Haintz.Media

Bild:
Modest Fashion · Wenn Mode bewusst Haut bedeckt
Quelle:
BR24

ÖRR-Wahnsinn: BR24 macht aus Unterdrückung der Frau einen Modetrend

Bild:
Quelle:

Beitrag teilen:

Mehr aus der Kategorie:

Verwährter Besuch hinter Gittern
Besuch hinter Gittern
Impflicht durch die Hintertür?
Der Sender BR24 präsentiert religiöse Verhüllung als hippen Lifestyle und blendet die Realität von Millionen Frauen weltweit aus, die sich gegen genau diese Ideologie auflehnen.
Zusammengefasst

Dieser Beitrag als Audio

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat wieder einmal bewiesen, dass ihm im Liebedienen gegenüber integrationsresistenten Parallelwelten kein Weg zu weit und kein Argument zu absurd ist. In einem Beitragssegment der Sendereihe „Stationen“ erfreut der Bayerische Rundfunk seine zwangsweise zur Kasse gebetenen Beitragszahler mit einer exklusiven Werbesendung für die systematische Unsichtbarmachung der Frau.

»BR24«

Was in totalitären Gottesstaaten wie dem Iran, Afghanistan oder Syrien mit brutaler Gewalt, Verhaftungen und Unterdrückung auf den Straßen durchgesetzt wird, mutiert im gebührenfinanzierten Wohlfühl-TV zum hippen, emanzipierten Lifestyle-Trend namens „Modest Fashion“. Die historische Realität, dass Frauen weltweit unter Lebensgefahr gegen den textilen Käfig ankämpfen, wird hierzulande im Namen einer falsch verstandenen Toleranz einfach weggelächelt, um eine repressive Ideologie zu normalisieren, die dem westlichen Bild von Freiheit und Gleichberechtigung diametral entgegensteht.

Sommerliche Freiheit als Bedrohungsszenario

Der dramaturgische Aufbau des öffentlich-rechtlichen Erziehungsprogramms entlarvt die ideologische Stoßrichtung von der ersten Sekunde an. Die TV-Macher starten ihren verstörenden Bericht mit Bildern von Bikinis und kurzen Hosen, um die sommerliche Freizügigkeit westlicher Frauen subtil als Problem darzustellen. Wer im Sommer Haut zeigt, so raunt es unscharf aus dem Off, zieht damit schließlich die Blicke auf sich.

Ausschnitt aus dem Beitrag des: »BR24«

Als vermeintlich rettenden Ausweg aus dieser selbstverschuldeten moralischen Misere präsentiert der Sender mit einem eleganten Kameraschwenk den angeblichen Gegentrend, vollgehängte Kleiderständer mit Hidschabs, Kopftüchern sowie weiten, verhüllenden Gewändern, die den weiblichen Körper größtenteils bedecken. Dass das englische Wort „modest“ im Kern eben nicht nur unschuldig „bescheiden“, sondern vielmehr „züchtig“ und „schamhaft“ bedeutet, wird geflissentlich als moderner Modebegriff verklausuliert. Damit wird bereits deutlich, dass hier nicht einfach eine neue Stilrichtung präsentiert wird, sondern ein Konzept, das auf bestimmten Vorstellungen über weibliche Körper, Scham und gesellschaftliche Rollenbilder aufbaut. Der Beitrag vermeidet jedoch jede ernsthafte Auseinandersetzung mit diesen Hintergründen. Stattdessen entsteht der Eindruck einer harmlosen Modebewegung, die sich weltweit wachsender Beliebtheit erfreue:

„Weltweit wächst der Markt für Modest Fashion. Für manche ist sie Ausdruck des Glaubens, für andere ein Zeichen von Selbstbewusstsein und persönlichem Stil.“

Die Smartphonehülle auf zwei Beinen

Die Kulisse für diese fröhliche Normalisierung anti-westlicher Zustände liegt mitten in Bayern. In einer Nürnberger Boutique vertreibt die Inhaberin Selda Dastan gemeinsam mit ihrem Ehemann Ahmed scharia-konforme Mode, also Kleidung nach den restriktiven Regeln des islamischen Rechtssystems, welches für alle gläubigen Muslime gilt. Im Interview betonen beide ungestört, wie schön und wichtig es angeblich für Frauen sei, keine Haut zu zeigen, da der islamische Glaube diese Bedeckung vorschreibe. Vom Kamerateam erfolgt an dieser Stelle kein kritischer Widerspruch, keine Nachfrage zu religiösen Kleidervorschriften, stattdessen lässt man den Ehemann bereitwillig erklären, dass Gesicht, Hände und Füße ab dem Knöchel gerade noch erlaubt seien, womit logischerweise ein striktes Verbot für den gesamten Rest des weiblichen Körpers einhergeht. Der absolute Höhepunkt der Absurdität wird erreicht, als der geschäftstüchtige Gatte die Frau ungehindert mit einer Handy-Hülle vergleicht, um die Notwendigkeit der Verhüllung zu begründen:

