Eine Berufsschule in Nordrhein-Westfalen präsentiert sich stolz als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Ein moralisches Zertifikat, das eine Haltung signalisiert, die eine erstaunliche Diskrepanz zum Alltag in der Einrichtung offenbart. Während die Selbstdarstellung den Eindruck eines geschützten und respektvollen Lernumfelds vermittelt, berichten Betroffene von einem völlig anderen Bild. Eltern wie Schüler schildern Erfahrungen, die nicht zu einem Ort passen, der sich öffentlich als couragiertes Gegengewicht zu Diskriminierung versteht. Der aktuelle Fall eines 16-Jährigen, der monatelang gemobbt wird und dessen Mutter erst nach 53 Fehlstunden informiert wird, ist nur die Spitze eines jahrelang vergorenen Systems.
August 2025: Der Albtraum beginnt
„Im Sommer 2025 wechselt der 16-Jährige auf die Berufsschule, in der ein großer Teil der Klasse einen Migrationshintergrund hat. Bereits nach wenigen Tagen wird er aufgrund seiner „anderen“ Herkunft zum Außenseiter, obwohl er an seiner bisherigen Schule stets ein sehr beliebter Junge war. „Eine dominante Person“ übernimmt laut seiner Aussage die Regie, hetzt die anderen auf, die ihm daraufhin das Handy und Sachen entreißen, wegrennen, ihn im Kollektiv auslachen und ihn auch dann noch verfolgen, wenn er sich zurückziehen will. Selbst als er im Unterricht seinen Berufswunsch nennt, wird er von allen vor dem Lehrer verspottet.
Die Lehrkraftr greift ein einziges Mal ein, lobt den Berufswunsch vor der Klasse. Kurzfristig wird es besser. Der Junge erzählt seiner Mutter, alles sei wieder in Ordnung. Sie glaubt ihm, fragt regelmäßig nach, erhält beruhigende Antworten. In Wahrheit geht das Mobbing nahtlos weiter. Der Junge ist so eingeschüchtert, dass er weder den Lehrern noch seiner Mutter die Wahrheit sagt. Er hat sehr viel Angst davor, als Petze zu gelten und dann erst recht Prügel zu bekommen. Stattdessen flieht er: Er kommt später, geht früher, bleibt manchmal komplett weg.
Drei Monate Schweigen der Schule
Die Schule bemerkt die Fehlzeiten. Sie unternimmt jedoch nichts. Kein Anruf, keine Mail, keine Mitteilung an die Mutter. Die einzige Reaktion überhaupt ist eine Antwort des Klassenlehrers Herrn P. vom 11. November 2025 auf eine Mail der Mutter, in der er sich über die Verspätungen beschwert, die nach Angabe des Schülers durch die Unpünktlichkeit der öffentlichen Verkehrsmittel entstehen. Seine Antwort lautet sinngemäß: Er werde noch einmal mit dem Kind sprechen, wie man pünktlich und zuverlässig am Unterricht teilnimmt. Danach wieder absolute Funkstille.
Erst am 27. November 2025, als bereits 42 unentschuldigte Fehlstunden zusammengekommen sind, erhält die Mutter darüber ein Schreiben der Schule. Zusätzlich wird sie darüber informiert, dass ihr minderjähriger Sohn Leistungsüberprüfungen verpasst hat und künftig Atteste vorlegen soll. Als Tipp wird empfohlen, doch die S-Bahn zu nehmen, in einer Stadt, in der es keine S-Bahn gibt.
