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Applaus trotz Gewalt: Maja T. im Rampenlicht
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Wenn Täter zu Symbolen werden: Der angebliche „Antifaschismus“ als Freibrief

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Markus Haintz
Psyche und politiche Verfolgung
ntv löscht Fake-News-Beitrag
Was andernorts als Terror gelten würde, wird in Deutschland zur demokratischen Pflicht erklärt. Die politische Richtung entscheidet über Empörung oder Applaus.
Zusammengefasst

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Der Fall Simeon „Maja“ T. und die aktuelle Lage in Deutschland legen eine tiefe ideologische Schieflage offen, in der Gewalt je nach politischer Verortung unterschiedlich bewertet wird. Am 4. Februar 2026 verurteilte das Budapester Stadtgericht den 25-jährigen non-binären T. aus Jena zu acht Jahren Haft wegen versuchter lebensgefährlicher Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Als erwiesen galt die Beteiligung an gezielten Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextremisten im Februar 2023 in Budapest. HAINTZmedia berichtete über diesen Fall.


Mehr Hintergründe zu diesem Thema erhalten Sie in weiteren Artikeln von HAINTZmedia – direkt hier weiterlesen.

Die Taten der sogenannten »Hammerbande« oder »Antifa Ost« umfassten Überfälle mit Teleskopschlagstöcken, Gummihämmern und Pfefferspray. Neun Menschen erlitten schwere Verletzungen, darunter Schädelbrüche, tiefe Schnittwunden, Knochenbrüche und lebensbedrohliche Traumata. Die Angreifer gingen davon aus, ihre Opfer hätten am „Tag der Ehre“ teilgenommen, einer Veranstaltung mit regelmäßigem rechtsextremem Milieu. T. wurde vorgeworfen, an zweien dieser Angriffe beteiligt gewesen zu sein.

Trotz der Schwere der Taten löste das Urteil in Deutschland keine Verurteilung der Gewalt aus, sondern eine Welle der Solidarisierung. »Bundesweit« fanden am Tag der Verkündung und danach Demonstrationen in Städten wie Berlin, Hamburg, Leipzig, Dresden und Nürnberg statt, auf denen „Free Maja“ und „Free all Antifas“ skandiert wurde. Die Forderungen bezogen sich nicht auf faire Verfahren oder Milderung, sondern auf vollständige Freilassung.

Politische und mediale Solidarisierung statt Distanzierung

Zahlreiche Akteure rechtfertigten die Gewalt offen oder indirekt. Der Freiburger Ableger der „Studis gegen Rechts“ erklärte im Juli 2025, T. kämpfe für die Freiheit. Gewalt wird damit nicht nur relativiert, sondern ideologisch legitimiert. Entscheidend erscheint allein der Zweck und nicht die Tat.

„Antifaschismus ist kein Verbrechen! Maja kämpft nicht nur für die eigene Freiheit, sondern für uns alle. Denn wo Faschismus um sich greift, sind wir alle bedroht.“

Auch aus der Politik kam Unterstützung, die weit über einzelne Solidaritätsbekundungen hinausging und den Fall offen politisierte. So erklärte die Linksfraktion im EU-Parlament offen auf 𝕏:

„Anti-Faschismus ist kein Terrorismus, sondern eine demokratische Pflicht.“

»The Left in the European Parliament | 𝕏«

Politiker bezeichneten den Prozess als politisch motiviert und als Farce. Teile von »Linken«, »Grünen« und »SPD« forderten sogar eine Rücküberstellung nach Deutschland. Prominente Vertreter setzten sich für bessere Haftbedingungen ein, während »der Vater« des Verurteilten Protestmärsche organisierte.

Auch viele Medien verschoben parallel den Fokus. Die Opfer der Überfälle verschwanden nahezu aus der Berichterstattung, während T. primär als non-binäre Aktivistin und angebliches Opfer staatlicher Willkür dargestellt wurde. Haftbedingungen und Menschenrechtsvorwürfe dominierten. Die »taz« schreibt sogar:

„Unrecht im Recht. […] Der Fall Maja T. wirft die Frage auf, wie wir uns als Gesellschaft gegen Autoritarismus und Rechtsextreme an der Macht wehren können. […] Wo Recht zu Unrecht wird, ist Widerstand Pflicht.“

Screenshot »taz«

Die Brutalität der Taten rückt somit in den Hintergrund. Gewalt wird sprachlich zur „Gegengewalt“ und der Täter zum Opfer umgedeutet.

Ideologische Blindheit und der doppelte Maßstab

Diese selektive Empörung verweist auf ein tiefer liegendes Problem. Der sogenannte Antifaschismus fungiert zunehmend als moralischer Freifahrtschein. Wer sich dieses Labels bedient, gilt automatisch als legitimiert, und selbst schwerste Gewalt wird entschuldigt. Wer hingegen als „rechts“ markiert wird, verliert faktisch den Anspruch auf Schutz. Geschichte wird auf einfache Gut-Böse-Muster reduziert, moralische Selbstvergewisserung ersetzt Analyse.

Der eigentliche Skandal liegt natürlich nicht im ungarischen Urteil, sondern in der deutschen Bereitschaft, massive Gewalt gegen Menschen ideologisch zu adeln. Acht Jahre Haft gelten als Unrecht, und zwar wegen der Gesinnung des Täters und nicht wegen der Tat an sich.

Gewalt von links wird also verharmlost, Kritik diffamiert, Realität umgedeutet. Simeon T. wird zu „Maja“, Täter werden zu Opfern stilisiert. Wo der angebliche Antifaschismus zur Allzweckwaffe wird, folgen Selbstjustiz, Spaltung und der Verlust des Rechtsstaatsverständnisses zwangsläufig. Der angebliche Antifaschismus legitimiert dabei paradoxerweise genau die Mechanismen des Faschismus, die er vorgibt zu bekämpfen. Deutschland misst mit systematisch zweierlei Maß – und das nicht erst seit gestern.

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Janine Beicht

Janine Beicht ist gelernte Kommunikationsdesignerin, arbeitet aber seit 2020 im Gesundheits- und Sozialwesen. Als Aktivistin engagiert sie sich besonders auf dem Gebiet der Psychologie unter dem Aspekt der jeweiligen politischen Machtinteressen.

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