„Im islamischen Glauben müssen Frauen sich bedeckt anziehen, Gesicht Hände und Füße ab Knöchel sind eigentlich erlaubt. was wichtig ist sollte auch geschützt werden, so wie ein Handy wird mit Hülle geschützt, eine Frau ist auch sehr wichtig mit allem Körperteilen und deswegen sollte eine Frau auch geschützt werden. sie sollte keine Objekt für andere Männer sein.“

Diese Herabwürdigung der Frau zu einem seelenlosen Gebrauchsgegenstand, den man vor den unkontrollierten Trieben der Männerwelt verstecken muss, wird vom Bayerischen Rundfunk widerspruchslos als fürsorglicher Schutz transportiert.

Die totale Umkehrung der Emanzipation

Das eigentliche Problem dieser Kultur, nämlich Männer, die sich und ihre Sexualität schlicht nicht im Griff haben, wird komplett verschwiegen. Und das ist ein massives Problem, wie wir alle zu spüren bekommen.Stattdessen verdreht der Sender die historische Realität ins Gegenteil und deutet die Vollbedeckung dreist als eine neue Form der Emanzipation um, indem er behauptet, die Bewegung sei von muslimischen und jüdischen Designerinnen geprägt worden und gelte heute als Zeichen von Selbstbewusstsein.

„Heute sprechen die Kollektionen auch Frauen an, die Mode als Zeichen ihres Selbstbewusstseins sehen.“

Dabei hat die westliche Frauenbewegung seit den 1960er Jahren unter großen Opfern über 150 Jahre lang genau gegen solche sittlichen Vorschriften und gesellschaftlichen Zwänge gekämpft, um sich beispielsweise durch den Minirock von kniebedeckten Kleidungsdiktaten zu befreien. Freiheit beginnt im Kleiderschrank und ist im Sinne der Aufklärung eine historische Errungenschaft, die hier auf dem Altar blinder Toleranz geopfert wird.

Besonders grotesk wirkt diese Umdeutung vor dem Hintergrund jener Länder, in denen Frauen keine Wahl haben und die Verschleierung keineswegs als Ausdruck von Selbstbestimmung, sondern als staatlich oder gesellschaftlich erzwungene Pflicht erleben. Dort wird die Bedeckung des weiblichen Körpers nicht als modisches Statement gefeiert, sondern mit Repression, sozialem Druck und teilweise brutaler Gewalt durchgesetzt. »Im Iran« werden Frauen von den Straßen gezerrt und verhaftet, wenn sie ihr Kopftuch nicht korrekt tragen. Auch in Afghanistan und in Syrien werden sie zwangsverschleiert. Das ist die Realität von Millionen Frauen in Iran und Afghanistan, die schlicht nicht die Wahl haben. Während Frauen im Iran unter Lebensgefahr gegen den Schleierzwang kämpfen, verklärt der beitragsfinanzierte Sender diese Unterdrückung hierzulande zum hippen Lifestyle. Damit wird eine repressive Ideologie normalisiert, die dem westlichen Bild der Freiheit und Gleichberechtigung diametral entgegensteht. Der Sender präsentiert es als hipp, dass Männer bestimmen, wie Frauen sich zu kleiden haben. 

Unterwerfung als progressiver Lifestyle

Wie tief der Westen in der eigenen moralischen Selbstaufgabe versunken ist, demonstriert der öffentlich-rechtliche Rundfunk schließlich mit der Vorstellung seiner handverlesenen Kundschaft. Als Paradebeispiel für die vermeintlich weltweite Strahlkraft dieses „Trends“ wird die nichtmuslimische Kundin Barbara Schmidt ins Bild gerückt, die das Nürnberger Geschäft betritt, um sich freiwillig den religiösen Bekleidungsvorschriften anzupassen.

Ausschnitt aus dem Beitrag des: »BR24«

Ihre Begründung liefert ein erschreckendes Zeugnis einer fehlgeleiteten Debatte, wenn sie vor der Kamera erklärt, aus Angst vor vermeintlicher kultureller Aneignung nach etwas Eigenem zu suchen und in ihrem Alter ohnehin keine Haut mehr zeigen zu wollen. Damit wird auch die eine oder andere Altersfalte als versteckenswert diskriminiert.

