Haintz.Media

Bild:
Prozess gegen Deutschland
Quelle:
Thalia Theater

Die Martenstein-Rede, die das AfD-Schauprozess-Theater sprengte

Bild:
Quelle:

Beitrag teilen:

Mehr aus der Kategorie:

Kooperationsnetzwerk
 Alexander Dobrindt
Das gekaufte Baby
Worte, die schonungslos offenlegen, wie ein orchestrierter Verbotsprozess Demokratie gefährdet und Wähler ausgrenzt – eine meisterhafte Verteidigung der Meinungsfreiheit.
Zusammengefasst

Dieser Beitrag als Audio

Im Thalia Theater in Hamburg, fand ein Ereignis statt, das die politische Landschaft Deutschlands aufmischt und die Heuchelei der Machteliten entlarvt. Regisseur »Milo Rau« orchestrierte ein aufwendiges Format unter dem Namen »Prozess gegen Deutschland«, das ein fiktives Gerichtsverfahren simuliert, um die Frage eines AfD-Verbots zu beleuchten. Beteiligt waren echte Personen aus Politik, Journalismus und Gesellschaft, darunter auch die frühere Vorsitzende der AfD Sachsen, »Frauke Petry«, Hamburgs »SPD-Kultursenator Carsten Brosda«, und der Kolumnist »Harald Martenstein«, der für Medien wie „Zeit“, „Tagesspiegel“, „Welt“ und „Bild“ schreibt.

Dieses Setup diente jedoch nicht nur der Unterhaltung, sondern zielte darauf ab, eine Partei zu delegitimieren, die Millionen Wähler hinter sich vereint. Milo Rau selbst gab, laut einer »Mitteilung der AfD Hamburg«, in einem Interview zu, ein reales AfD-Verbot für notwendig zu halten, was die voreingenommene Agenda dieser Veranstaltung unterstreicht.

Die Eröffnungsrede übernahm Brosda, während die Rolle der Vorsitzenden Richterin von der ehemaligen SPD-Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin besetzt wurde. Als Ankläger fungierte neben »Gabriele Heinecke«, einer sogenannten Linksanwältin, der Journalist »Andreas Speit«, der für die „taz“ und „Zeit Online“ schreibt und für den WDR und Deutschlandfunk Kultur arbeitet. Die Beiträge stammten nicht von Schauspielern, sondern von rund 35 echten Experten, Juristen, Influencern und Betroffenen, die Themen wie den Missbrauch des Rechts durch Techno-Faschismus, MAGA-Propaganda und rechtsextreme Medienökosysteme diskutierten. Am Ende urteilte eine »siebenköpfige Jury«, die die AfD in wesentlichen Punkten als verfassungswidrig einstufte und eine Prüfung eines Verbotsverfahrens forderte, während sie eine tatsächliche Verbotsentscheidung ablehnte.

Martensteins Einstieg: Das Verbot als Zerstörung der Mehrheitswillens

Harald Martenstein eröffnete seine 16-minütige Rede mit einer brutalen Klarstellung, die die Verbotsbefürworter enttarnt. Er betonte, dass ein Verbot der AfD, die im Westen 20 Prozent und im Osten 35 bis 40 Prozent der Stimmen erhält, nichts anderes darstellt als den systematischen Ausschluss wachsender Bevölkerungsteile aus dem politischen Prozess. Solch ein Schritt würde die Demokratie durch ein System ersetzen, in dem der Wille der Mehrheit ignoriert wird und damit einen autoritären Wendepunkt markiert.

