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Grüne bei 11 Prozent: Baerbock schließt Kanzlerkandidatur aus – Ist das der entscheidende Grund?

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Annalena Baerbock, die 2021 für die Grünen als Kanzlerkandidatin antrat, schließt eine erneute Kandidatur für die bevorstehende Bundestagswahl aus. Der jüngsten Forsa-Umfrage zufolge liegt die Partei bei 11%. Damit bleibt der Spitzenplatz außer Reichweite. Ist das ein Zeichen für den Realitätscheck bei den Grünen?
Zusammengefasst

Die Grünen-Politikerin Annalena Baerbock hat eine erneute Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl ausgeschlossen. In einem CNN-Interview begründete sie ihre Entscheidung mit der Notwendigkeit, sich als Bundesaußenministerin voll und ganz den globalen Herausforderungen zu widmen. Für die meisten Menschen dürfte diese Information vermutlich irrelevant sein. Trotzdem äußerte Annalena Baerbock ihre Entscheidung. Daraufhin wurden sofort Eilmeldungen verbreitet.

Baerbock überrascht mit Rückzug

Annalena Baerbocks Entscheidung kam unerwartet, da sie vor wenigen Wochen eine Kanzlerkandidatur für die Grünen noch offen gelassen hatte. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte sie auf die Frage nach einer möglichen Kandidatur und dem Hinweis, dass Robert Habeck als Favorit gelte: „Als Außenministerin habe ich gelernt, dass alles möglich ist.“ Ihr Rückzug von der Kandidatur, der Zeitpunkt und der ungewöhnliche Ort der Ankündigung kamen für viele Spitzenmitglieder der Partei unerwartet. Lediglich Robert Habeck, die Parteivorsitzenden und einige enge Vertraute waren vorab informiert.
Baerbocks Entscheidung beendet den langwierigen Machtkampf zwischen den beiden führenden Grünen-Politikern und könnte dazu führen, dass die Grünen mit Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf ziehen.

Baerbocks Rückzug: Wie stark beeinflussten die Umfrageergebnisse?

Hat Baerbock möglicherweise erkannt, dass sich der Wind gedreht hat? Die Grünen streben schon lange nach der Regierungsverantwortung, und sowohl Habeck als auch Baerbock hatten Ambitionen in dieser Richtung. Viele innerhalb der Partei glaubten, dass Habeck letztlich bessere Chancen hätte. Wie bereits in einem Beitrag von HAINTZMedia beschrieben, beunruhigt die grüne Vorliebe für einen Staat, der stark moralisch urteilt, viele Bürger, die befürchten, dass politische Entscheidungen zunehmend in ihre privaten Lebensbereiche eingreifen könnten – angefangen bei Regelungen für Heizungskeller. Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Umfragezahlen der Partei wider. Nach den jüngsten Erhebungen des Forsa-Instituts steht die Partei nur noch bei 11 Prozent. Angesichts eines solchen Ergebnisses erübrigt sich die Frage nach dem Kanzleramt.

Warum sich Baerbock ausgerechnet in einem TV-Interview mit CNN dazu entschieden hat, der Welt ihre Entscheidung mitzuteilen, anstatt die Frage von Reporterin Christiane Amanpour einfach abzumoderieren, wie es sie und alle anderen Grünen in den letzten Monaten bei anderen Themen routinemäßig getan haben, bleibt fraglich. Dieser Weg wirkt mindestens eitel und könnte als seltsame Selbstüberhöhung interpretiert werden. Dieser Eindruck verstärkt sich, während man ihrer Begründung lauscht.

Baerbock erklärte, dass es in diesen „extremen Zeiten staatspolitischer Verantwortung“ für sie als Außenministerin bedeutet, ihre Kraft voll und ganz der Aufgabe zu widmen, Vertrauen, Kooperation und verlässliche Strukturen weltweit und in Europa aufzubauen, statt an eine Kanzlerkandidatur gebunden zu sein. Im Wahlkampf wolle sie jedoch alles tun, um ihre Partei zu unterstützen, versicherte Baerbock weiter.

„Die Welt ist offensichtlich eine ganz andere als zur letzten Bundestagswahl”

„Im Lichte des russischen Angriffskriegs und nun auch der dramatischen Lage im Nahen Osten braucht es nicht weniger, sondern mehr Diplomatie. Sonst füllen die Lücke andere.”

