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Am frühen Dienstagabend verwandelte sich ein gewöhnlicher Linienbus im schweizerischen Kanton Freiburg in eine brennende Todesfalle. Gegen 18.25 Uhr geriet das Fahrzeug im Zentrum der Gemeinde Kerzers plötzlich in Brand. Wenige Minuten später stand nur noch ein ausgebranntes Metallgerippe auf der Straße, während eine dichte Rauchwolke kilometerweit sichtbar in den Himmel stieg. Sechs Menschen verloren ihr Leben, mehrere weitere wurden schwer verletzt. Die Flammen schlugen meterhoch aus dem Fahrzeug, wie zahlreiche Videos aus sozialen Netzwerken zeigen. Augenzeugen berichten von einer Rauchsäule, die weit über der Kleinstadt sichtbar war. Während Rettungskräfte mit neun Krankenwagen und einem Hubschrauber anrückten, brannte der Bus vollständig aus. Federn aus zerstörten Daunenjacken sollen durch die Luft geflogen sein, während entsetzte Passanten das Inferno mit ihren Handys filmten.
JUST IN: Man sets himself on fire on a bus in Kerzers, Switzerland, killing and injuring multiple people. – Blick/FOCUS pic.twitter.com/mC6Uihzo8A
— AZ Intel (@AZ_Intel_) March 10, 2026
Der Bus gehörte zum Unternehmen Postauto, das in der Schweiz vor allem ländliche Regionen miteinander verbindet. Das Fahrzeug war auf der Strecke zwischen Düdingen und Kerzers unterwegs, einer Gemeinde rund 26 Kilometer westlich von Bern. Der Brand brach kurz vor der Endstation aus.
Hinweise auf eine vorsätzliche Tat
Bereits kurz nach dem Unglück zeichneten sich Hinweise ab, dass die Ursache weit über ein technisches Problem hinausgeht. Ermittler sprechen offen davon, dass der Brand sehr wahrscheinlich absichtlich ausgelöst wurde. Die Polizei teilte am späten Abend mit:
„Eine vorsätzliche Tat könnte die Ursache für dieses Drama sein. […] Möglicherweise wurde das Feuer vorsätzlich gelegt.“
Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehen die Behörden nicht davon aus, dass ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst hat. Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat inzwischen ein Strafverfahren eingeleitet, um die genauen Hintergründe und den Ablauf der Katastrophe umfassend aufzuklären. Ermittler sichern Spuren, befragen Zeugen und versuchen zu rekonstruieren, wie es zu dem Brand kommen konnte. In ihren öffentlichen Stellungnahmen bleiben die Behörden bislang jedoch bewusst zurückhaltend und verweisen auf die noch laufenden Ermittlungen. Ob hinter den Vorfällen ein Terroranschlag steckt, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, erklärten die Ermittler auf Nachfrage. Gleichzeitig zeichnen Augenzeugenberichte bereits ein deutlich dramatischeres Bild der Ereignisse.
Augenzeugen berichten von einem Mann mit Benzin
Mehrere Passanten schildern übereinstimmend, dass ein Mann Benzin im Bus verteilt und sich anschließend selbst angezündet habe. Diese Angaben kursieren in Videos und Berichten, die unmittelbar nach dem Unglück entstanden. Das Schweizer Nachrichtenportal »Blick« zitiert aus einem zugesendeten Video einen Augenzeugen, der das Geschehen klar beschreibt:
„Ein Mann hat sich selbst drinnen angezündet. Er hat Benzin ausgeleert und sich selbst angezündet!“
Die Polizei bestätigte, dass entsprechende Hinweise bei den Ermittlern eingegangen seien. Verifizieren ließen sich diese Angaben bislang jedoch nicht. Entsprechend zurückhaltend äußern sich die Behörden weiterhin zum genauen Ablauf des Geschehens. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen halten sie es jedoch für wahrscheinlich, dass der Brand von einer Person gezielt ausgelöst wurde.
Bus-Inferno fordert mehrere Opfer
Im Inneren des brennenden Busses müssen sich Szenen abgespielt haben, die jede Vorstellungskraft sprengen. Sechs Menschen verloren bei dem Inferno ihr Leben, drei weitere Fahrgäste schweben nach Angaben der Polizei in Lebensgefahr, vier weitere wurden verletzt, darunter ein Rettungssanitäter, der sich beim Einsatz selbst verletzte. Die Opferzahl zeigt die Dimension des Dramas, das sich innerhalb weniger Minuten abspielte.
