Ein Bankkonto, das über Jahre hinweg selbstverständlich zum Alltag gehörte, wird plötzlich gekündigt. Ohne Begründung, ohne nachvollziehbare Erklärung. Betroffen ist ein deutsches Ehepaar, das seit 2019 in Ungarn lebt und seine Bankgeschäfte bei der größten Bank des Landes abwickelte.
Der Arbeitskreis deutschsprachiger Publizisten in Ungarn (AdPiU) hat dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht, die eine bemerkenswerte Kontokündigung durch die ungarische OTP Bank dokumentiert. Betroffen sind der Publizist Conny Axel Meier und seine Ehefrau. Der Arbeitskreis selbst sieht darin einen Vorgang von grundsätzlicher Bedeutung und stellt die Frage nach möglichen politischen Motiven hinter der Entscheidung.
Die nachfolgende Pressemitteilung dokumentiert den Sachverhalt und die daraus abgeleiteten Bedenken:
Pressemitteilung
Lengyeltóti (HU), den 26. Oktober 2026
Wie wir durch einen unserer Teilnehmer des am 3. Oktober 2026 neu gegründeten „Arbeitskreis deutschsprachiger Publizisten in Ungarn“ (AdPiU), dem Publizisten Conny Axel Meier, erfahren haben, wurden seiner Ehefrau Rita K. und ihm mit Schriftsatz vom 24. August 2026 ihre Bankverbindung, die sie seit vielen Jahren bei der größten Bank Ungarns, der OPT-Bank führten, mit einer Frist von 60 Tagen ohne Angabe von Gründen gekündigt. Die Kündigung betrifft ihr privates Basis-Girokonto, ihr Euro-Devisenkonto und ein Wertpapierdepot. Sachliche Kündigungsgründe, wie ungenehmigte Kontoüberziehung, laufende Strafverfahren, Geldwäscheverdacht, Gerichtsurteile, Betrugsversuche,Verstöße gegen die AML- bzw. KYC-Vorgaben und der Compliance-Regeln der MNB (Ungarische Nationalbank) liegen offensichtlich nicht vor. Auskünfte zu den Gründen wurden auch nach mehrfacher Rücksprache mit der OTP-Bank weder mündlich noch schriftlich erteilt.
Auf den daraufhin von der Ehefrau am 2. September schriftlich eingereichten Widerspruch reagierte die OTP-Bank weder innerhalb der von ihr gesetzten Frist von zehn Tagen, noch beantworteten sie ihn inhaltlich.
Drohung statt Antwort
Die verspätet am 25. September eingegangene Antwort der OTP-Bank vom 22. September enthält keinerlei Begründung der Kündigung, sondern im Wesentlichen nur die Drohung, gegen eine gesetzeskonforme transparente Veröffentlichung des Sachverhalts juristisch vorgehen zu wollen. Meier hat uns Einblick in die vorgenannten Schreiben gewährt. Wörtlich steht da auszugsweise:
„Wir haben Ihre Mitteilung zur Kenntnis genommen, dass Sie unsere Position veröffentlichen möchten. Wir raten Ihnen jedoch dringend davon ab, Ihre in unserem Antwortschreiben enthaltenen personenbezogenen Daten sowie Bank- und Wertpapiergeheimnisse zu veröffentlichen. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass wir zum Schutz personenbezogener Daten der Veröffentlichung der Namen und Unterschriften der Verantwortlichen und Unterzeichner nicht zustimmen. Darüber hinaus sind Sie verpflichtet, jeglichen Schaden zu tragen, der durch die Veröffentlichung des Schreibens entsteht.“
Die Verantwortung für die sachlich unbegründete Kündigung der Geschäftsbeziehung tragen nicht untergeordnete, lediglich ausführende Mitarbeiter, die nur das tun was ihnen befohlen wurde, sondern der Bankvorstand, vertreten durch deren Vorstandsvorsitzenden bzw. Präsidenten Sándor Csányi, den zweitreichsten Mann Ungarns. Anstatt politisch neutraler Kundenpflege, hält er es für sein Image wichtiger, die komplette erste ungarische Fußball-Liga, deren Wert nur etwa bei 180 Millionen Euro liegt, mit dem Namen seiner Bank zu schmücken. Insofern ist die zitierte Drohung substanzlos. Ein behaupteter „Schaden“ entsteht der OTP-Bank allenfalls durch den Verlust von guten Kunden, denen sie selbst grundlos das Konto gekündigt hat oder durch weitere Kontoinhaber, die das für die Zukunft befürchten müssen. Meier wird die Angelegenheit, wie er sagte, aus grundsätzlichen Erwägungen juristisch prüfen lassen, zumal alle EU-Bürger ein gesetzliches Anrecht auf ein Basiskonto haben, um ihre jeweils laufenden Lastschriften zu bedienen und eingehende Rechnungen fristgerecht zu bezahlen. Das gilt auch für das EU-Mitgliedsland Ungarn.
