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Urnen- vs. Briefwahl
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KI-generiert

Warum sich die Wahlergebnisse während der Auszählung verschieben – und warum das kein Beweis für Manipulation ist

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Sven Hüber
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Während der Wahlauszählung steigen im vorläufigen Ergebnis oft CDU, SPD & Co., während die AfD fällt. Das wirkt auf viele wie „Nachzählen in die gewünschte Richtung“. Es gibt eine viel langweiligere Ursache: die Reihenfolge der Meldungen.
Zusammengefasst

Zuerst fertig: kleine Urnenbezirke
Später fertig: große Bezirke
Am spätesten: Briefwahlbezirke

Darum muss sich das vorläufige Ergebnis ändern

Urne und Brief sind nicht dasselbe Wählerfeld. Wer per Brief wählt, unterscheidet sich systematisch von demjenigen, der am Sonntag ins Lokal geht. Wenn mehrere große Briefwahlblöcke erst nach 21:00 gemeldet werden, während die Urnenwahl bereits zu 95% Prozent ausgezählt ist, dann müssen sich die Anteile verschieben. Das ist erwartbar. Das ist kein Indiz dafür, dass irgendwo „Stimmzettel nachgelegt“ wurden.

Was man trotzdem fragen muss

Nicht die Bewegung der Zwischenstand-Ergebnisse ist das Problem. Die Frage ist, warum Brief und Urne so weit auseinanderliegen – und warum die Briefwahl organisatorisch viel schwächer geschützt ist, als es möglich wäre!

Die Urne hat Öffentlichkeit, Wahlvorstand, unmittelbare Kontrolle. Die Briefwahl weist Lücken auf, die für Manipulation verwendet werden können: Antrag, Postweg, Lagerung, Prüfung nur gegen Ungültigkeitslisten statt gegen die komplette Ausgabeliste, Schwachstellen im Rathaus.

Unterschiede durch Alter, Bildung, Stadt/Land und Verhinderung am Wahltag erklären einen Teil der Diskrepanz zwischen Urnenwahl und Briefwahl. Große Lücken, wie in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern beobachtet erklären das nicht automatisch. 

Wer jeden Prozentpunkt als Betrug verkauft, der übertreibt. Wer nur „Demografie“ sagt und die Sicherheitslücken ignoriert, der verharmlost.

Kurz:
Späte Verschiebung ≠ Manipulation.
Späte Briefwahl + anderes Wählerprofil = andere Prozentzahlen.
Die Integrität der Briefwahl bleibt trotzdem eine offene Baustelle – und die gehört per Gesetzesänderung geschlossen.

Lies jetzt meinen detaillierten »Beitrag« über die Problematiken bei der Briefwahl am Beispiel Sachsen-Anhalt, der auch Anregungen für Gesetzesänderungen enthält!

Die Briefwahl-Abweichungen

Vergleich Landtagswahl und Bundestagswahl 2025 in Mecklenburg-Vorpommern

Zwei Wahlen, dasselbe Land, derselbe Vergleich: Urne gegen Brief.

Bei AfD, SPD und Grünen bleibt das Briefwahl-Muster ähnlich.
Bei FDP, CDU und Linken nicht.

Die erste Grafik zeigt nicht den Stimmenanteil, sondern die relative Abweichung: um wieviel besser oder schlechter eine Partei per Brief abschneidet als an der Urne.

Die zweite Grafik zeigt von vier ausgewählten Parteien die Wahlergebnisse der beiden Wahlen (blau = Bundestag, orange = Landtag), getrennt nach Urnenwahl (dunkel) und Briefwahl (blass). So kann man sich die Bedeutung der Prozentwerte aus der ersten Grafik besser vorstellen.

Bundestagswahl 2025 in MV, Briefwahl vs. Urnenwahl:
FDP identisch (0 %)
CDU +32 %
Linke +14 %

Landtagswahl 2026 in MV, Briefwahl vs. Urnenwahl:
FDP +64 %
CDU +93 %
Linke +54 %

Wenn Briefwahl nur eine feste demografische Gewohnheit wäre, müssten beide Balken je Partei ungefähr gleich hoch sein. Sind sie aber nicht.

Die spannende Frage ist deshalb nicht: „Warum schneidet die AfD per Brief schlechter ab?“, sondern: Warum ändert sich der Briefwahl-Effekt derselben Partei von einer Wahl zur nächsten so stark?

Dies ist kein Beweis für einen Wahlbetrug. Es ist aber der Grund, warum man auffällige Briefwahlergebnisse nicht mehr einfach nur mit demografischen Effekten begründen kann.

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»Lies hier«, warum die Briefwahl in Deutschland unsicher ist, und wie man das Gesetz ändern sollte, damit die Briefwahl wieder sicher wird., wie eine Gesetzesänderung von 1989 dazu beigetragen hat, die Briefwahl unsicher zu machen. Willst Du eine vergleichbare Auswertung für Sachsen-Anhalt und Berlin? Dann abonniere »meinen Kanal«!
Datenquellen: »Bundestagswahl«, »Landtagswahl«

Warum bevorzugten SPD- und Grünen-Wähler bei der Bundestagswahl 2025 nicht die Briefwahl?