„Wir sprechen hier also in einer Art Schauprozess über das Verbot einer Partei, die im Westen Deutschlands von 20 Prozent der Menschen gewählt wird und im Osten von 35 bis 40 Prozent. Mit anderen Worten: Wir reden über das Ende der Demokratie und ihre Ersetzung durch etwas anderes. Die Meinung großer und immer noch wachsender Teile der Bevölkerung soll für die Politik in Zukunft keine Rolle mehr spielen. Wie soll das neue System eigentlich heißen? Gelenkte Demokratie? Unsere Demokratie? Bestimmt fällt Ihnen ein schönerer Name ein.“

Martenstein räumte ein, dass ein Verbot der NSDAP vor 1933 sinnvoll gewesen wäre, da ihre Machtergreifung eine Katastrophe und Vorbote weiterer Desaster darstellte, doch er warnte davor, diese historische Lektion als Blankoscheck für aktuelle Unterdrückung zu missbrauchen. Stattdessen entlarvte er die Verbotslogik als bequemes Mittel gegen Wähler, die „falsch“ wählen, und erinnerte daran, dass Demokratie im Namen ihrer Verteidigung abgeschafft werden kann, was historisch eine beliebte Taktik von Autoritären war.

Der vollständige Wortlaut der Rede ist »bei NIUS dokumentiert«; das Video der Rede ist in voller Länge auf 𝕏 abrufbar.

»Benedikt Brechtken | 𝕏«

Die Verwechslung von Rechts und Radikal: Ein Angriff auf das demokratische Spektrum


Martenstein legt dar, die der „Kampf gegen Rechts“ in linken Kreisen als Synonym für den Schuzt der Demokratie verkauft werde, obwohl er seiner Ansicht nach in Wahrheit demokratische Grundprinzipien untergrabe. Rechts und Links bildeten seit 1789 die prägenden Strömungen moderner demokratischer Systeme. Konservative oder rechte Positionen lehnten ein sohialistisches Wirtschaftssystem ab, verteidigten Unternehmertum, schätzten Traditionen, sähen in der Familie ein sozialistisches Wirtschaftssystem ab, verteidigten Unternehmertum, schätzten Traditionen, sähen in der Familie ein gesellschaftliches Leitmodell und bekannten sich zum eigenen Land, ohne es abzuwerten. Politiker wie Charles de Gaulle, Konrad Adenauer und Winston Churschill, die gegen den Nationalsozialismus gekämpft hätten und europäische Einigungsprozesse geprägt hätten, stünden für eine solche Haltung. Für die jüngere Zeit nennt Martenstein auch Margaret Thatcher und Ronald Reagan als Beispiele. Wer derartige Positionen verbieten wolle, stelle sich damit selbst gegen das demokratische Prinzip des offenen Wettbewerbs der Ideen und müsse dies offen benennen.

„Rechts und links sind seit 1789 die beiden Grundrichtungen aller demokratischen Staaten. Rechte lehnen ein sozialistisches Wirtschaftssystem ab. Sie verteidigen das Unternehmertum. Sie sind für Traditionen. Sie halten die Familie für ein gutes Modell, und sie mögen ihr Land. Sie hassen es nicht. Eindeutig rechte Politiker haben gegen die Nazis gekämpft und den Vorläufer der EU gegründet. Sie hießen de Gaulle, Adenauer und Churchill. Typisch rechte Politiker der jüngeren Geschichte waren Margaret Thatcher und Ronald Reagan. Sie lehnen diese Leute ab, okay. Aber wollen Sie allen Ernstes solche Haltungen verbieten? Dann sind Sie ein Gegner der Demokratie. Das sollten Sie dann aber auch zugeben. Vor sich selbst und vor der Welt.“

Die Verbotsbefürworter zielen nicht auf „Oldschool Rechte“ wie Adenauer oder Reagan, sondern auf den Populismus, eine neue politische Strömung, die weltweit Zulauf von ehemaligen Wählern der Union, SPD und FDP erhält, weil diese sich nicht mehr repräsentiert fühlen, argumentiert Martenstein. Das abwertend gebrauchte Label „Populismus“ impliziere, dass Zustimmung aus der Bevölkerung ein Fehler sei. Doch gerade diese Mehrheitslegitimation sei verfassungsrechtlich zentral. Ein Verbot mehrheitsfähiger Parteien entziehe dem Staat seine demokratische Basis und führe in ein autoritäres Regime. Eine solche Maßnahme lasse sich nur rechtfertigen, wenn der politische Gegner selbst die Abschaffung der Demokratie plane und damit eine Notwehrsituation vorliege.