Meier ist zusammen mit seiner Ehefrau seit 2019 dauerhaft in Ungarn wohnhaft und sie schätzten die Freiheit, die Sicherheit und den Frieden in Ungarn, den die Orbán-Regierung bis zu den letzten Parlamentswahlen gewährleistete und fühlen sich im Land bisher sehr wohl. Sie hatten auch bis dato keinerlei Schwierigkeiten mit ungarischen Behörden, Banken oder Institutionen.
Im Gegenteil. Meiers in westeuropäischen linken Medien, NGOs und manchen Behörden kritisierte öffentliche Positionierung gegen den islamischen weltweiten Herrschaftsanspruch und seine Ablehnung der Invasion moslemischer Gotteskrieger nach Westeuropa stößt bei den allermeisten Ungarn auf Zustimmung, zumal ihr Land bereits über 150 Jahre bittere Erfahrung mit islamischer Fremdherrschaft gemacht hat, deren Verwüstungen noch immer an vielen historisch bedeutsamen Orten als sichtbare Warnung vor den Auswirkungen einer Islamisierung des Landes präsent sind. Dennoch sah er sich, wie er sagt, aus Sicherheitsgründen mittlerweile gezwungen, eine weitere offizielle Postadresse außerhalb der EU zuzulegen.
Die vermuteten Gründe für das De-Banking der OTP
Meier war seit ihrer Gründung im Jahr 2008 bis 2016 hauptamtlicher Bundesgeschäftsführer der „Bürgerbewegung PAX EUROPA e.V.“ und befindet sich seitdem im Ruhestand. Meier betätigt sich noch immer ehrenamtlich sowohl als freier Journalist, als auch seit etwa 20 Jahren als regelmäßiger Autor und Kommentator von Artikeln und Berichten über das Zeitgeschehen, vorwiegend in sogenannten „Freien Medien“, sowie pro bono als öffentlich verantwortlicher Betreiber einer bekannten alternativen Nachrichtenseite, für deren Kosten auch die dafür eingehenden Spenden auf dem nunmehr gekündigten Euro-Devisenkonto bei der OTP-Bank verwendet wurden.
Inwieweit die auf Revanchismus angelegte ungarische Innenpolitik seit der Machtübernahme der Neokommunisten unter der Führung von Péter Magyar, unter Aufgabe der nationalen Souveränität, nunmehr die maßgeblichen Richtlinien der Unternehmenspolitik der OTP-Bank bestimmt, lässt sich noch nicht umfassend bewerten. Ebenso ist es noch nicht ersichtlich, wie eventuelle persönliche Verstrickungen von OTP-Angestellten der obersten Ebene sich mit einzelnen Akteuren der zunehmend diktatorischen Magyar-Regierung, auf das strukturell beginnende De-Banking auswirken.
„Der Widerhall der dunkelsten kommunistischen Zeit Ungarns in den 1950er Jahren ist nicht zu überhören.“
(Zitat Balázs Orbán, Europaabgeordneter der Fidesz auf „X“)
Die Rolle der AMLA
Die europäische „Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“ AMLA (Anti-Money Laundering Authority) mit Sitz in Frankfurt/Main befindet sich im Aufbau und soll bis Ende 2027 ihre vollständige geplante Personalstärke mit 432 Mitarbeitern erreichen. Unter dem Dach der AMLA werden seit 2024 für die Europäische Zentralbank (EZB) die De-Banking-Aktivitäten gegen Regierungskritiker und politische Abweichler, speziell gegen Verteidiger souveräner Staatlichkeit, Patrioten, Friedensfreunde, Remigrationsbefürworter, Corona-Maßnahmenkritiker, Verteidiger der Meinungsfreiheit, Kinderschützer und Klimaskeptiker unter dem Vorwand der Bekämpfung von „Geldwäsche“ und „Desinformation“ innerhalb der EU koordiniert. Inwieweit das von der OTP-Bank initiierte De-Banking der Eheleute Meier mit einer eventuellen AMLA-Überwachung ihrer finanziellen Aktivitäten zusammenhängt, wird sich noch herauskristallisieren.
