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Ex-ZDF-Redakteur Thorsten Alsleben erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen früheren Sender

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Aus einem einst überzeugten Mitarbeiter ist ein scharfer Kritiker geworden. Seine Abrechnung zeichnet das Bild eines Medienhauses, das nach seiner Ansicht zentrale journalistische Grundsätze aus den Augen verloren hat.
Zusammengefasst

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Jahrelang haben Verantwortliche in den öffentlich-rechtlichen Sendern Kritiker mit einer Mischung aus Überheblichkeit und Selbstgewissheit abgefertigt. Wer Zweifel an der Ausgewogenheit der Berichterstattung äußerte, wurde häufig nicht als Zuschauer mit berechtigter Kritik wahrgenommen, sondern als Störfaktor. Heute rächt sich diese Haltung. Das Vertrauen in ARD und ZDF bröckelt. Und ausgerechnet ehemalige Mitarbeiter der Sender liefern inzwischen selbst die schärfsten Argumente gegen den Zustand dieses Systems.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass die Kritik längst nicht mehr nur von politischen „Gegnern“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kommt. Es sind ehemalige Insider, die einst stolz auf ihre Arbeit waren und heute öffentlich Bilanz ziehen. Menschen, die die Redaktionsräume, Hierarchien und Entscheidungsprozesse aus eigener Erfahrung kennen.

Ein ehemaliger Insider zerlegt das System von innen

»Thorsten Alsleben« gehört zu diesen Stimmen. Der Jurist und ehemalige ZDF-Redakteur arbeitete von 1999 bis Ende 2009 zunächst in Düsseldorf und später als politischer Korrespondent im Berliner Hauptstadtstudio. Heute leitet er die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. In einem »Gastbeitrag für den FOCUS« rechnet er radikal mit seinem ehemaligen Arbeitgeber ab. Seine Beschreibung der damaligen Zeit fällt dabei ausdrücklich positiv aus. Er erinnert sich an professionelle Kollegen, journalistischen Ehrgeiz und ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Verantwortung eines gebührenfinanzierten Mediums.

„Meine Zeit als Redakteur beim ZDF […] war eine erfüllende Tätigkeit, mit spannenden Themen, vielen Möglichkeiten, Freiheiten und beeindruckenden, professionellen Kollegen vor und hinter der Kamera. Ich blicke mit Stolz und Freude darauf zurück.“

Doch aus dem früheren Befürworter ist ein scharfer Kritiker geworden, dessen Urteil kaum deutlicher ausfallen könnte. Er beschreibt einen schleichenden Wandel, weg von klassischer Berichterstattung und hin zu einem Journalismus, in dem politische Haltung und gewünschte Botschaften zunehmend wichtiger würden als eine möglichst nüchterne Darstellung von Fakten.

„Seither beobachte ich einen schleichenden Prozess weg von klassisch öffentlich-rechtlicher Berichterstattung hin zu einem Meinungs- und Haltungsjournalismus. Nicht bei allen, aber in der Tendenz doch immer stärker. In der Konsequenz führt das immer häufiger dazu, dass Haltung und die daraus resultierende Botschaft wichtiger sind als die Wahrheit.“

Alsleben verweist auf mehrere konkrete Vorgänge, die aus seiner Sicht keine bloßen Pannen mehr darstellen.

Der Fall Schönbohm und dessen zerstörte Karriere

Ein besonders aufsehenerregender Fall war die »Affäre um den ehemaligen Präsidenten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm«. In einer Sendung des ZDF Magazin Royale aus dem Jahr 2022 wurde der Eindruck einer problematischen Nähe zu russischen Netzwerken erzeugt. Die politische und mediale Dynamik ließ nicht lange auf sich warten: Schönbohm verlor sein Amt. Später stellten Gerichte jedoch fest, dass zentrale Teile der erhobenen Vorwürfe einer rechtlichen Überprüfung nicht standhielten.

Der Fall verdeutlicht ein Muster, das immer wieder für Diskussionen sorgt: Die öffentliche Wirkung einer Anschuldigung entfaltet sich binnen Stunden, während Korrekturen oft erst Monate oder Jahre später erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Schaden für die Betroffenen häufig längst eingetreten. Genau auf diese Entwicklung verweist auch der ehemalige ZDF-Redakteur Thorsten Alsleben. Mit Blick auf den Fall Schönbohm erklärt er:

„Selbst als sich rausstellte, dass die Darstellung in der Sendung falsch war, rechtfertigte das ZDF die Ausstrahlung. […] Böhmermann und das ZDF beteuern, alles sei nur „Satire“ gewesen – Schönbohm blickt auf die Trümmer seiner Karriere.“

Der Vorgang steht damit exemplarisch für die Frage, welche Verantwortung Medien tragen, wenn Vorwürfe enorme politische und persönliche Folgen auslösen, sich ihre Grundlage später jedoch als fragwürdig oder unzutreffend erweist. Die Folgen für die Betroffenen bleiben oft bestehen.

