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Polizeistatistik zerlegt Dobrindts Schönrechnung: Mehr Morde und mehr Gewalt

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Das gekaufte Baby
 Péter Magyar
Markus Haintz
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt, dass der Rückgang der Gesamtzahlen auf rechtlichen Verschiebungen baiert, während schwere Delikte ungebremst zunehmen und eine Realität offenbaren, die sich nicht länger kaschieren lässt.
Zusammengefasst

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Bundesinnenminister Alexander Dobrindt trat am Montag »in einer Pressekonferenz« vor die Kameras und verkündete mit der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 scheinbar gute Nachrichten für die innere Sicherheit. Die erfasste Kriminalität ist »laut Bundeskriminalamt« (BKA), auf 5,5 Millionen Straftaten gesunken, ein Rückgang von 5,6 Prozent. Wer genauer hinsieht, erkennt jedoch sofort das zynische Manöver: Der größte Teil dieses Rückgangs resultiert allein aus der Teillegalisierung von Cannabis im April 2024, die Drogendelikte künstlich verschwinden lässt. Bereinigt um diesen Effekt bleibt nur ein Minus von 4,7 Prozent. Die eigentliche Katastrophe, die schwere Gewaltkriminalität, wird dadurch nicht kleiner, sondern nur geschickter versteckt.

Die Gewaltkriminalität insgesamt sank auf den ersten Blick »um 2,3 Prozent auf 212.000 Fälle«. Doch diese Zahl täuscht brutal. »Mord und Totschlag stiegen um 6,5 Prozent«, Vergewaltigungen und besonders schwere sexuelle Übergriffe sogar um 8,5 Prozent. Hierzu meldet das BKA:

Die Fallzahlen im Bereich der Sexualdelikte bleiben auf einem hohen Niveau (131.335 Fälle; +2,8 %) und steigen in zentralen Bereichen weiter an.

Anstieg bei:

Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge (14.454; +8,5 %). 

Seit 2018 ist die Anzahl der Vergewaltigungen (§ 177 Abs. 6-8 StGB) insgesamt um rund 71,7 % gestiegen.

Sexueller Missbrauch von Kindern §§ 176-176e StGB (772; +4,7 %)

Verbreitung pornografischer Inhalte (Erzeugnisse) §§ 184, 184a, 184b, 184c, 184e StGB (+1.573; +2,7 %)

»Seit 2019 hat sich die Gewaltkriminalität« um mehr als 31.000 Fälle erhöht. Vergewaltigungen und besonders schwere Sexualdelikte werden inzwischen mehr als anderthalbmal so oft erfasst wie vor Corona, seit 2018 sogar um 71,7 Prozent. »Bei Jugendlichen« legte die Gewaltkriminalität noch einmal um 3,3 Prozent zu. Der Minister sprach von einem „leichten Rückgang“ und betonte, die Gewaltkriminalität befinde sich „nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau“. Gleichzeitig schob er den Rückgang der Zahlen auf weniger neu ankommende Zuwanderer, als wäre das ein Erfolg und nicht das Eingeständnis, dass viele Taten kurz nach der Ankunft verübt werden.

Ausländer sind überrepräsentiert und die Politik redet es schön

Nichtdeutsche Tatverdächtige ohne deutschen Pass stellen knapp 43 Prozent aller Tatverdächtigen. Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil sind sie 2,6-mal so häufig tatverdächtig wie Deutsche, bei der Gewaltkriminalität sogar viermal so häufig. »Das BKA veröffentlicht«:

„Die Tatverdächtigenbelastungszahl ist bei nichtdeutschen Tatverdächtigen etwa viermal höher als bei deutschen Tatverdächtigen.“

Dieser Abstand lässt sich nicht durch Geschlecht oder Alter erklären, er zieht sich durch alle demografischen Gruppen. »BILD« veröffentlicht die Zahlen: Bei männlichen Jugendlichen liegt die Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) bei 13.811 bei Ausländern gegenüber 6118 bei Deutschen, bei Heranwachsenden 18- bis 24-Jährigen bei 12.297 gegenüber 5762. In der Gewaltkriminalität stehen bei Jugendlichen 3710 nichtdeutschen 1070 deutsche Tatverdächtigen gegenüber, mehr als dreimal so viele. Besonders krass: Verdächtige aus Syrien und Afghanistan sind rund zehnmal so häufig wie Deutsche.