Dazu passt, dass die Magyar-Regierung auf die Euro-Einführung in schon wenigen Jahren drängt, was für die Ungarn bedeutet, dass eine weitgehend noch bestehende, unabhängige Währungspolitik der ungarischen Nationalbank (MNB) zu Gunsten der Willkür der EZB beendet, der digitale Euro eingeführt und in der Folge die Verbraucherpreise, wie man unlängst in Kroatien und Bulgarien beobachten konnte, massiv ansteigen werden.
In Deutschland, Österreich und in anderen Ländern der EU hat das Ausmaß der Kontokündigungen und -Sperren aus politischen Gründen schon bedrohliche Ausmaße angenommen. Unzählige Journalisten und Autoren, die das Regierungshandeln kritisch hinterfragen, traf es massiv und unvermittelt. In manchen Fällen genügte schon ein Interview mit der aus Sicht der Regierung „falschen“ Person. Sogar Ärzte, Rechtsanwälte und Unternehmer sind von De-Banking betroffen. Schlichte Überweisungen, darunter Spenden von Kleinbeträgen an politisch nicht linke Parteien, Medien und Vereine, wurden in einigen dokumentierten Fällen aus politischen Gründen nicht ausgeführt.
Einzelne Journalisten wurden sogar mit individuellen Sanktionen seitens der EU belegt, was dazu geführt hat, dass jeder, der ihnen einen Kaffee oder eine Zigarette anbietet, sich dadurch theoretisch strafbar machen könnte. Dass in Deutschland gezielt manchen Kreis- und Landesverbänden der in Umfragen führenden Partei AfD sowie einzelnen Mitgliedern, Kandidaten, Sympathisanten und Spendern derselben willkürlich die Konten gekündigt werden, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr.
Ein Novum in Ungarn
In Ungarn ist das De-Banking von im Lande ansässigen EU-Bürgern, nach unserem Wissen, in dieser Form bisher beispiellos. Es ist uns bekannt, dass bundesdeutsche Behörden wie die „BaFin“ (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht), mit Unterstützung durch linksextreme, direkt oder indirekt staatlich finanzierte Akteure seit einigen Jahren versuchen, Druck auf ungarische Behörden und Unternehmen auszuüben, um diese zu veranlassen, Maßnahmen gegen kritische Medien zu ergreifen, um ihnen ihre Spender und Werbekunden abspenstig zu machen.
Mittlerweile ist erwartbar, dass die derzeit stattfindenden Verfolgungen und die „Hetzjagden“ gegen Funktionäre, Mitglieder und Wähler der im April abgewählten Orbán-Regierung mithilfe der neuerrichteten NVVH (Nemzeti Vagyonvisszaszerzési és Vagyonvédelmi Hivata) , einer Art „neokommunistischer Staatssicherheit“ (Zitat János Bóka, Ex-Minister und Abgeordneter), eine zeitgemäßere Neuauflage der bis 1956 existierenden kommunistischen Geheimpolizei ÁVH (Államvédelmi Hatóság), massiv zunehmen werden. Die ersten politischen Razzien und Verhaftungen, unter der sinistren Aktion „Fegefeuer“ sind bereits erfolgt. Weitere politisch motivierte Haftbefehle und Vermögensbeschlagnahmen wurden von Péter Magyar auf „facebook“ bereits angekündigt.
Unter den politischen Häftlingen befinden sich mindestens zwei ehemalige Minister der Regierung Orbán und auch einige kritische Journalisten, die nur ihre Arbeit getan haben. Die Gründerin und Direktorin des Budapester Museums „Terror Haza“ („Haus des Terrors“), Mária Schmidt, wurde fristlos vor die Tür gesetzt, weil sie über die Verbrechen der Kommunisten bis 1989 und den Volksaufstand gegen selbige vor siebzig Jahren aufklärte. Das passt nicht mehr in die neue Zeit des beginnenden neokommunistischen Totalitarismus. Die Ähnlichkeiten wären zu offensichtlich.