Der sarkastische Brief der Mutter vom 2. Dezember 2025
Die Mutter fordert die vollständige Fehlstundenliste, erhält sie und stellt fest: Es sind bereits 53 Stunden. Sie konfrontiert ihren Sohn, der endlich zusammenbricht und alles erzählt. Daraufhin schreibt sie den Brief, der die gesamte Verlogenheit der Schule entlarvt:
„Es ist tatsächlich hilfreich, nach bereits 42 angesammelten Fehlstunden endlich einmal über den Verbleib meines minderjährigen Sohnes informiert zu werden. In einer Welt, in der Schulen üblicherweise zeitnah melden, wenn ein Schüler nicht erscheint, ist Ihr besonders zurückhaltender Kommunikationsstil sicherlich etwas Außergewöhnliches. Ich hätte ihn beinahe übersehen, so selten war er. […] Besonders aufschlussreich fand ich den Hinweis, [Mein Sohn] solle künftig die S-Bahn nutzen. Eine interessante Idee, vor allem vor dem Hintergrund, dass in der Stadt, in der sich Ihre Schule befindet, keinerlei S-Bahn verkehrt.“
Brief der Mutter an die Schule (liegt der Redaktion vor)
Sie stellt fünf konkrete Fragen, darunter, warum sie nicht früher informiert wurde, warum Herr P. auf Mails nicht mehr reagiert und auf welcher Grundlage die Schule überhaupt Forderungen stellen darf, während sie ihren eigenen Pflichten nicht nachkommt.
Die Antwort: „Rufen Sie doch im Büro an“
Der Klassenlehrer soll lediglich geantwortet haben, die Mutter möge sich doch im Büro melden. Die Mutter antwortet mit einer Mail, die vor gerechtem Zorn kocht, da sie die Antwort als Abwiegelung einordnete, zumal die Elternkommunikation laut eigener Aussage schon wiederholt äußerst mangelhaft verlaufen sei. Sie macht deutlich, dass ihr Sohn aus Angst fehle, nicht aus Desinteresse:
„Es geht um viel mehr! Warum stellt sich niemand bei Ihnen die Frage, warum ein Schüler derartig oft nicht auftaucht??? Warum implizieren Sie, dass ich davon gewusst hätte, indem Sie künftig Atteste verlangen, obwohl ich [meinen Sohn] täglich losgeschickt habe und davon ausgegangen bin, dass er in der Schule ist, weil es schließlich niemand Ihrerseits fertig gebracht hat, zeitnah Rückmeldung zu geben und zwar am besten schon im September, bevor es zu derartig vielen Fehlzeiten kommt? ES IST ERNST, SEHR ERNST! Zumindest 1 Frage kann ich Ihnen nun nach mehreren Gesprächen mit meinem Sohn mitteilen: Es gibt Mobbing an Ihrer Schule, welches Sie entweder bewusst ignorieren und verharmlosen oder nicht wissen, was in Ihren Schulklassen und dem Pausenhof abgeht! Welches ich davon schlimmer finde, kann ich nicht sagen! Ich will, dass die Schule Verantwortung übernimmt! Ich will, dass mich jemand anruft und ich nicht darum betteln muss! […] Wenn ich oben auftauchen muss, wird’s ungemütlicher!“
Email der Mutter an die Schule (liegt der Redaktion vor)
Am Ende der Mail drohte sie aus Verzweiflung und Hilflosigkeit mit der Einschaltung von Presse und Anwalt.
Ein Ruf, der nicht zufällig ist
Die Erfahrungen der Mutter decken sich mit zahlreichen öffentlich einsehbaren Google-Rezensionen früherer Schüler. Schüler und Eltern berichten seit Jahren von einem Klima der Angst, der Willkür und der offenen Diskriminierung. Ein ehemaliger Schüler schildert:

Eine weitere Schülerin schreibt, sie habe so etwas unprofessionelles schon lange nicht mehr erlebt. […]

Eine weitere Schülerin berichtet von offener Diskriminierung und der Erfahrung, dass sich niemand als Ansprechpartner anbietet, da alle ähnlich denken.

Und ein fünfter Schüler beschreibt die Erfahrungen vieler Mitschüler mit mangelnder Mitsprache und organisatorischem Chaos.