Illegitime Ziele entlarven: Wer wirklich die Demokratie bedroht

Die Kernfrage liegt darin, legitime von illegitimen Zielen einer Partei zu unterscheiden, unabhängig von persönlicher Zustimmung, betont Martenstein. Illegitim seien demnach die Abschaffung der Meinungsfreiheit, der Entzug von Grundrechten oder Verbote störender Parteien, genau jene Absichten, die Verbotsbefürworter verfolgten. Er warnt vor dem Muster, Demokratie im Namen ihres Schutzes zu zerstören, und verweist auf Chinas Anti-Rechtsbewegung von 1957, bei der zwei Millionen Bürgerliche und Intellektuelle in Lager gesperrt und viele getötet wurden, um einen Einparteienstaat zu etablieren, obwohl zuvor unter Mao ein Mehrparteiensystem existierte. In Deutschland sei sogar ein Verbot der Union diskutiert worden, was einen besonderen historischen Sonderweg zeige. Gleichzeitig regierten oder unterstützten AfD-ähnliche Parteien in mehr als einem Dutzend EU-Staaten, darunter Skandinavien, und könnten bald auch in Frankreich oder Großbritannien an Einfluss gewinnen, so Martenstein.

„Kennen Sie eigentlich die historische Anti-Rechtsbewegung? Das sollten Sie. Unter diesem Namen wurden 1957 in China fast zwei Millionen Menschen verhaftet. Bürgerliche Elemente, viele davon Intellektuelle, wurden in Straflager gesperrt. Dort ermordete man viele von ihnen. Sinn der Anti-Rechtsbewegung war es, China in einen Einparteienstaat zu verwandeln. Ja, es gab bis 1957 unter Mao Tse-tung ein Mehrparteiensystem. Der Kampf gegen Rechts hat mit diesem Unsinn aufgeräumt.“

Martenstein spricht die Verfassungsänderungen an, die offenbar als legitim gelten, da das Grundgesetz mehr als 50-mal modifiziert wurde. Eine restriktive Migrationspolitik findet sich in Demokratien wie Dänemark oder Australien, ein Austritt aus der EU wurde in Großbritannien vollzogen, und auch bei Willy Brandt war Patriotismus evident. Demokratien zeichnen sich durch ein breites erlaubtes Meinungsspektrum aus; wer das nicht erträgt, hat ein persönliches Problem, nicht die Andersdenkenden. Ein AfD-Verbot setze aus seiner Sicht den Beweis voraus, dass die Partei darauf abzielt, alle anderen Parteien zu eliminieren. Ein solcher Nachweis ist für die AfD bislang nicht erbracht, anders als manche politischen Verbotsforderungen suggerieren.

Skandalöse Äußerungen aus der Geschichte: Die Heuchelei der Etikettierer

Einzelne rechtsextreme Äußerungen von AfD-Mitgliedern reichen nicht für ein Verbot, so Martensein, da ähnlicher „Bullshit“ in der Vergangenheit toleriert worden sei. Er untermauert dies mit belegten Zitaten, die aggressiv und reaktionär klingen, aber nicht von AfD-Politikern wie Björn Höcke stammen, sondern von Franz Josef Strauß, dem CSU-Vorsitzenden, der fast Kanzler wurde und mit Willy Brandt koalierte, der kein Nazi war. Dieser sagte einst:

„Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören: in ihre Löcher.“

Strauß‘ Aussagen enthüllen eine Haltung, die heute als skandalös gelten würde, doch sie führten nie zu Unionsverboten, da er laut Martenstein ein Reaktionär, kein Nazi war. Ähnlich autoritär klang »Strauß‘ Ablehnung von Opposition«, die Martenstein aufzeigt, ein Befund, der die Doppelmoral der aktuellen Debatten entlarvt:

„Wir brauchen keine Opposition, wir sind schon Demokraten.“

Auch Strauß‘ Selbstbekundung als Deutschnationaler mit Forderung nach Gehorsam unterstreicht, dass solche Rhetorik früher akzeptiert wurde, ohne die Demokratie gefährdet zu sehen.