Analog dazu wurde das konservative „Matthias Corvinus Collegium“ über Nacht geschlossen, von der Regierung enteignet sowie deren Mitarbeiter und die Studenten auf die Straße gesetzt. Alles deutet darauf hin, dass Magyars Hauptziel tatsächlich Viktor Orbán ist, den er unbedingt ins Zuchthaus bringen will, mit welchen Mitteln auch immer. Dazu gehört die Erzwingung von belastenden Aussagen Dritter, die durch die devote Justiz solange in Isolationshaft gehalten werden, bis die Erpressung zum gewünschten Erfolg führt. Die ehemalige Staatssekretärin Veronika Varga-Bajusz, Mutter von drei Kindern, sei dafür exemplarisch genannt.
Ungarn steuert so unter dem Beifall der EU-Kommission auf eine „digitale, neokommunistische Diktatur“ (Zitat Orbán) zu, die im Zeichen der grenzenlosen, persönlichen Rachegelüste des Péter Magyar an seinen auserkorenen persönlichen Feinden, darunter auch seine Ex-Ehefrau und Mutter seiner Kinder, die frühere Justizministerin Judit Varga und deren neuen Lebensgefährten, László Windisch, dem Leiter des staatlichen Landesrechnungshofs, die er allesamt öffentlich als „Mafia“ bezeichnet, errichten möchte. Die Datenserver der Fidesz-Partei wurden bereits beschlagnahmt, gesetzwidrig ausgeforscht und so vorerst der für die Partei notwendige Zahlungsverkehr und die Kommunikation mit den Mitgliedern, unter Mißachtung aller rechtsstaatlichen Grundsätze, behindert. Gewählte Fidesz-Bürgermeister werden unter Androhung von Gewalt gegen ihre Familien und sie selbst aus ihren Ämtern entfernt und Beamte, die sich nicht einschüchtern lassen, werden aus nichtigen Gründen angeklagt.
Kontokündigungen könnten nun von der Ausnahme zur Regel werden, um künftig normale demokratisch zu gewährleistende Oppositionsarbeit in Ungarn zu verunmöglichen oder wenigstens zu erschweren. Das würde mittelfristig auch politisch engagierte nicht-ungarische Staatsbürger, die in Ungarn wohnen, betreffen. Eine solche Entwicklung halten wir für außerordentlich problematisch. Die Demokratie lebt vom politischen Wettbewerb und gegenseitigem Respekt. Menschen aufgrund ihrer politischen Überzeugungen zu verhaften oder gesellschaftlich und wirtschaftlich auszugrenzen, widerspricht diesem Anspruch diametral.
Eine Warnung an Kunden der OTP-Bank
Allen in- und ausländischen Kunden der OTP-Bank, die auf nationaler oder internationaler Ebene politisch oppositionell aktiv sind oder in Ungarn trotz der von Brüssel und der Soros-Organisation „Open Society Foundation“ (OSF) betriebenen Anti-Orban-Propaganda bei den letzten Parlamentswahlen die jetzigen Oppositionsparteien „Fidesz/KDNP“ oder „Mi Hazank“ unterstützt haben, ist daher dringend geraten, sich jetzt schon vorsorglich einen oder mehrere alternative Zahlungsdienstleister und sichere Anlagemöglichkeiten für ihre Ersparnisse zu suchen, um einer möglichen Kündigung oder Sperrung ihrer OTP-Bankkonten zuvorzukommen. Ob sich das jetzt offensichtlich aus politischer Opportunität heraus in Gang gesetzte De-Banking von Konten nichtlinker Journalisten, Aktivisten, Politiker und Autoren neben der OTP auch noch auf andere ungarische Banken und Kreditinstitute ausweiten wird, ist unserem derzeitigen Wissensstand entsprechend, noch nicht absehbar, theoretisch aber denkbar. Noch gibt es ausreichend Alternativen.
Verantwortlich im Sinne des europäischen Presserechts:„Arbeitskreis deutschsprachiger Publizisten in Ungarn“ HU- 8693 Lengyeltóti