Diese öffentlich einsehbaren Erfahrungsberichte stehen im klaren Widerspruch zu dem Anspruch, eine Schule ohne Rassismus und mit Courage zu sein. Die hier aufgeführten fünf Beispiele sind nur ein Ausschnitt; zahlreiche weitere Berichte belegen denselben Missstand. Das ist also kein Einzelfall. Das ist das System Ennepetal.
Das Gespräch
Auf die Beschwerde der Mutter bietet Direktorin Frau Westermann persönlich einen Termin am Montag, den 8. Dezember 2025 um 9 Uhr an und versichert, das Problem ernst zu nehmen. Die Mutter erscheint voller Hoffnung, zusammen mit ihrem Sohn und dem Klassenlehrer. Doch alle Erwartungen werden bitter enttäuscht. Die Direktorin beginnt zwar höflich, kommt aber sofort auf den Punkt: Mutter und Sohn trügen selbst die Verantwortung für die Anwesenheit. Die Mutter entgegnet, sie schicke ihren Sohn jeden Morgen los, könne aber nichts tun, wenn die Schule sie nicht informiere. Sie wiederholt, dass ihr Sohn wegen Mobbing und Angst fehle. Statt klarer Lösungen begegnet der Mutter, dem Sohn und dem Klassenlehrer nur Ratlosigkeit: Die Direktorin fragt ratlos:
„Was sollen wir jetzt da tun?“
Zitat der Direktorin nach Wortlaut der Mutter
Die Mutter fordert Konsequenzen für die Täter und Entschuldigung der 53 Stunden. Beides wird kategorisch abgelehnt. Stattdessen wird dem Opfer die Schuld zugeschoben: Der betroffene Schüler habe das Angebot nicht genutzt, zur Sozialarbeiterin oder ins Lehrerzimmer zu gehen. Die Direktorin erklärt einen 16-Jährigen für erwachsen genug, um alleine klarzukommen. Auf die Frage, wie die Schule reagieren würde, wenn dem Jungen auf dem Schulweg etwas zustieße, lautet die Antwort:
„Da können wir eh nichts machen.“
Zitat der Direktorin nach Wortlaut der Mutter
Pünktlich zum Pausenklingeln wird die Mutter plötzlich hinauskomplimentiert, mit der Drohung von Bußgeldverfahren und dem Rat, doch einfach eine andere Schule zu suchen. Die Mutter verlässt das Sekretariat außer sich vor Wut, nennt die Direktorin unmöglich und unfähig und kündigt anwaltliche Schritte an. Ihr Sohn will nur noch weg, weil er sich nach diesem Auftritt der Schulleitung nicht mehr sicher und im Stich gelassen fühlt.
„Jetzt wissen die doch Bescheid, aber ehrlich, an den Reaktionen sieht man voll, dass es auch nix gebracht hätte, wenn ich früher was gesagt hätte. Und jetzt fühl ich mich noch unsicherer, weil die mich einfach komplett im Stich lassen. Am liebsten würde ich sofort die Schule wechseln.“
Zitat des Sohnes nach Wortlaut der Mutter
Stellungnahme der Schule
Auf Anfrage der Redaktion weist die Schulleitung sämtliche Vorwürfe zurück. In ihrer schriftlichen Antwort erklärt die Schule, die Häufung der Fehlstunden habe „nicht erahnen lassen“, dass ein Zusammenhang zu Mobbing bestehen könnte. Die Mobbingvorwürfe seien der Schule „erst am 03.12.2025“ durch eine E-Mail der Mutter bekannt geworden; unmittelbar danach habe man dem Schüler „ein diskretes Unterstützungsangebot“ durch Klassenlehrer und Schulsozialarbeit unterbreitet. Ordnungsmaßnahmen gegen beteiligte Schüler würden eingeleitet, sobald Vorwürfe konkret würden.