»Ein Hubschrauber transportierte« mindestens eine Person in das Universitätsspital Zürich, während ein Großaufgebot an Rettungskräften gleichzeitig gegen die Flammen kämpfte und versuchte, weitere Menschen aus dem brennenden Bus zu retten. Die Feuerwehr konnte die Kontrolle über das Feuer erst gewinnen, als der Bus bereits völlig ausgebrannt war. Vom einstigen Fahrzeug blieb nur noch das verkohlte Metallgerippe, das später von den Einsatzkräften mit weißen Planen abgedeckt wurde, während Ermittler um jedes noch verwertbare Indiz kämpften.

Viele Stunden nach dem Inferno herrscht weiterhin große Unsicherheit über das Ausmaß der Katastrophe. Die Identifizierung der Opfer läuft noch. Die Behörden konnten zunächst nur die Verletzten eindeutig identifizieren. Der Kommunikationsleiter der Kantonspolizei Freiburg erklärte »laut Medienberichten« am Mittwochmorgen, dass mehrere Menschen weiterhin vermisst werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie zu den Toten gehören. »Auch die forensischen Arbeiten« könnten mehrere Tage dauern. Gleichzeitig bleibt unklar, wie viele Menschen sich überhaupt im Bus befanden. Selbst die Frage, ob der Busfahrer zu den Opfern zählt, ist bislang unbeantwortet.
Die Reaktionen
Die politische Reaktion fiel erwartbar aus. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin äußerte öffentlich seine Betroffenheit über die Katastrophe und sprach den Angehörigen auf der Plattform 𝕏 sein Beileid aus:
„Es bestürzt mich und macht traurig, dass wiederum Menschen in der CH bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind. Die Hintergründe werden geklärt. Den Angehörigen der Verstorbenen von Kerzers spreche ich mein Beileid aus. Und ich denke an die Verletzten & die Rettungskräfte.“
Es bestürzt mich und macht traurig, dass wiederum Menschen in der CH bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind. Die Hintergründe werden geklärt. Den Angehörigen der Verstorbenen von Kerzers spreche ich mein Beileid aus. Und ich denke an die Verletzten & die Rettungskräfte.
— Guy Parmelin (@ParmelinG) March 10, 2026
Die Regierung betont, dass die Hintergründe des Vorfalls geklärt werden müssen. »Der Freiburger Staatsrat bekundete« ebenfalls seine tiefe Anteilnahme und sprach den Familien und Angehörigen der Opfer des tragischen Busbrandes sein aufrichtiges Beileid aus. Zugleich würdigte er das Engagement und die Professionalität der Rettungsdienste, der Sicherheitskräfte sowie aller Personen, die zur Bewältigung dieser außergewöhnlichen Situation mobilisiert wurden. Erst vor wenigen Wochen hatte eine andere Brandkatastrophe das Land erschüttert. In der Silvesternacht starben im Skiort »Crans Montana« 41 Menschen bei einem Feuer in einer Bar, viele davon Jugendliche.
Ein Land wartet auf Antworten
Der ausgebrannte Bus in Kerzers ist inzwischen von der Unglücksstelle abtransportiert worden.


Die Ermittler suchen Zeugen, sichern Videos aus sozialen Netzwerken und versuchen zu rekonstruieren, was genau in den Minuten vor dem Brand geschah. Die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet. War es ein verzweifelter Suizid, der Unbeteiligte mit in den Tod riss oder steckt hinter dem Feuer ein gezielter Anschlag? Die Polizei ruft mögliche Zeugen auf, sich zu melden.
Eine Antwort
Sie haben brandheiße Post im Kommentar von 18:31 Uhr:
https://haintz.media/artikel/international/fuenf-iranische-spielerinnen-erhalten-asyl-nach-mutigem-protest/#comments
Ich mein’s gut, denken Sie an Ihr Spendengeld-Konto. Die Leute haben die Schnauze voll davon überall verarscht zu werden.