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Der Phantom-Rassismus der Woken

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Woke-Linke erfinden Rassismen, wo gar keine existieren, und diffamieren harmlose Fragen wie „Wo kommst du her?“ als ausländerfeindlich, obwohl sie in der Praxis zu positiven Gesprächen führen. Diese überhebliche Haltung ignoriert echte Opfer und macht Unbeteiligte zu Tätern.
Zusammengefasst

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Die Selbstgewissheit, endlich auf der richtigen Seite von Moral und Geschichte zu stehen, ist bei den Wokelinken am ausgeprägtesten. Als wollten Dörte-David und Emil-Evelina sich und der Welt beweisen, dass auch sie höchstpersönlich Adolf Hitler überwunden und besiegt hätten. Frei nach dem allseits bekannten Motto: „Je länger das Dritte Reich zurückliegt, desto größer ist der Widerstand dagegen.“ Dieser Placebo-Widerstand ist so wirkungsvoll wie ein Aschenbecher auf einem Motorrad und hilft keinem einzigen, der wirklich Opfer von echtem Rassismus ist, auch nur einen Dezimeter weiter. Diese Zeilen schreibt jemand, der lange Zeit in Nürnberg gelebt hat und jeden einzelnen Anschlagsort des NSU kennt. Bis heute erinnern Blumen und ein Gedenkstein an die Ermordung von Ismael Yasar in der Scharrerstraße unweit des kleinen Supermarktes mit dem „E“ am Anfang. Steht man davor, so ergibt der Satz „kein Opfer ist je vergessen“ augenblicklich Sinn.

Doch mit politisch korrekten Worten und einem Dinkel-Müsli mit laktosefreier Ziegenmilch und einem Kaffee von der Kopi-Luwak-Katze ist keinem Opfer, ob potentiell oder tatsächlich, und keinem Angehörigen geholfen. Während sich nicht wenige Ausländer in einen kruden Unterschichtenstolz flüchten, um ihre zunehmende Abwesenheit von Bildung zu zelebrieren, kommt von Linkswoke dafür nicht minder krudes Verständnis. Dabei verachten diese Ausländer Soja-Senta und Hirse-Hanno aus der Mittelmaß-Mittelschicht zutiefst. Sie sind die nützlichen Idioten der schleichenden Machtübernahme und merken nicht mal, dass sie gerade in Siebenmeilenstiefeln in Richtung Schlachtbank begleitet werden. Selber schuld. 

Sie kreieren Rassismen, die gar keine sind. Mein Lieblingsbeispiel ist der Satz „Wo kommst du her?“, der laut Universitätsabsolventen ausländerfeindlich sein soll. Ich bin viel unterwegs und habe mir seit zwei Jahren zur Aufgabe gemacht, diesen Satz bei ausländisch anmutenden Menschen einfach anzuwenden. Nicht ein einziges Mal, ich schwöre bei meinem Vater, pikierte ich mit diesem Satz den Empfänger. Es war stets der Beginn eines mal mehr, mal weniger langen Gesprächs; ich blickte in strahlende, offene Augen, weil ich interessiert war.

Echte Opfer sind egal, während Unbeteiligte zu Tätern gemacht werden 

Jüngstes Beispiel, Frankfurt-Westend, vergangenes Wochenende. Ich wollte in meinem Stammhotel Frühstück hinzubuchen. Der Portier sah etwas dunkler aus, als der autochthone Durchschnitt, also fragte ich, weil ich interessiert war, wie er heiße und wo er herkomme. Ich antwortete und sagte gleiches von mir. Wir lächelten uns an, gaben uns die Hand, ich weiß nun, dass er Yussuf heißt und aus Syrien stammt und er ist im Bilde, dass mein Name Julian ist und ich gelernter Franke bin. Für diesen simplen Akt benötige ich keinen zu Tode akademisierte Soziologie-Unsinn aus der Uni Wokistan und keine Belehrung von Lehramtsgeschädigten, dass der Satz „Wo kommst du her“ rassistisch sei. Wer so denkt, unterstellt menschenzugewandten Leuten per se Ausländerfeindlichkeit, das heißt, sie hegen ein tiefes Misstrauen in die Selbstbestimmung der Menschen. Mit Humanismus, der ansonsten bei jeder Gelegenheit proklamiert wird, zumindest in der Theorie, hat das nichts zu tun. Mit der Praxis haben es die an déformation professionnelle erkrankten Leftis ohnehin nicht so. 

Daher empfinde ich diese Selbstsicherheit von Linkswoke, auf der richtigen Seite von Moral und Geschichte zu stehen, nicht nur intellektuell unterbelichtet, sondern geradezu überheblich. Ich habe keine Ahnung, ob ich auf der richtigen Seite stehe; ich hoffe es mal, aber sicher bin ich mir nicht. Was vielen Linken fehlt, ist die Demut vor sich selbst und dem anderen, sich einzugestehen, dass man sich auch mal täuscht. Mit dem Phantom-Rassismus haben sie die passende Projektionsfläche gefunden. Wie die alte Dame, der über die Straße geholfen wird, obwohl sie gar nicht über die Straße wollte, bauen sich Hafer-Helga und Mandelmilch-Manfred als moralische Letztentscheider auf, als Richter über gut oder böse, rassistisch oder nicht, moralisch falsch oder unbedenklich, richtig oder falsch. Echte Opfer bleiben Opfer und Unbeteiligte werden zu Tätern gemacht. Wenn es laut Adorno kein richtiges Leben im falschen gibt, dann läuft bei Linkswoke wirklich alles falsch, was falsch laufen kann.

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Julian Marius Plutz

Julian Marius Plutz ist 1987 geboren und Publizist, u.a. für Ansage, Weltwoche, Sandwirt und die Jüdische Rundschau. Zu seinen Themenschwerpunkten gehören neben dem politischen Zeitgeschehen: Ökonomik, jüdisches Leben und die LGBTQ-Ideologie.

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