„Die Reihung der Fehlzeiten des Schülers ließ nicht erahnen, dass es sich um Absentismus in Folge von Mobbing handelt. Die Schule nahm Kontakt zu der Erziehungsberechtigten zunächst wegen gehäufter Fehlzeiten auf. […] Von Seiten der Schule wurde der Schüler letzte Woche und heute wieder ermutigt, sich bei Mobbingproblemen an das Beratungsteam, die mit Schweigepflicht versehene Schulsozialarbeit und/oder die Klassenlehrer zu wenden. Selbstverständlich und regelmäßig werden Mobbingverdachtsfälle durch Kolleginnen und Kollegen verfolgt, wenn sie wahrgenommen werden können. […] Sobald sich die Vorwürfe konkretisieren, drohen den am Mobbing beteiligten Schülern Ordnungsmaßnahmen.“
Antwort Westermann (Schulleitung)
Auffällig bleibt jedoch, dass die Stellungnahme keinerlei Hinweise darauf enthält, weshalb die Schule über Monate hinweg nicht bemerkte, dass ein Schüler ausgegrenzt wird, oder weshalb bei einem minderjährigen Jugendlichen mit wiederholten Fehlzeiten nicht nach möglichen Ursachen gefragt wurde. Stattdessen verweist sie auf allgemeine interne Verfahren. Die Schulleitung behauptet zwar, man habe die Mutter mehrfach kontaktiert, insgesamt einmal im September und viermal seit Ende November, doch nach Darstellung der Mutter bezog sich keiner dieser Kontakte zu irgendeinem Zeitpunkt auf das Ausmaß der Fehlzeiten oder ein mögliches Problem dahinter. Aus den vorliegenden E-Mails ergibt sich vielmehr, dass die schulischen Rückmeldungen sich nahezu ausschließlich auf organisatorische Themen beschränkten: Das Praktikum des Schülers sowie Hinweise zur Pünktlichkeit, bis zur ersten Kontaktaufnahme nach drei Monaten. Nach Angaben der Mutter handelte es sich beim ersten Kontakt im September lediglich um einen Rückruf, den sie selbst veranlasste, weil sie das Sekretariat zur Krankmeldung ihres Sohnes nicht erreichen konnte.
Die Direktorin verweist in ihrer Antwort auf eine Stundenplan-App für die Schüler, über die Eltern Fehlzeiten einsehen könnten.
„Die Schüler und Schülerinnen können über die Stundenplan-App ihre Fehlzeiten jederzeit einzeln und im Überblick einsehen. So können die Eltern sich die Zeiten zeigen lassen. Darüber wird bei Elternabenden und Elternsprechtagen informiert. (Die Mutter hat keinen Elternabend und keinen Elternsprechtag der Schule besucht.)“
Antwort Westermann (Schulleitung)
Diese Darstellung steht im Widerspruch zu der Angabe der Mutter, die äußert, sie sei über die App weder auf der Homepage der Schule informiert worden noch außerhalb der offiziellen Sprechtage darüber unterrichtet worden. Da sie am einzigen Elternabend des Schuljahres sowie am Elternsprechtag terminlich verhindert war, blieb ihr dieses Angebot vollständig unbekannt.
Zur Frage der Eigenverantwortung betroffener Schüler betont die Schule, man habe den Jungen ermutigt, sich an Sozialarbeit oder Klassenleitung zu wenden. Die Schulleitung bestreitet zudem, die Aussage getätigt zu haben, man könne im Fall möglicher Gefährdung „eh nichts machen“. Die Mutter hingegen bestätigt, dass dieser Satz im Gespräch am 8. Dezember wörtlich gefallen sei. Die Schule hierzu:
Diese Aussage ist weder von der Schulleiterin noch von den Klassenlehrern getätigt worden. Wir haben ein sehr aktives und erfolgreiches SV-Team, ein Beratungsteam und zwei Schulsozialarbeiterinnen an der Schule. Diese Personengruppen arbeiten mit Klassen und mit Einzelnen Nöte und Ängste erfolgreich auf und stellen diese damit ab.
