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Alice Weidel im ZDF Sommerinterview
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ZDFheute Nachrichten | YouTube; ZDF-Sommerinterview

Alice Weidel im ZDF-Sommerinterview: „Die Flachzangen zerstören Deutschland“

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Der CDU-Geldsegen an die AfD
Heimatliebe ist...
Weidels Auftritt zeigt eine Partei, die sich längst nicht mehr nur als Protestkraft versteht. Weidel formuliert den Anspruch auf politische Verantwortung und verbindet ihn mit einer grundsätzlichen Abkehr von bisherigen Entscheidungen.
Zusammengefasst

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Ein Hauch von Wiener Gemütlichkeit lag in der Luft, als das ZDF zum Sommerinterview bat. Dieses Mal herrschte paradiesische Ruhe, wo im Vorjahr noch linksextreme Störer mit Riesen-Schallanlagen für Krawall sorgten, HAINTZ.media hatte darüber berichtet. ZDF-Moderator Wulf Schmiese versuchte zwar mehrfach dazwischenzugrätschen, doch Alice Weidel nutzte das Setting für einen frontal gefahrenen Rundumschlag. Die AfD-Co-Chefin zerlegte die politische Lage in Deutschland genüsslich in ihre Einzelteile.

Quelle: »ZDFheute Nachrichten | YouTube« ZDF-Sommerinterview

Die Diagnose fällt gewohnt düster aus: Die Bürger werden nach Weidels Überzeugung systematisch belogen, Wirtschaft und innere Sicherheit zerfallen, während die etablierten Parteien das Land wahlweise aus Unfähigkeit oder mit vollem Vorsatz in den Abgrund steuern. Weidels Botschaft ist eindeutig: Die AfD sieht sich unaufhaltsam auf der Siegerstraße.

Auf der Siegerstraße und die Lehren aus Österreich

Alice Weidel beschreibt die politische Lage in Deutschland mit unverhohlener Genugtuung und stellt die AfD als unaufhaltsame Kraft dar, die den etablierten Parteien den Rang abläuft. In den Umfragen liegt die AfD bei 29 Prozent und rund acht Prozentpunkte vor der Union, in den östlichen Ländern noch deutlicher. Mit klaren Worten beschreibt Alice Weidel ihre Einschätzung der Lage und die Erwartungen an kommende Wahlen, wobei sie die eigene Stärke und das Ende der CDU-Dominanz unmissverständlich betont:

„Momentan ist es ja so, dass mich auch […] die politische Situation in Deutschland freut. Wir sind dort auf der Siegerstraße, wir werden in Sachsenanhalt die Regierung stellen und die CDU wird bundesweit niemals wieder eine Bundestagswahl gewinnen. Also dementsprechend bin ich da auch sehr positiv.“

Die AfD werde in den ersten Bundesländern regieren, nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, und sie werde auch im Bund regieren. Die Menschen hätten das verdient. Weidel berichtet weiter, sie treffe sich in Österreich mit den Parteispitzen der FPÖ, die in fünf Landesregierungen sitze und seit 2024 in der Steiermark unter Herrn Kumasek die Regierungsführung innehabe. Die FPÖ leiste dort hervorragende Arbeit und gelte mit 43 Prozent als Sympathieträger. Von der FPÖ lasse sich sehr viel lernen.

»Wien gilt in Rankings als eine der lebenswertesten Städte Europas«.

Der Moderator greift in diesem Zusammenhang auch die Frage auf, welchen Stellenwert Klimaschutz und der Umgang mit zunehmender Hitze in der politischen Debatte haben. Wien verfolgt einen Klimafahrplan und strebt bis 2040 Klimaneutralität an, mit einem besonderen Fokus auf Klimaschutz und Hitzeschutz. Demgegenüber steht die deutsche Debatte: Für den Sommer wurden rund »10.000 Hitzetote geschätzt«, während das Thema bei der AfD und Alice Weidel kaum eine Rolle spielte. Weidel ordnet den Klimawandel als Teil natürlicher Klimaschwankungen ein. Wärme und Kälteperioden habe es immer schon gegeben und dies gehöre zur Entwicklung des Klimas. Tatsächlich lässt sich laut Statistischem Bundesamt Hitze als »direkte Todesursache bei durchschnittlich 21 Fällen in den Jahren 2004 bis 2024 allerdings selten feststellen.« Weidels Kritikk richtet sich entsprechend weniger gegen einzelne Klimaschutzmaßnahmen als grundsätzlich gegen deren Auswirkungen auf Industrie und Mobilität. Das wird deutlich, als sie sagt:

„Wir halten von diesen ganzen Schleifen des industriellen Kerns und auch die Versperrung der Endstädte für den angeblichen Klimaschutz halten wir überhaupt nichts.“

Wenn die FPÖ in Österreich gewinne, werde dieses ganze Zeug abgeschafft, denn man könne nicht einfach die Innenstädte zumachen, während überall sonst auf der Welt alles verpestet werde, und man lasse dort die eigenen Autos nicht mehr rein. Es gehe noch weiter mit dem Verbrennerverbot und dem ganzen Zeug, das die Industrie kaputt mache. Diese Selbstsicherheit ist kein leeres Gerede, sondern die logische Folge jahrelanger Fehlentscheidungen der Altparteien, die nun die Rechnung präsentiert bekommen.