Der Minister und BKA-Chef Holger Münch erklärten das mit dem jüngeren Alter und höheren Männeranteil der Tatverdächtigen sowie mit persönlichen Gewalterfahrungen im Herkunftsland, Armut und kulturellen Einstellungen, die körperliche Gewalt, vor allem gegen Frauen, als legitimes Mittel betrachten. »Andy Grote«, Vorsitzender der Innenministerkonferenz, äußerte sich auf Nachfrage zum möglichen Zusammenhang zwischen rückläufiger Migration und sinkenden Fallzahlen:

„Ich glaube, dass wir das nicht seriös quantifizieren können, aber es wird ein Faktor sein. Das lässt sich nicht bestreiten. […] Die Auswirkung besteht darin, dass das Risiko, in eine Straftat hineinzugeraten oder selbst Täter zu werden, unmittelbar oder früh nach der Ankunft am höchsten ist. Wenn Sie dann eine geringere Zahl neu ankommender Menschen haben, nimmt dieses Risiko ab. […] Das heißt: sehr hohe Zahlen in kurzer Zeit, mit den Auswirkungen im Unterkunftssystem und der Lebenslage, in der man sich zunächst befindet, sowie der Fluchterfahrung und dem hohen Anteil junger männlicher Geflüchteter – also der Gruppe, die über alle Nationalitäten hinweg das höchste Kriminalitätsrisiko aufweist. Wenn diese Gruppe unter Geflüchteten besonders stark vertreten ist, was sie ist, und in großer Zahl hierherkommt, dann hat das einen Effekt in den Zahlen. Das können Sie auch in der Vergangenheit sehen: Wenn wir Migrationswellen mit starken Zunahmen und hohen Zahlen hatten, lässt sich das auch in der Kriminalitätsentwicklung teilweise nachvollziehen – jedenfalls bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen. Wenn das abebbt, sehen Sie auch, dass es nachlässt – und zwar überproportional. Es kommt also nicht nur auf die Zahl an, wie viele nichtdeutsche Zuwanderer sich in Deutschland aufhalten, sondern auch darauf, wie lange sie schon hier sind.“

Manuel Ostermann, Vize-Chef der Bundespolizeigewerkschaft, sagte »gegenüber BILD«, dass in zentralen Bereichen die Kriminalität weiter ein unerträglich hohes Niveau erreiche. Die PKS-Zahlen zeigten zudem, dass Migration weiterhin erhebliche Auswirkungen auf die innere Sicherheit habe. Besonders alarmierend sei die Entwicklung im Bereich der Jugendkriminalität. Hier brauche es frühzeitige Prävention, klare Konsequenzen und eine stärkere gesellschaftliche Verantwortung.

Messer-Rekord und öffentliche Angst: Gewalt findet längst auf der Straße statt

»Die Statistik« dokumentiert eine neue Konstante der Gewaltentwicklung, die kaum noch zu relativieren ist. Mit über 29.000 Fällen erreichen Messerdelikte einen historischen Höchststand. Zwar ist der Anstieg gegenüber dem Vorjahr gering, doch das Niveau bleibt extrem hoch. Etwa die Hälfte dieser Taten fällt unter Gewaltkriminalität, die andere Hälfte unter Bedrohungsdelikte. Besonders auffällig ist die Rolle des Messers bei Tötungsdelikten. Parallel dazu steigen Bedrohungen mit Messern um 9,5 Prozent. Die Gewalt wird nicht nur häufiger, sie wird unmittelbarer, persönlicher und potenziell tödlicher.

