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WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus & Karl Lauterbach
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Bundesministerium für Gesundheit

Lauterbach an die Spitze der WHO? Eine Exportware mit Nebenwirkungen

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Nach Jahren innerdeutscher Kontroversen soll Lauterbach nun globale Gesundheitsstrategien beeinflussen. Das Spiel um Macht und Einfluss erreicht eine neue Dimension.
Zusammengefasst

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In der Weltgesundheitsorganisation laufen die Vorbereitungen für die Nachfolge des amtierenden Generaldirektors Tedros Adhanom Ghebreyesus. Nach Informationen aus WHO-nahen Kreisen kursiert eine interne Kandidatenliste, auf der auch zwei deutsche Namen geführt werden. Deutschland bringt demnach seinen umstrittensten Gesundheitspolitiker ins Spiel: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wird als möglicher neuer Chef der Weltgesundheitsorganisation gehandelt.

Dieser Schritt unterstreicht die bizarre Logik eines Systems, das Versager belohnt und Kritiker ignoriert. Statt Rechenschaft für vergangene Fehlentscheidungen zu fordern, will die Politik Figuren wie Lauterbach in internationale Spitzenpositionen schieben, finanziert durch Steuergelder, die besser im Inland investiert wären. Die Kandidatur enthüllt ein Muster der Selbstüberschätzung, bei dem nationale Misserfolge global vermarktet werden.

Lauterbachs Corona-Erbe als Warnsignal

Während der Pandemie trieb Lauterbach Millionen Menschen mit moralischem Druck, politischem Zwang und medialer Dauerbeschallung in ein faktisches medizinisches Großexperiment. Er stigmatisierte Andersdenkende, diffamierte sie und hetzte Menschen gegeneinander auf. »Er sagte« unter anderem:

„Die Ungeimpften tragen derzeit die Verantwortung dafür, dass wir nicht weiterkommen. Das ganze Land wird in Geiselhaft dieser Menschen sein. Das können wir uns nicht mehr leisten.“

Statt die Gesellschaft zu beruhigen, polarisierte er sie systematisch. Von Studio zu Studio zog er, immer mit maximaler Gewissheit im Ton und minimaler Fehlertoleranz im eigenen Denken. »Prognosen verkaufte er als Wahrheiten«, duckte sich später weg, wenn sie implodierten. Grundrechte behandelte er nicht als letzte rote Linie, sondern als politisches Verhandlungsobjekt. Dadurch wurde er für viele zum Gesicht eines historischen Vertrauensbruchs. Sein hohes intrusives, irrlichterndes Engagement »warnte vor sommerlicher Wärme« und zog eine Spur der Verwüstung durch das deutsche Gesundheitssystem. Ständige Warnungen vor der nächsten Killervariante beschädigten das Vertrauen der Bevölkerung nachhaltig. Solch ein Verhalten disqualifiziert eigentlich jeden für höhere Ämter, doch in Deutschland katapultiert es Karrieren.

Vom Ministerposten zur internationalen Bühne

Nach seinem Rücktritt als Bundesgesundheitsminister sitzt Lauterbach weiterhin im Bundestag und »leitet den Forschungsausschuss«, weit entfernt von der Öffentlichkeit. Parallel engagiert er sich ehrenamtlich in der »Pan-European Commission on Climate and Health« der WHO, die gesundheitliche Effekte des Klimawandels beleuchtet. Nun kursiert sein Name auf einer Kandidatenliste für den WHO-Chefposten, der ab 2027 frei wird, nach dem Ende der zweiten Amtszeit von Tedros Adhanom Ghebreyesus. Neben Lauterbach steht zudem Paul Zubeil im Gespräch, ein Gesundheitsexperte, den Jens Spahn ins Ministerium holte und der als Lebensgefährte des Drogenbeauftragten Hendrik Streeck bekannt ist.

Die Bundesregierung drängt auf mehr Deutsche in internationalen Chefpositionen, besonders nach dem Scheitern von Niels Annen beim UNHCR. Mit Lauterbach als Kandidat würde Deutschland seinen Platz am Tisch der Vereinten Nationen sichern, wie es die Politik formuliert. Der CDU-Politiker »Norbert Wadephul betonte« auf einer US-Reise die Ambitionen Deutschlands:

„Die deutsche personelle Vertretung in den Vereinten Nationen ist nicht ausreichend. Deutschland will seinen Platz auch am Tisch der Vereinten Nationen haben. Und dazu gehören Personen.“

Deutschlands finanzielle Muskeln in der WHO

Seit dem Rückzug der USA aus der WHO unter Donald Trump trägt Deutschland rund zehn Prozent des WHO-Budgets und ist zum größten Beitragszahler aufgestiegen. Für 2024 und 2025 überwies die Bundesregierung »323 Millionen US-Dollar«, davon nur 36 Millionen als Pflichtanteil, den Rest freiwillig. »Das Gesamtbudget« der WHO beläuft sich auf 6,83 Milliarden Dollar. Deutschland unterstützt die Weltgesundheitsorganisation massiv. Die amtierende Bundesgesundheitsministerin »Nina Warken erklärte«, das Pandemie-Abkommen zeige die Stärke der WHO.