Charlie Kirk, Elon Musk und das Muster verspäteter Korrekturen

Die Beispiele reichen nach Alslebens Darstellung weit über einzelne Fehlleistungen hinaus. Im September 2025 behauptete ZDF Korrespondent »Elmar Theveßen bei Markus Lanz«, der ermordete US-Aktivist Charlie Kirk hättee gefordert, Homosexuelle zu steinigen. Tatsächlich hatte Kirk eine gegenteilige Position vertreten und ein entsprechendes Zitat ausdrücklich zurückgewiesen. Auch hier verteidigte das ZDF zunächst die Aussage. Erst anhaltende öffentliche Kritik führte zu einer Entschuldigung.

Ähnlich verlief der Vorgang um Elon Musk. Moderatorin Christina von Ungern-Sternberg erklärte im Juni 2026, Musk habe zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen.

»Michi | 𝕏«

Das ZDF sprach später selbst von einer „unpräzisen und missverständlichen“ Formulierung. Musk leitete dennoch rechtliche Schritte gegen den Sender ein. Auch in diesen Fällen zeigt sich nach Ansicht Alslebens ein wiederkehrendes Muster. Zunächst werden schwerwiegende Behauptungen öffentlich verbreitet, anschließend verteidigt der Sender die Darstellung gegen jede Kritik. Erst wenn der öffentliche Druck zu groß wird, die Beweislage nicht mehr ignoriert werden kann oder juristische Auseinandersetzungen drohen, folgt eine Korrektur. Genau darauf verweist der ehemalige ZDF-Redakteur Thorsten Alsleben:

„In allen Fällen hat das ZDF erst auf öffentliche Kritik hin (teilweise auch erst nach langer Zeit und harter Kritik) die Fehler zugegeben, meist halbherzig. Korrekturen in den Sendungen selbst erfolgten fast nie. Alle beteiligten Personen sind nach wie vor programmverantwortlich tätig.“

Wenn Fehler erst dann eingeräumt werden, wenn öffentlicher Widerstand, drohende Gerichtsverfahren oder massive Kritik keinen anderen Ausweg mehr lassen, entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass es nicht primär um sorgfältige Aufklärung geht. Vielmehr verfestigt sich das Bild eines Apparats, der gewünschte Narrative zunächst in die Öffentlichkeit trägt und Korrekturen nur widerwillig nachliefert, sobald die Faktenlage nicht länger zu übergehen ist. Die Schlagzeile erreicht Millionen Menschen, die spätere Richtigstellung nur einen Bruchteil davon. Zurück bleibt nicht selten genau das, was jede wirksame Propaganda auszeichnet: Die erste Botschaft prägt das öffentliche Bild, während die Korrektur im Hintergrund verhallt.

Wenn sogar Kindern stets „Haltung“ vermittelt wird

Besonders heikel ist auch die Debatte zur Kindernachrichtensendung Logo. Im März 2026 wurde der »Ramadan ausgesprochen positiv dargestellt«, während christliche Kirchen nahezu ausschließlich mit Ablasshandel, Wissenschaftsfeindlichkeit und Missbrauchsskandalen in Verbindung gebracht wurden. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Dennoch dauerte es Tage, bis das ZDF die Gegenüberstellung als „unglücklich“ bezeichnete. Alsleben findet dafür klare Worte:

„Erst nach zahlreichen weiteren förmlichen Programmbeschwerden und medialer Berichterstattung hat sich ZDF-Intendant Himmler zwei Monate (!) nach der Ausstrahlung öffentlich entschuldigt und den Beitrag über die Kirchen aus dem Archiv entfernen lassen. Eine Richtigstellung in der Kindersendung selbst erfolgte nicht.“

Auf seinem 𝕏-Kanal legt Alsleben regelmäßig Fälle offen, die nach seiner Einschätzung ein tieferliegendes Problem sichtbar machen: einen Journalismus, der sich zunehmend von weltanschaulichen Überzeugungen leiten lässt.

Quellen: Bild 1; @BerlinReporter | Bild 2; @BerlinReporter

Gerade bei Formaten für junge Zuschauer wiegt der Vorwurf der Einseitigkeit besonders schwer. Denn hier geht es nicht nur um Berichterstattung, sondern um die Vermittlung von Weltbildern an ein Publikum, das Informationen naturgemäß weniger kritisch hinterfragt als Erwachsene.

KI-Bilder und manipulierte Eindrücke

Ein weiterer Fall betrifft einen Beitrag des Heute Journals vom Februar 2026. In einem Beitrag wurden KI-erzeugte Bilder sowie Archivmaterial verwendet, das mit den gezeigten aktuellen Ereignissen nichts zu tun hatte. Dadurch entstand der Eindruck einer besonderen Härte amerikanischer Behörden gegen Kinder. HAINTZmedia hatte darüber berichtet:


Mehr Hintergründe zu diesem Thema erhalten Sie in weiteren Artikeln von HAINTZmedia – direkt hier weiterlesen.