Die Autoindustrie stürzt ab und die ideologische Verbotspolitik treibt sie in den Ruin

Besonders scharf fällt der Blick auf das deutsche Wirtschaftsmotor-Desaster aus. Der Niedergang der Automobilindustrie sei kein Schicksal, sondern das direkte Resultat ideologischer Verbotspolitik aus Berlin und Brüssel. Dass Zulieferer wie ZF im heimischen Wahlkreis tausende Stellen streichen, führt Weidel auf den kollabierten China-Export und misslungene Marktregulierungen zurück. Das Rezept der AfD dagegen heiße radikale Marktwirtschaft:

„Wir stellen uns als Partei die Frage, wie geht es in unserem Land besser und wie können wir die Arbeitsplätze halten? Und dazu gehört als Grundrezept, die freie Marktwirtschaft dahingehend einzuhalten, dass wir nicht mit Verbotsentscheidung, Politik gemacht einseitig Ideologie getrieben in den Markt reinsteuern. Was bedeutet das für die Automobilproduktion? Das heißt, wir schreiben niemandem vor, welchen Motor er produziert und wir schreiben auch dem Konsumenten nicht vor, welches Auto er nachfragen muss. Wir subventionieren auch nicht eine Motorenart einseitig, um die andere zu benachteiligen. Das ist Markt und Technologieoffenheit. Das ist unser Rezept, das haben wir immer gesagt.“

Die AfD setze nach Weidels Darstellung genau hier an. Von Beginn an habe sich die Partei gegen die 2018 aus Brüssel eingeführte Flottenobergrenze und gegen das Verbrennerverbot gestellt. Weidel wirft der CDU vor, das Verbrennerverbot unter Angela Merkel selbst mit auf den Weg gebracht zu haben und nun nicht abzuschaffen. Besonders scharf formulierte sie ihre Kritik an der Union:

„Und die DNA der CDU ist die Lüge. Der Bürger wird von vorne bis hinten angelogen.“

Zugleich kritisierte sie die deutsche Industriepolitik. Der deutsche Staat subventioniere ihrer Darstellung nach chinesische Autos und benachteilige zugleich deutsche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Aus Brüssel und Berlin komme die Vorgabe, künftig überhaupt keine Verbrennungsmotoren mehr zu bauen. Weidel stellte dem entgegen, dass die Menschen weiterhin Verbrenner fahren wollten und entsprechende Fahrzeuge nachfragten. Das gelte ihrer Ansicht nach auch für den chinesischen Markt. Weidel verwies dabei auf ihre eigenen Erfahrungen aus mehreren Jahren in China. Dort seien lange Zeit vor allem deutsche Autos präsent gewesen. Deutschland habe bei den Chinesen einst einen hervorragenden Ruf genossen. Auf Mandarin werde Deutschland als Land der Tugend und der Disziplin bezeichnet, so Weidel. Gerade diese Tugenden müssten aus ihrer Sicht auch in Deutschland wieder stärker zum Maßstab werden. Eine Kapitulation vor dem wirtschaftlichen Niedergang lehne sie ab. Aussagen, wonach das „schöne Deutschland“ unabhängig von politischen Entscheidungen nicht zurückkehren werde, wies Weidel entschieden zurück.

Der Moderator verweist darauf, dass in Wien inzwischen jedes zweite Auto elektrisch unterwegs sei. Weidel widerspricht jedoch der Schlussfolgerung, daraus müsse Deutschland seine eigene Automobilindustrie politisch zurückdrängen. Ihr Kernvorwurf lautet vielmehr, dass Deutschland seine eigene technologische Stärke schwäche und gleichzeitig chinesische Konkurrenz begünstige. Wer die heimische Industrie auf diese Weise benachteilige und zugleich ausländische Billigprodukte fördere, handle aus ihrer Sicht entweder unfähig oder vorsätzlich gegen die Interessen des eigenen Landes.

Der Euro als Weichwährung und die systematische Verarmung der arbeitenden Bevölkerung

Alice Weidel zerlegt den Euro als Instrument der systematischen Enteignung und fordert den Austritt als einzig logische Konsequenz. Diese Forderung, so Weidel, sei im Bundestagswahlprogramm der AfD auf Seite 62 ausdrücklich festgehalten. Sie selbst stehe hinter dieser Position. In ihrer ökonomischen Argumentation zeichnet sie den Euro als instabile Währung, die unterschiedliche Volkswirtschaften unter einem gemeinsamen Währungsregime vereine und dadurch aus ihrer Sicht zu einer schleichenden Entwertung führe.