„Ich war neugierig, was hier Neues entsteht. Und jetzt bin ich noch mehr erfreut, dass diese Sachen auch für mich tragbar sind. Weil ich ja keine kulturelle Aneignung betreiben will, sondern auch etwas für mich haben möchte. Haut zeige ich in meinem Alter ohnehin nicht mehr so viel.“

Das Medienteam feiert diese Unterwerfung als gelungene Vielfalt, während der wahre Kern der freiwilligen Verhüllung, die drohende gesellschaftliche Ächtung und der immense soziale Druck innerhalb dieser Kultur bei Nichtbeachtung mit keinem einzigen Wort Erwähnung findet. Zwang existiert in der bunten Welt des BR schlicht nicht.

Die bittere Normalisierung anti-westlicher Zustände

Wirklich, kein einziges kritisches Wort verliert der Bayerische Rundfunk über den laut eigener Beschreibung weltweit wachsenden Markt für „Modest Fashion“. Kein Hinweis auf die ideologischen Hintergründe, keine Einordnung der religiösen Vorschriften, keine kritische Nachfrage zu einem Kleidungsverständnis, das Frauen vor allem als zu verhüllende Wesen betrachtet. Stattdessen entsteht ein Beitrag, der über weite Strecken wie kostenlose Imagewerbung für eine patriarchalische Ideologie daherkommt. Der einzige Einwand, der überhaupt zur Sprache kommt: Manche Menschen würden wegen der Verhüllung gelegentlich verwundert schauen. Dazu erklärt die Boutiquebesitzerin:

„Nachdem ich jetzt bedeckt bin, fühle ich mich schon gut, aber manchmal sind die Blicke von draußen ganz anders, aber damit habe ich mich dann abgefunden.“

Ansonsten wird dem Zuschauer suggeriert, es handle sich bei der zunehmenden Verhüllung von Frauen schlicht um einen gesellschaftlichen Trend und eine individuelle Stilentscheidung. Was früher vor allem als religiöse Vorschrift oder Ausdruck konservativer Geschlechterrollen verstanden wurde, erscheint plötzlich als moderne Form der Selbstverwirklichung. Die islamische Unterordnung der Frau erhält dabei lediglich einen neuen Markennamen: „Modest Fashion“.

Was als harmloser Kulturbeitrag daherkommen soll, wirkt deshalb weniger wie Journalismus als wie die Verpackung einer umstrittenen Ideologie in das Vokabular von Vielfalt, Toleranz und Selbstverwirklichung.

Die feige Flucht vor dem Gebührenzahler

Dass diese Form der medialen Umerziehung und der gezielten Verharmlosung repressiver Ideologien beim mündigen Bürger auf massiven Widerstand stößt, zeigt die Reaktion im Netz. Sofort nach der Veröffentlichung der fünfminütigen Sendung auf den Social-Media-Kanälen des Senders, auf die zuerst der Account Argo Nerd auf 𝕏 aufmerksam machte, kollabierten die Kommentarspalten unter dem verharmlosenden Titel „Wenn Mode bewusst Haut bedeckt“.

»Argo Nerd | 𝕏«

Anstatt sich der berechtigten Kritik zu stellen, schaltete das Social-Media-Team, »laut WELT-Autorin Anna Schneider«, die Kommentarfunktion kurzerhand komplett ab, sei es aus Angst vor einer unbequemen Debatte oder wegen der schieren Flucht vor der unbewältigbaren Flut an empörten Reaktionen. »Auf Instagram« hingegen ist die Kommentarfunktion weiterhin geöffnet, sodass dort nach wie vor Kritik und Gegenmeinungen geäußert werden können.

Wer im Gewand des progressiven Lifestyles die Unterwerfung der Frau predigt und jegliche kritische Gegenposition ausblendet, normalisiert anti-freiheitliche Zustände, die nicht zum Westen gehören, macht sich vor den Augen der Welt schlicht lächerlich klein und unterstützt eine gefährliche Unterdrückung der Frau.

Beitrag teilen:

Unterstützen Sie uns!

Helfen Sie mit, freien Journalismus zu erhalten

5

10

25

50

No posts found
Picture of Janine Beicht

Janine Beicht

Janine Beicht ist gelernte Kommunikationsdesignerin, arbeitet aber seit 2020 im Gesundheits- und Sozialwesen. Als Aktivistin engagiert sie sich besonders auf dem Gebiet der Psychologie unter dem Aspekt der jeweiligen politischen Machtinteressen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

No posts found

Buch-Empfehlung

Soennichsen