Antwort Westermann (Schulleitung)
Zur Prävention verweist die Schulleitung ausführlich auf bestehende Strukturen: zwei Schulsozialarbeiterinnen mit offenen Sprechstunden, ein Beratungsteam, regelmäßige Sozialtrainings mindestens einmal pro Quartal, Teambuilding-Phasen zu Beginn jedes Schuljahres sowie ein angeblich „offenes“ Beschwerdemanagement, bei dem die Tür der Schulleiterin jederzeit offenstehe. Diese Maßnahmen sollen nach Darstellung der Schule sicherstellen, dass Konflikte früh erkannt und Mobbingfälle zuverlässig abgefangen werden. Die Schule betont, dass diese Teams eng mit Klassenleitungen und Schulleitung zusammenarbeiten und Mobbingverdachtsfälle „regelmäßig verfolgt“ würden, sofern sie wahrnehmbar seien. Zudem verweist die Schulleitung darauf, dass Schülerinnen und Schüler über Sozialtrainings, Klassenregeln, niedrigschwellige Anlaufstellen und die angebliche Präsenz der Sozialarbeit im Klassenalltag kontinuierlich auf Prävention und mögliche Hilfsangebote hingewiesen würden.
Am Berufskolleg Ennepetal gibt es Personengruppen mit offenen Sprechstunden, die sich zudem durch die Klassen bewegen (Schulsozialarbeit mindestens einmal pro Quartal in Form von Sozialtraining) […]. Sie betonen, wer zur vertraulichen Beratung befugt ist. Diese Gruppen stehen im engen Austausch mit Klassenleitungen und bei Bedarf mit der Schulleitung. Zu Beginn eines jeden Schuljahres werden in allen neuen Klassen Teambuildings durchgeführt und Klassenregeln erarbeitet. Bei Bedarf, z. B. bei Konflikten im Schulalltag, bietet die Schulsozialarbeit spezielle Programme mit den Klassen an. Die Schulleiterin ist über ihr offenes Tür-Konzept Teil des bekannten Beschwerdemanagements.
Antwort Westermann (Schulleitung)«
Was allerdings komplett ausgeblendet bleibt, ist die real existierende Angst der Betroffenen: die Furcht, als „Denunziant“ abgestempelt zu werden und dafür (weitere) Prügel oder andere Repressalien zu kassieren, ein Risiko, das im Schulalltag längst kein abstraktes Szenario ist. Zwar unterliegen die genannten Anlaufstellen der Schweigepflicht, doch beantwortet die Schulleitung nicht die entscheidende Frage: Wie soll ein Kind diese Strukturen nutzen, wenn es aus Angst vor weiteren Angriffen schlicht nicht den Mut hat, sich zu öffnen? Und wie will die Schule in solchen Fällen überhaupt reagieren, wenn ein Kind sich gar nicht freiwillig zeigt, sondern schweigend durch den Alltag stolpert?
Das bittere Fazit
Eine Schule, die mit dem Label für antirassistische Bildung und gesellschaftlichem Engagement wirbt, sieht sich nun massiven Vorwürfen gegenüber: Ein Mobbingopfer berichtet von monatelanger Ausgrenzung, massive Fehlzeiten wurden erst nach drei Monaten kommuniziert, und die Mutter fühlte sich von der Schulleitung im Stich gelassen. Die Schulleitung hingegen betont, dass die Vorwürfe erst kürzlich bekannt wurden, dass Schüler Unterstützung durch Schulsozialarbeit und Beratungsteams angeboten wurde und dass Präventionsmaßnahmen bestünden.
Trotz dieser offiziellen Darstellung bleibt unklar, wie die Schule gewährleisten kann, dass Kinder, die aus Angst vor weiteren Übergriffen nicht von sich aus Hilfe suchen, tatsächlich geschützt werden. Auch bleibt die Frage unbeantwortet, wie auf wiederholte Fehlzeiten und Anzeichen von Mobbing zeitnah reagiert wird.
