarbeiter bezahlen und kämpft in einem laufenden Betrieb mit eigenen wirtschaftlichen Zwängen. Mein Arbeitgeber kann und darf dieses journalistische Angebot nicht aus dem privaten Portemonnaie sponsern.

Unabhängiger Journalismus braucht eine eigene wirtschaftliche Basis. Es tut im Herzen weh, das auszusprechen, aber dieser Rückhalt ist in der Praxis ausgeblieben. Während die Reichweiten hoch sind und Inhalte dankbar konsumiert, geteilt und diskutiert werden, bleibt die finanzielle Beseelung durch die Community weit hinter dem zurück, was zum Überleben notwendig ist. Ohne Großinvestoren oder staatliche Förderungen basiert das Modell eines freien Mediums auf einem einfachen Prinzip: Wenn Tausende Menschen die Berichterstattung täglich konsumieren, muss ein Teil dieser Leserschaft bereit sein, die Arbeit dahinter mit einem kleinen monatlichen Beitrag zu tragen.

Das ist der Teil dieses Textes, den ich eigentlich am liebsten nicht schreiben würde. Denn es klingt unangenehm, wenn jemand sagt: Ich muss für meine Arbeit bezahlt werden. Aber genau das ist die einfache wirtschaftliche Realität.. Das ist keine Frage mangelnder Überzeugung. Auch Redakteure, Lektoren und Autoren sind Menschen. Wir müssen Miete zahlen, Nahrung kaufen und für unsere Familien sorgen. Man wird in diesem Beruf ohne großen Geldgeber im Hintergrund nicht reich, das war auch nie das Ziel. Aber ein Existenzminimum sollte natürlich gesichert sein. Wenn die Arbeit, die wir täglich liefern, nicht von denjenigen wertgeschätzt wird, für die wir sie machen, bricht dieses Fundament weg.

Viele Leser, wenig Einnahmen: Vor diesem Problem stehen wir

Wir leben in einer Zeit, in der wir uns daran gewöhnt haben, Nachrichten kostenlos zu konsumieren. Wir öffnen eine Internetseite, lesen einen Artikel, schauen ein Video, teilen einen Beitrag, diskutieren darüber und gehen dann weiter. Für den Leser kostet das häufig nichts. Für das Medium kostet es sehr wohl etwas.

Wer unabhängigen Journalismus will, muss sich irgendwann auch mit seiner Finanzierung beschäftigen

Die internationale Medienforschung beschreibt genau dieses Problem. In Deutschland bezahlt nur eine Minderheit der Menschen für digitale Nachrichten. Das Reuters Institute weist für Deutschland in seinem Digital News Report 2026 weiterhin auf die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Medien und den anhaltenden Strukturwandel hin.

Viele kleine Beiträge können mehr bedeuten als ein großer Geldgeber

Das Prinzip ist eigentlich sehr einfach. Wenn zehntausende Menschen einen Beitrag kostenlos lesen, aber nur ein sehr kleiner Teil bereit ist, einen kleinen monatlichen Betrag zu leisten, entsteht eine Finanzierungslücke. Und irgendwann wird diese Lücke so groß, dass sie nicht mehr durch Idealismus geschlossen werden kann.

Genau an diesem Punkt stehen wir jetzt

Und deshalb muss ich heute offen darüber sprechen. Ich kann nicht einfach so weitermachen, als wäre alles in Ordnung. Ich kann nicht dauerhaft dieselbe Menge an Artikeln schreiben, recherchieren, Videos schneiden und weitere Aufgaben übernehmen, wenn die wirtschaftliche Grundlage dafür fehlt. Und Haintz.media kann ebenfalls nicht unbegrenzt Arbeitsplätze finanzieren, wenn die dafür notwendige Unterstützung nicht vorhanden ist.

Ich möchte nicht irgendwann nur noch das machen können, was sich irgendwie rechnet

Das wäre die vielleicht größte Enttäuschung. Wenn Journalismus nur noch nach Klickzahlen funktioniert, verändert sich zwangsläufig auch die Auswahl der Themen. Dann gewinnt das, was Aufmerksamkeit erzeugt. Das Laute. Das Schnelle. Das Empörende. Dasjenige, was möglichst viele Menschen innerhalb weniger Sekunden zum Klicken bringt.

Irgendwann fehlt, was heute noch selbstverständlich ist

Vielleicht wird man es zunächst kaum bemerken. Eine Autorin schreibt weniger. Ein Video erscheint nicht mehr. Eine Recherche wird nicht mehr durchgeführt. Ein Gerichtsverfahren wird nicht mehr begleitet. Ein Dokument wird nicht mehr aufgearbeitet. Eine Geschichte bleibt unerzählt. Und irgendwann fehlen genau diese kleinen Bausteine.