Annalena Baerbock / Tagesschau

Die Führungsspitze der Grünen lobt Baerbocks Entscheidung

Die beiden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge und Britta Haßelmann, äußerten auf der Plattform 𝕏, dass es in dieser Zeit verantwortungsvoll ist, dass Baerbock ihre Konzentration auf die Außenpolitik richtet. Auch Habeck teilte der Nachrichtenagentur dpa am Rande eines Termins in Dortmund mit, Sie mache „einen hervorragenden Job als Außenministerin”. Haßelmann kommentierte: „So ist ABaerbock […] eine Teamspielerin durch und durch.”

Beide lobten Baerbock außerdem für ihre kooperative Haltung. Katharina Dröge betonte, wie froh sie sei, dass wir so eine Außenministerin haben, „die von der Ukraine bis Nahost – international so hohes Vertrauen genießt.“

Baerbocks Ankündigung als Kanzlerkandidatin sorgt für Spott und Diskussionen

Die Grünen-Spitze lobt sich gern gegenseitig für ihre verantwortungsvolle Haltung und ihr starkes Teamplay, obwohl die öffentliche Wahrnehmung ganz anders ausfällt. Selbst mit historischem Abstand lässt sich objektiv kaum behaupten, dass Baerbock’s letzte Kandidatur besonders erfolgreich verlaufen ist. Innerhalb von knapp fünf Monaten zwischen ihrer Nominierung als erste Kanzlerkandidatin der Grünen und der Bundestagswahl sank der Zustimmungswert ihrer Partei nahezu um die Hälfte – von 28 Prozent in den April-Umfragen auf 14,8 Prozent im Wahlergebnis. In dieser Zeit gab es einige unglückliche Auftritte, eine geschönte Biografie und vor allem ein desaströses Krisenmanagement.

Seit Baerbocks eher unscheinbarer Ankündigung ist das Schlagwort „Kanzlerkandidatin“ in den 𝕏 Trends aufgetaucht. Viele Nutzer machen sich über die Bedeutungslosigkeit dieser Nachricht lustig und fragen sich, ob sie tatsächlich eine Schlagzeile wert sei für eine Partei, die irgendwo zwischen 10 und 13 Prozent liegt.

Der User TheRealTom postet zum Tagesschaubeitrag: „Realsatire, nicht mehr zu toppen.”

Eine weitere Reaktion auf die Eilmeldung des FOCUS kommt von einer Nutzerin mit dem Synonym FreifrauvonFranken, die sich fragt, ob die User bemerken, für wie blöd sie „diese Grüne Sekte“ hält. Sie kritisiert, dass Baerbock ihren Rücktritt als Opfer für Deutschland darstellt, obwohl die Partei nur bei
11 % liegt.

Ein 𝕏-Teilnehmer mit dem Usernamen Ben Brechtken bedauert, dass Annalena Baerbock nicht erneut als Kanzlerkandidatin antreten wird, und erinnert an die mediale Auseinandersetzung um ihren Lebenslauf und das Plagiatbuch im letzten Wahlkampf. Er äußert die Erwartung, dass Robert Habeck mit wirtschaftlichen Fehlentscheidungen und einem chaotischen Wahlkampf ähnliche Probleme haben wird. Währenddessen könne Baerbock, gelassen von der Seitenlinie aus, mit ihrer erfolgreichen Außenpolitik und einem möglichen Friedensnobelpreis glänzen, während Habeck mit seiner Degrowth-Politik sowohl die Wirtschaft als auch die Wahlergebnisse der Grünen beeinträchtige.

Angesichts des Ukrainekriegs und der dramatischen Lage im Nahen Osten ist klar: Mehr Diplomatie ist dringend notwendig. Ob Annalena Baerbock dieser Herausforderung gewachsen ist und ob sie in der nächsten Wahlperiode weiterhin als Außenministerin tätig sein wird, bleibt ebenso offen wie die Ergebnisse der Bundestagswahl 2025.

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Janine Beicht

Janine Beicht ist gelernte Kommunikationsdesignerin, arbeitet aber seit 2020 im Gesundheits- und Sozialwesen. Als Aktivistin engagiert sie sich besonders auf dem Gebiet der Psychologie unter dem Aspekt der jeweiligen politischen Machtinteressen.

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