Ennepetal ist kein Einzelfall. Die Vorfälle legen offen, wie groß die Kluft zwischen den hochtrabenden Bekenntnissen der Schule und dem tatsächlichen Umgang mit Schülern ist. Wer nicht auffällt, wird im Stich gelassen. Maßnahmen und Sozialarbeit existieren auf dem Papier, in der Realität bleiben sie jedoch wirkungslos, insbesondere, wenn die Betroffenen aufgrund von Angst und Einschüchterung stumm bleiben.
2 Antworten
Dazu empfehle ich das Video von Nius zur ARD-Propaganda gegen farbige Menschen, abartiger geht es nicht mehr und vorallem, wer diskriminiert hier wem im Land?
https://www.youtube.com/watch?v=Y0u5wLabh0I
>> FUNDSACHE zum Thema – aus der Reichshauptstadt: Berliner Ghettos <<
+ + + Wie Araber und Türken deutsche Schüler mobben + + +
Die Zustände an Berlins Problemschulen standen am Wochenende im Mittelpunkt einer Gewerkschaftstagung. Dabei wurden haarsträubende Dinge geschildert. Wo ausländische Schüler in der Überzahl sind, steht Mobbing auf der Tagesordnung.
Mit dem brisanten Thema der „Deutschenfeindlichkeit“ an Berliner Schulen hat sich die Bildungsgewerkschaft GEW im Rahmen einer eintägigen Fachtagung in Berlin befasst. Anlass der Debatte ist ein Artikel in der GEW-Zeitschrift „blz“ – worin berichtet wurde, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund in manchen Schulen, in denen sie die Mehrheit bilden, durch „deutschenfeindliche“ Äußerungen und Mobbing von deutschen Mitschülern auffallen.
Wie der Alltag an Schulen in Brennpunktkiezen aussieht, berichtete Mechthild Unverzagt, Lehrerin an der Otto-Hahn-Gesamtschule in Nord-Neukölln: Die „Gettoisierung“ sei in den vergangenen Jahren „stark vorangeschritten“. Familien, die es sich leisten könnten und aus besseren Bildungsschichten kämen, hätten den Kiez bereits verlassen.
In der Schule lernten zu 80 Prozent Kinder nicht deutscher Herkunftssprache, die oft türkisch- oder arabischstämmig seien. Insgesamt kämen die Schüler eher aus „bildungsfernen Schichten“. Das treffe auch auf die wenigen Kinder deutscher Herkunftssprache zu. Tonangebend seien die arabisch- und türkischstämmigen Schüler, schon allein deshalb, weil sie die Mehrheit bildeten…
„Wenn es in der Schule Unterricht gibt, erleben diese Schüler Misserfolge, also tun sie alles, um diesen Unterricht nicht anfangen zu lassen“, so Unverzagt weiter. Der Boykott des Unterrichts und die Respektlosigkeit gegenüber den Erwachsenen bringen den Schülern „Punkte in ihrer Gruppe“. Mit ihrem Verhalten würden sie, so die Einschätzung der Lehrerin, ihr Selbstwertgefühl stärken. Unterricht sei das, was diese Schüler am wenigsten wollten. Ein strebsamer türkischstämmiger Schüler sei von seinen Schulkameraden als homosexuell diffamiert worden – wegen seiner Leistungsbereitschaft.
Wer Leistung bringen will, wird fertig gemacht
„Grundsätzlich wird alles gemobbt, was anders ist“, sagte Unverzagt. Vor allem leistungswillige Schüler würden diskriminiert. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um einen Schüler deutscher oder nicht deutscher Herkunft handele. Allerdings gebe es auch eine gewisse „Deutschenfeindlichkeit“, räumte Unverzagt ein. Die deutschen Schüler hätten alle Qualitäten von Opfern: Sie kämen zumeist aus zerrütteten Familien und seien in der Minderheit. Aus Angst vor Übergriffen durch andere Schüler versuchten sie, sich „unsichtbar zu machen“.
BEI INTERESSE setzen wir gern diesen BERICHT fort…
und vergleichen mit der SCHWEIZ …
Herzliche Grüße
Ihr und Euer
Georg & Team