Ein erheblicher Teil der Gewalt verlagert sich in den öffentlichen Raum. Rund ein Drittel der Fälle ereignet sich auf Straßen, Wegen und Plätzen. Weitere 22,7 Prozent finden in Wohnungen statt. Diese Verteilung erklärt das sinkende Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung. Gewalt ist sichtbar geworden, präsent im Alltag und nicht mehr auf abgeschlossene Milieus beschränkt. Die Statistik zeigt nicht nur Zahlen, sondern eine Veränderung des sozialen Klimas.

»BKA«

Digitale Kriminalität und internationale Verschiebungen

Parallel zur klassischen Kriminalität verschiebt sich ein wachsender Teil der Delikte auch in den digitalen Raum und ins Ausland. Während Betrug und Cybercrime im Inland zurückgehen, steigen entsprechende Taten aus dem Ausland deutlich an. Die Schadenssummen verdeutlichen die Dynamik. Während im Inland Schäden von 2,7 Milliarden Euro registriert werden, steigen sie bei Auslandstaten um 65,1 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Die Kriminalität entzieht sich zunehmend nationaler Kontrolle und verlagert sich in schwer greifbare Strukturen. »Grote erklärt«:

„Bei Cybercrime übersteigen schon seit mehreren Jahren die Auslandsdaten deutlich die Inlandstaten mit über 207.000 Fällen. Und gerade Cyberkriminalität sind die Straftaten, die wenig angezeigt werden. Das zeigt auch die Dunkelfeldstudie. Fast jede fünfte Person war bereits Opfer der in diesem Zusammenhang erhobenen Delikte, und mehr als jede zweite Person fürchtet inzwischen, Opfer von Betrug im Internet zu werden. Etwa jede fünfte Erfahrung als Opfer eines Delikts im Bereich Cyberkriminalität wird der Polizei dann auch bekannt.“

Die Statistik bildet nur das sogenannte Hellfeld ab. Ein erheblicher Teil der Straftaten wird nie angezeigt. Gerade bei Delikten wie Wohnungseinbruch oder sexualisierter Gewalt ist die Dunkelziffer hoch. Beim Wohnungseinbruch z. B. werden nur etwa 57 Prozent der Fälle gemeldet. Bei versuchten Taten sinkt die Anzeigequote sogar auf 48 Prozent. Hinzu kommt ein wachsendes Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen. Wenn Betroffene nicht mehr daran glauben, dass Anzeigen Konsequenzen haben, verschwinden Delikte vollständig aus der Statistik.

Die Zahlen sinken, doch die Realität verschärft sich

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 liefert kein beruhigendes Bild, sondern ein widersprüchliches. Die schwere Gewalt, die Sexualdelikte und die messergetriebene Jugendkriminalität mit massiver migrantischer Überrepräsentanz sind kein vorübergehendes Phänomen. Sie sind das Ergebnis jahrelanger verfehlter Politik, die Realitäten ignoriert und lieber Cannabis legalisiert als Konsequenzen zu ziehen.

Dobrindt und seine Kollegen können so viele Grafiken zeigen, wie sie wollen. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Deutschland wird unsicherer, brutaler und unkontrollierbarer. Und die Verantwortlichen feiern einen beschönigten Rückgang bei einer Situation, die sie selbst erst durch Gesetze und offene Grenzen herbeigeführt haben. Die Bevölkerung zahlt den Preis, mit Angst, mit Opfern und mit dem Gefühl, dass niemand mehr für ihre Sicherheit einsteht.

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Janine Beicht

Janine Beicht ist gelernte Kommunikationsdesignerin, arbeitet aber seit 2020 im Gesundheits- und Sozialwesen. Als Aktivistin engagiert sie sich besonders auf dem Gebiet der Psychologie unter dem Aspekt der jeweiligen politischen Machtinteressen.

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