Der inflationäre Nazi-Vergleich: Ein Werkzeug der Ausgrenzung

Der Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak stelle die AfD, so Martenstein, in eine Linie mit Nationalsozialisten, eine Etikettierung, die er als absurd entlarvt, da sie auch auf Strauß, Ernst Jünger, Boris Palmer oder den Weihnachtsmann anwendbar seien. „Nazi“ diene als Sammelbegriff für Nicht-Sozialisten oder Nicht-Woke, ignoriere aber Unterschiede: Nazis hatten die SA als Miliz gegen Linke, wollten Krieg, Antisemitismus und Rassismus als Programm, sowie einen Führerstaat statt Republik. Godwins Law von 1990, empirisch bewiesen, besagt, dass in Streitigkeiten stets Nazi-Vergleiche auftauchen, um den Gegner zu diskreditieren, wie bei Merkel durch Chávez oder Steinbrück durch Schweizer. Zwischen Himmler und Alice Weidel, einer offenen Lesbe mit nicht-deutscher Partnerin, die im NS-System im KZ gelandet wäre, klafften Abgründe. Wer Rechte pauschal als Nazis brandmarke, sei historisch blind, doch Martenstein wirft den Verbotsbefürwortern sogar vor, bewusst zu handeln, um Konkurrenz zu eliminieren, nicht um das Vierte Reich zu stoppen.

„Es ist inzwischen völlig klar, dass ‚Nazi‘ ein moderner Sammelbegriff für alle ist, die nicht an den Sieg des Sozialismus glauben oder an die Wokeness. Die Nazis unterschieden sich von Rechtskonservativen. Die Nazis hatten eine Miliz namens SA, die auf den Straßen Jagd auf Linke machte. Sie machten keinen Hehl daraus, dass sie Krieg wollten. Sie waren erklärte Antisemiten. Rassismus war ihr Programm. Sie wollten keine andere Republik. Sie wollten überhaupt keine Republik, sondern den Führerstaat. […] Wer alle Rechten Nazis nennt, nur weil sie keine Linken sind, ist wirklich ein historischer Analphabet. Aber das wäre verzeihlich – Unbildung ist ja kein Verbrechen. Ihnen werfe ich vor, dass Sie wissen, was Sie tun. Sie wissen, dass Sie nicht das „Vierte Reich“ verhindern, sondern lediglich Ihre politische Konkurrenz ausschalten möchten.“

Reale Politik statt moralischer Kampagnen: Die AfD kleinhalten

Martenstein hält fest, dass AfD-Wähler keinen „neuen Hitler“ wollen, sondern eher etwas in der Art eines Helmut Schmidt, und argumentiert, dass die Partei leicht geschwächt werden könnte, wenn reale Probleme angegangen würden, etwa die Migration an die wirtschaftlichen Kapazitäten anzupassen, das Sicherheitsniveau von 2010 wiederherzustellen, funktionierende Schulen zu gewährleisten und die Wirtschaft wettbewerbsfähig zu halten.

„Die AfD-Wähler jedenfalls, die meisten, wollen keinen neuen Hitler. Sie wollen so etwas Ähnliches wie einen neuen Helmut Schmidt. […] Es wäre ein Kinderspiel, die AfD kleinzuhalten. Man müsste dazu lediglich ein paar Probleme angehen, die echte Probleme sind und deren Existenz Sie vermutlich bis zu Ihrem letzten Atemzug leugnen würden“.

Martenstein kritisiert die Verdrängung linker Verbrechen: Millionen Tote in der Sowjetunion durch Sozialismus, Opfer von Pol Pot und Mao, außergerichtliche Hinrichtungen in Venezuela 2024, inklusive Minderjähriger. Würde Trump das tun, gäbe es Aufruhr, was die Doppelmoral entlarve. Die wahre bedeutsame Linie sei eine Trennung von „autoritär“ von „frei“, wo alle Rechte haben, unabhängig von der Haltung gegenüber der Regierung, und wo Gesetze alle schützen, ohne Gewalt oder Türstürmungen.