Erst nachdem externe Beobachter die problematischen Darstellungen öffentlich gemacht hatten, reagierte das ZDF schrittweise. Zunächst wurde ein Teil korrigiert. Später räumte der Sender weitere Fehler ein und entfernte den Beitrag schließlich vollständig aus dem Archiv. Die verantwortliche Autorin wurde aus den USA abberufen.

Der Vorwurf lautet auch hier nicht lediglich Fehler. Fehler passieren überall. Der Vorwurf lautet, dass eine gewünschte Botschaft offenbar wichtiger war als journalistische Sorgfalt.

Die Kritik kommt inzwischen aus dem Inneren des Systems

Die Bedeutung von Alslebens Kritik liegt nicht allein in ihrem Inhalt, sondern in ihrer Herkunft. Hier spricht kein langjähriger Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Hier spricht ein ehemaliger Mitarbeiter, der nach eigener Aussage viele Jahre stolz auf seinen Sender war. Seine Schlussfolgerung fällt entsprechend deutlich aus:

„Sehr unterschiedliche Fälle, aber alle eint, dass sie Verletzungen der Programmgrundsätze beinhalten, und dass sie kaum versehentlich passiert sein können. Sondern dass vieles dafürspricht, dass sie bewusst über den Sender gegangen sind.Ein klares Führungsversagen: Der Anspruch zur Einhaltung der Programmgrundsätze muss von oben definiert und dann auch von oben gelebt werden – und eben sanktioniert, wenn die Grundsätze verletzt werden. Doch es scheint so, als wenn ausgerechnet die ZDF-Führung – Intendant und Direktoren – diese Grenzverschiebung wollen oder mindestens achselzuckend hinnehmen: weg von wahrheitsgemäßer Sachdarstellung hin zum ideologisch motivierten Haltungsjournalismus, bei dem die Botschaft wichtiger ist als die Wahrheit.“

Und er steht nicht allein.. So meldete sich etwa der NDR-Redakteur »Sebastian Eberle öffentlich auf 𝕏« zu Wort. Anlass war eine umstrittene Berichterstattung des ZDF. Eberle beließ es nicht bei einer vorsichtigen Distanzierung, sondern formulierte eine ungewöhnlich deutliche Mahnung an seine Berufskollegen. Seine Worte machten deutlich, dass er den Vorgang nicht als bloße Ungenauigkeit, sondern als Verstoß gegen grundlegende journalistische Prinzipien betrachtet:

»Sebastian Eberle | 𝕏«

Noch deutlicher wurde Alexander Teske, der sechs Jahre lang die Themenplanung der Tagesschau mitverantwortete. In seinem Buch „inside TAGESSCHAU“ beschreibt er Machtkämpfe, Karrierismus, politische Überzeugungen und eine problematische Nähe zur Politik. Er kritisiert eine zunehmende Boulevardisierung, eine aus seiner Sicht einseitige Berichterstattung und die Tatsache, dass wichtige Nachrichten nicht immer nach ihrer gesellschaftlichen Relevanz ausgewählt würden. »Teske schreibt auf seiner Internetseite«:

„Seriös, ausgewogen und neutral – so ist das Image der Tagesschau. Beim Blick hinter die Kulissen der »Macht um Acht« fällt aber auf: Auch bei der Tagesschau geht es um Quote und Unterhaltung. Obwohl keine deutsche Redaktion sich mit ihren Ressourcen messen kann, läuft einiges falsch.“

Er beschreibt zudem einen vergleichsweise homogenen Führungskreis mit ähnlichen politischen Ansichten und kritisiert den Umgang mit Themen wie Migration, Corona, Klimapolitik, dem Ukrainekrieg, Gaza und der AfD.

Das eigentliche Problem

Die größte Gefahr für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind nicht seine Kritiker, sondern ist die Weigerung, berechtigte Kritik ernst zu nehmen. Wenn Fehler immer wieder erst nach massivem Druck korrigiert werden, wenn journalistische Haltung erkennbar über sachliche Distanz gestellt wird und wenn ehemalige Mitarbeiter zunehmend öffentlich vor denselben Entwicklungen warnen, dann entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem, das sich nicht mit Pressemitteilungen lösen lässt. Thorsten Alsleben formuliert das eindeutig:

„Bis dahin schäme ich mich für meinen früheren Arbeitgeber.“

Dass ein langjähriger ehemaliger ZDF Redakteur zu einem solchen Urteil gelangt, ist nicht irgendeine Randnotiz. Es ist ein Warnsignal aus dem Maschinenraum eines Systems, das sich jahrzehntelang auf seinen Vertrauensvorschuss verlassen konnte. Dieser Vertrauensvorschuss ist heute nicht mehr selbstverständlich. Und genau das macht die aktuelle Krise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks so brisant.

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Janine Beicht

Janine Beicht ist gelernte Kommunikationsdesignerin, arbeitet aber seit 2020 im Gesundheits- und Sozialwesen. Als Aktivistin engagiert sie sich besonders auf dem Gebiet der Psychologie unter dem Aspekt der jeweiligen politischen Machtinteressen.

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