Im Zusammenhang mit den Unterschieden zwische Urne- und Briefwahl verweise ich auf meine Auswertungen bei der Bundestagswahl 2025. Das Bild zeigt eine Stadt und eine größere Gemeinde. In beiden Fällen erhielt allein die CSU nennenswert zusätzliche Stimmen per Briefwahl. SPD und Grüne holten vor eineinhalb Jahren hier keine auffälligen Extra-Stimmen über die Briefwahl.

In Mecklenburg-Vorpommern hingegen heißt es, Wähler von SPD und Grünen neigten besonders stark zur Briefwahl. Deren Briefwahlergebnis liegt dort um 34 bzw. 60 Prozent über dem Urnenwahlergebnis.

Wenn der in Mecklenburg-Vorpommern beobachtete Briefwahl-Effekt demographisch bedingt ist, warum sieht man ihn dann nicht in obigem Beispiel in Bayern?

Auch ein Vergleich des Briefwahl-Verhaltens zwischen Eurpoawahl und Bundestagswahl warf in der Vergangenheit bereits Fragen auf.

Könnten solche Unterschiede mit der politischen Besetzung des jeweiligen Rathauses zusammenhängen? Wie kürzlich berichtet stellt ein politisch besetztes Rathaus eine erhebliche Schwachstelle bei der Briefwahl dar. Selbst wenn die Poststelle „sicher“ ist und Rücksendungen zuverlässig verwahrt werden, reicht der Zugriff auf unausgefüllte Wahlunterlagen aus, um mit geringer Entdeckungswahrscheinlichkeit unbemerkt zusätzliche Wahlbriefe ins System zu schleusen, was durch eine Gesetzesänderung von 1989 ermöglicht wurde.

Die Briefwahlunterlagen unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde. Besonders Wahlschein und der rote Rücksendeumschlag (Adresse und Nummerierung) sehen unterschiedlich aus. Das erschwert eine bundes- oder landesweit organisierte Manipulation. Wer jedoch weiß, wie die Unterlagen in einer konkreten Gemeinde aussehen, der könnte theoretisch organisiert manipulativ in die Briefwahl eingreifen.

Ein Vergleich einer bayerischen Stadt und Gemeinde mit Mecklenburg-Vorpommern ist natürlich ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Deshalb werde ich die Daten aus Mecklenburg-Vorpommern zur Bundestagswahl 2025 heraussuchen, und ich werde für euch prüfen, ob sich der „demographische Briefwahl-Effekt“ in Mecklenburg-Vorpommern seit der Bundestagswahl verändert hat. Wenn Du das nicht verpassen willst, dann »komm in meinen Kanal«!

Mir ist auch wichtig, zu betonen, dass diese unterschiedlichen Werte keinen Wahlbetrug beweisen. Aber es muss in einer Demokratie möglich sein, derartige Fragen offen zu stellen.

Mecklenburg-Vorpommern: komplett ausgezählt

Die CDU fliegt aus dem Landtag.
Die AfD ist stärkste Kraft.
Die SPD kann mit Links und Grün eine Koalition bilden.
FDP weit abgeschlagen auf 1 %.
Das BSW hat den Einzug in den Landtag knapp verfehlt.

Urnenwahl-Ergebnis

Betrachtet man rein das Urnenwahl-Ergebnis, dann hätte die AfD die absolute Mehrheit, und die Grünen wären raus. Im Landtag säßen dann nur AfD, SPD und Linke.

Die Briefwahl

Das Ergebnis der unsicheren Briefwahl unterscheidet sich stark von der Urnenwahl. 
Die CDU kommt bei der Briefwahl auf beinahe das doppelte Ergebnis.
Die AfD kommt bei der Briefwahl nur auf das halbe Ergebnis.
Das BSW schneidet bei Briefwahl und Urnenwahl gleichartig ab.
Linke, Grüne und FDP holen bei der Briefwahl rund 60 % mehr Stimmen als bei der Urnenwahl.
Die SPD holt rund ein Drittel mehr Stimmen bei der Briefwahl, im Vergleich zu Urnenwahl.

Das bedeutet nicht, dass eine Wahlfälschung vorliegen muss. Bei derartigen Auffälligkeiten muss es jedoch gestattet sein, die Briefwahl zu hinterfragen.

Problematiken bei der Briefwahl

– Die Briefwahl in Deutschland ist sehr verbesserungswürdig.
– Manipulationsmöglichkeiten auf dem Postweg
– Kein Abgleich der eingereichten Wahlbriefe gegen die Ausgabeliste (ermöglicht durch Gesetzesänderung 1989)
– Kein graphologischer Unterschriftenabgleich der eidesstattlichen Erklärung
– Gefahr von fremder Beeinflussung, u. a. in Pflegeheimen
– Viel zu hohe Briefwahlquote, Briefwahl sollte eine Ausnahme sein!

Wer unsere Demokratie schützen möchte, der sollte eine Anpassung des Wahlgesetzes fordern, um die Briefwahl wieder sicher zu machen.

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