Publikumsreaktionen: betroffene Stille, Buhrufe und intellektuelle Hilflosigkeit

Martensteins Rede ging viral im Netz, da sie mit Prinzipien argumentierte, nicht mit Parteiprogramm, und die Ordnung verteidigte, was die Lagerdenker irritierte. Im Saal herrschte oft eine gespenstische Stille, da das Publikum nachdenken musste, die eher von Betroffenheit als von Empörung zeugte. Am Ende ertönten dennoch „Pfui“- und Buh-Rufe, besonders bei der Kritik am Nazi-Begriff und der These, AfD-Wähler wollten Schmidt, nicht Hitler. Diese Affekte entstehen, wenn Argumente treffen und nicht widerlegt werden können, was zu Schreien führt statt zu Debatte. David Lüdke kommentiert dazu auf 𝕏:

„Seit Jahrzehnten ist die Linke in Deutschland intellektuell entkernt. Man hat weder Denker noch Argumente. Man brüllt auswendig gelernte (italienische) Parolen, beleidigt, prügelt und beschmiert. Sonst ist da nichts.“

»Dr. David Lütke | 𝕏«

Die Reaktionen enthüllen intellektuelle Hilflosigkeit: Linke und CDU wollen Konkurrenz eliminieren, ihr Demokratiegerede ist Fassade. Das Publikum, voller Soziologen, Germanisten und Historiker, reagierte undankbar auf eine Rede aus geistigem Platin und rhetorischem Gold, wo Höflichkeit Applaus erfordert hätte. Stattdessen zeigten sie Hass auf Rechtes, da Martenstein ihre Hilflosigkeit offenbart: Sie wissen um Unterschiede zwischen Weidel und Himmler, Strauß‘ AfD-ähnliche Politik, und dass die AfD rechts, aber nicht verfassungsfeindlich ist, doch ein Eingeständnis dessen würde ihren allgemeinen Rechtsverbotswunsch enttarnen. Seit Jahrzehnten fehlen Linken Denker und Argumente, sie greifen zu Parolen, Beleidigungen und Gewalt.

Das Jury-Urteil: Ein diffuses Signal der Spaltung

Nach drei Tagen »stimmte die Schau-Jury ab«: Die AfD sei verfassungswidrig bezüglich Demokratieprinzip (4 Ja, 1 Enthaltung, 2 Nein) und Menschenwürde (5 Ja, 2 Nein), aber nicht Rechtsstaatlichkeit (3 Ja, 1 Enthaltung, 3 Nein). Ein Verbot wurde abgelehnt (2 Ja, 2 Enthaltungen, 3 Nein), doch eine Prüfung gefordert (5 Ja, 2 Nein), sowie Ausschluss von Finanzierung (4 Ja, 3 Nein).

Zum Thema private Einflüsse auf Medien und „alternativen Fakten“ gab es 5 Ja und 2 Nein, eine Regulierung wurde abgelehnt (3 Ja, 2 Enthaltungen, 2 Nein). Zu der Frage, ob die AfD zu Gewalt aufstachele gab es 6 Ja und 1 Enthaltung, doch ein Verbot von Begriffen wie „großer Austausch“ wurde nicht empfohlen (3 Ja, 3 Enthaltung, 1 Nein). Dieses Urteil scheitert am gewünschten Verbot, trotz voreingenommener Besetzung.

Stimmen zur Rede: Anerkennung von Kritikern und Betroffenen

Der AfD-Kultursprecher Eugen Seiler brandmarkte das Event als linkes Schmierentheater mit juristischer Kulisse, dessen Verbotswunsch scheiterte, trotz fragwürdiger Besetzung und staatlicher Finanzierung, die eine gewählte Partei delegitimieren soll. Martensteins Rede sah er als Lichtblick, einen Appell für Meinungsfreiheit und Demokratie.