Dann gibt es weniger Perspektiven. Weniger Recherche. Weniger Menschen, die sich die Zeit nehmen, hinter eine Geschichte zu schauen. Das ist keine Katastrophe, die an einem einzigen Tag sichtbar wird. Es ist ein schleichender Verlust. Und genau deshalb möchte ich diesen Text schreiben, bevor es zu spät ist.

Wir können nicht gleichzeitig freie Medien verlangen und ihre Arbeit für selbstverständlich halten

Das ist vielleicht die unangenehmste Wahrheit dieses Textes. Wir können nicht einerseits sagen, dass wir unabhängige Medien brauchen. Wir können nicht sagen, dass wir eine vielfältige Medienlandschaft wollen. Wir können nicht kritisieren, dass etablierte Medien immer wieder wichtige Informationen auslassen, Zusammenhänge verkürzen oder einseitig und lückenhaft berichten. Und gleichzeitig davon ausgehen, dass unabhängiger Journalismus kostenlos geliefert werden kann. Das funktioniert nicht.

Auch Haintz.media kann diese Rechnung nicht dauerhaft aufgehen lassen. Und ich kann es persönlich ebenfalls nicht. Ich kann nicht jeden Monat meine Lebenshaltungskosten bezahlen und gleichzeitig einen erheblichen Teil meiner Arbeitszeit verschenken. So sehr ich an die Sache glaube. So sehr ich die Arbeit liebe. So sehr ich davon überzeugt bin, dass diese Form des Journalismus notwendig ist. Es gibt einen Punkt, an dem die Realität stärker ist als der Überzeugung.

Wie es jetzt weitergeht – Ein Abschied auf Raten?

Ohne eine spürbare, direkte Unterstützung aus der Leserschaft fällt mein Arbeitsplatz schlichtweg weg. Es ist technisch und menschlich unmöglich, unter diesen Bedingungen in der gewohnten Intensität weiterzumachen. HAINTZ.media steht an einem Scheideweg, an dem das Angebot drastisch reduziert werden muss.

Dies ist kein Vorwurf, sondern ein Notruf und eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wenn freie Medien verschwinden, verengt sich der Debattenraum für uns alle. Wer Unabhängigkeit will, muss bereit sein, sie mitzutragen. Ich danke jedem Einzelnen, der uns bis hierhin ideell und finanziell unterstützt hat, doch ohne ein Umdenken vieler wird die Stimme, die wir für Sie sein wollten, verstummen müssen.

Jetzt liegt es auch an euch

Deshalb richte ich mich heute an die Menschen, die unsere Arbeit lesen. Wenn ihr Haintz.media lest, unsere Recherchen verfolgt, Videos anschaut, euch über Gerichtsverfahren informiert oder Beiträge teilt, wisst ihr, was hinter dieser Arbeit steht. Die Entscheidung über die Zukunft von Haintz.media liegt dabei nicht allein bei uns. Sie liegt auch bei den Lesern. Nicht als Schuldzuweisung, sondern als Realität:

Ein Medium kann nur dann unabhängig arbeiten, wenn seine Arbeit finanziell getragen wird. Gute Absichten reichen dafür nicht aus. Haintz.media bittet deshalb ausdrücklich um die freiwillige Unterstützung seiner Leser, damit unabhängiger Journalismus möglich bleibt. Es geht nicht um Luxus oder Reichtum. Es geht darum, dass die Menschen, die diese Arbeit leisten, davon leben können. Wenn ihr unsere Arbeit schätzt, dann ist jetzt der Moment, euch zu fragen: Was ist mir diese Arbeit tatsächlich wert? Nicht irgendwann, wenn Haintz.media bereits kleiner geworden ist, Autoren fehlen oder Formate verschwunden sind. Sondern jetzt.

Denn Unterstützung kommt nur dann rechtzeitig, wenn sie erfolgt, bevor etwas wegfällt.

Jede Spende hilft. Auch ein kleiner Betrag kann dazu beitragen, dass HAINTZ.media nicht weiter zurückfahren muss, sondern wieder die Möglichkeit bekommt, zu wachsen.

Wenn Dir die Freiheit des Wortes wichtig ist, unterstütze uns.

Unterstützen kannst Du uns hier, am besten per Dauerauftrag auf unser Bankkonto,

Kontoinhaber: HAINTZ.media GmbH
IBAN: LT95 3250 0992 4908 4106
Betreff: Unterstützung

sowie per PayPal.

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Janine Beicht

Janine Beicht ist gelernte Kommunikationsdesignerin, arbeitet aber seit 2020 im Gesundheits- und Sozialwesen. Als Aktivistin engagiert sie sich besonders auf dem Gebiet der Psychologie unter dem Aspekt der jeweiligen politischen Machtinteressen.

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