„Die bevorstehende Verabschiedung des internationalen Pandemieabkommens zeigt genau das, was die WHO-Mitgliedstaaten tun können, nämlich die globale menschliche Gesundheit durch eine bessere Zusammenarbeit zu schützen. Umso relevanter ist es, dass die Weltgesundheitsorganisation mit ihrem internen Reformprozess voranschreitet und sich auf ihre Kernaufgaben konzentriert. Dies sind globale Gesundheitsüberwachung, Pandemieprävention, Krankheitskontrolle und gerechter Zugang zur Gesundheitsversorgung. Deutschland unterstützt diese Reform im globalen Interesse.“

Während die USA internationale Organisationen verlassen, rückt Deutschland nach, um Einfluss zu gewinnen. Dies soll den Pharmastandort Deutschland stärken, indem ein WHO-Chef Türen für deutsche Firmen öffnet. Die Kandidatur Lauterbachs passt in die Strategie der globalen Vetternwirtschaft. Der CDU-Gesundheitspolitiker Sascha van Beek machte »in einem Gespräch mit der Neue Zürcher Zeitung« (NZZ) keinen Hehl daraus, dass er die Gelegenheit für eine grundsätzliche Neuausrichtung als besonders vielversprechend einschätzt:

„Deutschland gewänne als wichtiger Pharmastandort die Chance, ‚die moderne Medizin auf links zu drehen’“.

Man sollte diesen Satz kurz nachhallen lassen. „Auf links drehen“, als sei die deutsche Gesundheitspolitik unter Karl Lauterbach nicht schon ein ausreichendes Desaster gewesen. Jetzt soll dieser Mann seine riskanten Experiment also gleich global ausgespielen? Van Beek wies ebenso auf die globalen Dimensionen aktueller Gesundheitsbedrohungen hin. »Er warnte«:

„Es gibt heute sehr viel mehr grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren als noch vor wenigen Jahren. Neben Pandemien sind auch multiresistente Keime und Antibiotika ein grosses globales Thema.“

Der SPD-Gesundheitspolitiker Serdar Yüksel unterstützte die Ausweitung des Engagements.

Der erweiterte Pandemievertrag als Machtinstrument

Der neue Pandemievertrag verleiht dem WHO-Chef nahezu diktatorische Befugnisse. Er darf pandemische Notlagen ausrufen und allen Ländern der Welt Empfehlungen aufdrängen, die sich wie verbindliche Maßnahmen anfühlen. Das Ziel ist klar: Notlagen sollen häufiger deklariert werden, der Druck auf nationale Regierungen steigt und Eigenverantwortung schrumpft. Stellt man sich Lauterbach in dieser Rolle vor, wird das Absurde grotesk: Eine Person, die sich selbst ständig ins Rampenlicht drängt, würde ohne belastbare Evidenz wie ein böses Virus global wüten. In diesem Szenario wäre Lauterbach selbst die Pandemie.

»Das Amt bringt 293.000 Dollar pro Jahr«, steuerfrei, rund 250.000 Euro, also 20.500 Euro im Monat. Eine offizielle deutsche Kandidaturentscheidung wird für Herbst 2026 erwartet. Der WHO-Exekutivrat, der Ende Mai in Genf neu besetzt wird, besteht größtenteils aus Vertretern der Schwellenländer. Weitere Kandidaten sind die saudische Ärztin und «WHO-Regionaldirektorin Hanan Balkhy« sowie der brasilianische »Gesundheitsexperte Jarbas Barbosa«, die die Mehrheitsinteressen der UN-Mitglieder vermutlich besser widerspiegeln.

Fazit ohne Trost

Die Debatte um Lauterbach als WHO Chef offenbart ein System, das politische Verantwortung nicht sanktioniert, sondern internationalisiert. Wer national polarisiert hat, wird global weitergereicht. Deutschland exportiert nicht nur Autos und Maschinen, sondern auch politische Figuren mit eingebauter Sprengkraft. Die Hoffnung, man werde sie los, verkennt den Preis, den andere dafür zahlen sollen.

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Janine Beicht

Janine Beicht ist gelernte Kommunikationsdesignerin, arbeitet aber seit 2020 im Gesundheits- und Sozialwesen. Als Aktivistin engagiert sie sich besonders auf dem Gebiet der Psychologie unter dem Aspekt der jeweiligen politischen Machtinteressen.

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