„Hier wurde ein linkes Schmierentheater mit juristischer Kulisse veranstaltet, dessen Ausgang – ein AfD-Verbot – von vornherein gewünscht war und doch scheiterte. Theater darf politisch sein. Problematisch wird es dort, wo ehemalige Richter und Politiker in einem nachgestellten Gerichtsverfahren auftreten und Neutralität nur noch simuliert wird. Schon die Besetzung der Rollen war höchst fragwürdig. So wird ein linksradikaler ‚Rechtextremismusexperte‘ zum Ankläger, ebenso wie eine linke Rechtsanwältin. Besonders befremdlich ist, dass dieses überwiegend staatlich finanzierte Theaterformat offenkundig darauf abzielte, eine demokratisch gewählte Partei zu delegitimieren und ihre Wähler gezielt abzuschrecken. Einen der wenigen Lichtblicke in dieser linksdominierten Posse bildete die Rede des Schriftstellers Harald Martenstein – ein flammender Appell für die Meinungsfreiheit und die Demokratie in Deutschland.“

Birgit Kelle, die aufgrund ihrer historischen Expertise als Zeugin eingeladen war, kritisierte das Dilemma der Linken im „Kampf gegen Rechts“, die Demokratie im Namen ihrer Rettung abschaffen wollen. Nach Martensteins Rede hätte man abbrechen können, da der Jury-Ausgang aufgrund der Auswahl der Besetzung und des Publikums vorhersehbar war.

„Diese Rede des großartigen langjährigen ZEIT-Kolumnisten Harald Martenstein erklärt das gesamte Dilemma jener Linken, die in ihrem „Kampf gegen Rechts“ gerne die AfD verbieten wollen: Man kann die Demokratie auch im Namen der Demokratierettung abschaffen. Und da haben Linke historisch viel Erfahrung. Ich war für diesen Schauprozess gegen die AfD als „Zeugin“ (der Anklage?) eingeladen, allerdings war mir nicht ganz klar, was ich in einem Prozess vor einem Publikum voller Oberlehrer hätte „bezeugen“ sollen. Nach Martenstein hätte man diese Nummer aber auch einfach vorzeitig abbrechen können, denn ich denke, wir wissen alle, wie die sicher ausgewogene Jury am Ende entscheiden wird.“

»Birgit Kelle | 𝕏«

Wenn der Schutz der Freiheit selbst zur Unterdrückung wird

Das Ereignis im Thalia Theater offenbart ein grundlegendes Paradox der politischen Kultur: Der Versuch, Demokratie zu schützen, wird hier zu ihrem größten Feind. Indem linke Eliten und staatlich geförderte Akteure ein reales Verbotsverfahren inszenieren, zeigen sie nicht nur eine eklatante Voreingenommenheit, sondern entblößen die strukturelle Bereitschaft, den Mehrheitswillen zu ignorieren, wenn er politisch unbequem erscheint. Das Theaterstück demonstriert, dass die Grenze zwischen demokratischem Diskurs und politischer Instrumentalisierung fließend geworden ist. Ein Verfahren, das vorgibt, Recht zu wahren, dient in Wahrheit der Marginalisierung legitimer politischer Strömungen.

Harald Martensteins Intervention bringt die zentrale Lehre auf den Punkt: Demokratie lebt vom offenen Wettbewerb der Ideen, nicht vom Ausschluss konkurrierender Stimmen. Wer Parteien allein aufgrund ihrer Wählerstärke oder abweichender Ideologie delegitimiert, setzt autoritäre Mechanismen ein, die historisch immer den Weg für Unterdrückung und Einparteienherrschaft bereitet haben. Die Affekte des voreingenommenen Publikums, Buhrufe und stille Empörung, offenbaren intellektuelle Hilflosigkeit und den Mangel an ernsthafter Auseinandersetzung mit Argumenten, ein Symptom dafür, dass politische Moralismen oft rationales Denken ersetzen.

Das Resümee lautet: Der eigentliche Angriff auf die Demokratie findet nicht durch die AfD statt, sondern durch jene, die unter dem Banner des „Schutzes der Demokratie“ ihre Gegner eliminieren wollen. Ein Verbot mag kurzfristig symbolischen Erfolg versprechen, langfristig würde es die demokratische Ordnung destabilisieren, indem es die Wähler ignoriert, legitime politische Fragen delegitimiert und den autoritären Reflex belohnt. Die Lehre ist klar: Demokratie schützt sich nicht durch Verbote, sondern durch die Fähigkeit, Konflikte rational, offen und pluralistisch auszutragen. Wer diesen Mechanismus umkehrt, entlarvt sich selbst als Bedrohung der Ordnung, die er angeblich verteidigt.

Beitrag teilen:

Unterstützen Sie uns!

Helfen Sie mit, freien Journalismus zu erhalten

5

10

25

50

No posts found
Picture of Janine Beicht

Janine Beicht

Janine Beicht ist gelernte Kommunikationsdesignerin, arbeitet aber seit 2020 im Gesundheits- und Sozialwesen. Als Aktivistin engagiert sie sich besonders auf dem Gebiet der Psychologie unter dem Aspekt der jeweiligen politischen Machtinteressen.

Eine Antwort

  1. Der Artikel ist insgesamt gut, aber der Schlussabsatz ist sehr gut.
    Dafür bekommt Frau Beicht heute von mir ausnahmsweise mal ein fast unrelativiertes Lob. Danke.

    Die Person Frauke Petry ist ein wunderschönes Beispiel für die Dringlichkeit, die auch hier von Haintz-Media noch nicht ausreichend beachtet wird.
    Nämlich:

    Kampf den Kampfbegriffen, Nebel-, Diffamierungs- und Gehirnwasch-Keulen, mit denen man die BRD-Zombies zu reflexiven Sklaven und Kettenhunden dressiert! [1]:
    „rechts…extremistisch,
    populistisch…,
    radikale … Rand …
    Gefährder / Abschaffer / Feinde der (bereits zu abgeschafften) freiheitlich-demokratischen Grundordung der jüdisch-christlichen Wertegemeinschaft“

    F. Petry, 2015 bei Geolitico:
    „Wahr ist, daß die AfD ihren konservativ-liberalen Kurs [2] nach rechts abgrenzen muß. […] Leider gibt es immer wieder mal einzelne gewählte Vertreter, die mit ungeschickten oder unüberlegten Äußerungen den Eindruck erwecken, die AfD fische am rechten Rand.“

    Verstärker von 2016/17:
    Klonovsky.de/2017/04/bonnie-und-clyde-der-afd/

    Ganz aktueller Zusatzbeweis zur Ambivalenz und zum Herumgeeiere der AfD, die immer noch zu glauben scheint mit ihrer politisch korrekten Unterwerfung die Brandmauer-Wächter beim ZentralratDerJuden.de gnädig stimmen zu können, in meinem Kommentar zu Haintz.media/artikel/deutschland/deutschland-im-griff-der-psychopolitik/#comment-3194

    Für die ganzheitliche, positiv-radikale Heilung dieser todkranken Gesellschaft kann man gar nicht weit genug nach „rechts“ schauen — im Sinne einer humanistisch korrekten Chemotherapie, wie Dr. Wolfgang Gedeon zu sagen pflegt. Mein aktueller Tipp:
    Freie-Sachsen.info/2026/skandal-im-rathaus-strehla-buergermeister-hebelt-stadtrat-aus-12-000-euro-steuergeld-fuer-anwalts-trick-gegen-buergerwillen/

    [1] Yandex.com > Kampfbegriffe site:vds-ev.de
    Derzeit leider vergriffen, nicht lieferbar: Die Sprache der BRD:
    Antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/einzeltitel/3854/die-sprache-der-brd.-145-unwoerter-und-ihre-politische-bedeutung#
    Völkisch. Eine Begriffskarriere:
    https://sezession.de/70714/voelkisch-eine-begriffskarriere

    [2] Der liberal-libertäre Turbokapitalismus gehört so teilweise, wie derzeit die AfD als Aufwach-Katalysator zur Teillösung, aber nicht unter dem Strich! Aber auch mit
    Geopolitika.ru/de/article/liberalismus-20 bin ich nicht völlig konform, weil ich das fast nie bin! Siehe völlig anderer Faschismusbegriff bei DerDritteBlickwinkel.com/projekte/frank-kraemer-im-gesprch-faschismus-eine-annherung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

No posts found

Buch-Empfehlung

137848