Weidel kritisiert insbesondere die expansive Geldpolitik der vergangenen Jahre und die daraus resultierenden Verteilungswirkungen. Seit 2009 habe sich die Bilanz um rund sechs Billionen Euro ausgeweitet. Davon profitierten ihrer Darstellung zufolge vor allem Vermögende, während die arbeitende Bevölkerung die Folgen in Form von Kaufkraftverlust und wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit trage. Deutschland sei wirtschaftlich vor der Einführung des Euro besser aufgestellt gewesen. Weidel spricht von einer zunehmenden Verarmung breiter Bevölkerungsschichten und stellt die grundsätzliche Frage, welchen Preis die Bevölkerung für die Stabilität des bestehenden Währungssystems zahlen müsse. Ihre Kritik an der europäischen Geldpolitik fasst Weidel schließlich in einer grundsätzlichen Bewertung des Euro zusammen:

„Was wir sehen, ist, dass der Euro eine instabile Währung geworden ist. Er ist aufgespannt über verschiedene ökonomische Währungsräume. Und was passiert innerhalb des Euroraumes? Es passiert, dass wir hin zu einer Weichwährung geraten. Wir haben seit dem Jahr 2009 eine Bilanzaufblähung von rund sechs Billionen. Wir haben eine riesige Umverteilung, die viel krasser und viel stärker wirkt als jedes Steuersystem, von der arbeitenden Bevölkerung hin zu den Vermögenden.“

Daran knüpft Weidel ihre weitergehende Kritik an der europäischen Währungsordnung. Sie verweist auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts aus den 1990er Jahren und stellt den Schweizer Franken als Gegenmodell einer aus ihrer Sicht soliden und stabilen Währung heraus. Die zentrale Frage sei für sie, was den Bürgern zugemutet werde, wenn sie dauerhaft einem instabilen Währungssystem ausgesetzt seien. Den etablierten Parteien wirft Weidel vor, an diesem Kurs festzuhalten.

Illegale Migration, offene Grenzen und die notwendige Rückführung

Alice Weidel seziert die Migrationspolitik seit 2015 als bewusste Sicherheitsgefährdung und verlangt radikale Korrekturen. Seit 2015 laufe die illegale Migration ungebremst, bei offenen Grenzen könne jeder ins Land kommen. Die innere Sicherheit leide und die Leute hätten, so Weidel, „die Schnauze voll von diesen Zuständen“. Mit scharfer Kritik an der seit Jahren betriebenen Grenzpolitik und deren konkreten Folgen für die innere Sicherheit fordert sie unmissverständlich die Schließung der Grenzen und die Rückführung bestimmter Gruppen.

„Was wird in Deutschland seit 2015 gemacht? Illegale Migration, ungebremst offene Grenzen, jeder kann rein. Unsere innere Sicherheit leidet. Die Leute haben ganz ehrlich die Schnauze voll von diesen Zuständen. Wir haben keine Rechtssicherheit mehr. Wir haben eine Gefährdung unserer öffentlichen Sicherheit. Die Frauen gehen nicht mehr raus. Überall Messerattacken, Gruppenvergewaltigung.“

Weidel führt weiter, es gebe keine Rechtssicherheit mehr und eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Frauen gingen nicht mehr raus, überall gebe es Messerattacken und Gruppenvergewaltigungen. Dabei verweist sie vor allem auf Afghanen und Syrer, deren Kriminalitätsrate zehnmal so hoch liege. Zugleich kritisiert sie, dass Menschen aus Afghanistan weiterhin nach Deutschland eingeflogen würden.

Ihre Konsequenz ist eindeutig: Die Prävention müsse an der Grenze ansetzen. Die Grenzen würden zugemacht. Bei Zuständen wie in Ceuta müsse Deutschland aus Schengen aussteigen und den Vertrag aufkündigen. Schengen funktioniere nur bei gesicherten Außengrenzen und offenen Binnengrenzen. Beides offen zu lassen, funktioniere nicht. Afghanen würden nicht mehr eingeflogen und die Syrer alle zurück in ihre Heimat geführt.

Auch bei den Einbürgerungen verschärft Weidel den Ton. Es gebe insgesamt 1,3 Millionen Syrer in Deutschland, von denen zugleich fleißig eingebürgert werde. Ihre Frage lautet deshalb:

„Warum bürgert der deutsche Staat eigentlich Syrer ein? Uns wurde doch damals gesagt, wenn der Fluchtgrund entfällt, dann werden sie alle wieder zurückgeführt. Nichts dergleichen passiert.“

Auch die Einbürgerung von Arbeitslosen stellt Weidel grundsätzlich infrage. Im vergangenen Jahr seien 306.000 Arbeitslose eingebürgert worden. Deutschland müsse aufhören, Menschen einzubürgern, die eigentlich das Land verlassen müssten. Alle syrischen Flüchtlinge müssten ihren Schutzstatus aberkannt bekommen, weil der Fluchtgrund entfallen sei. Diese Menschen müssten zurück in ihre Heimat gehen. Wenn sie nicht freiwillig gingen, müssten sie unter Zwang abgeschoben werden, denn genau das bedeute Abschiebung. Rücknahmeabkommen hin oder her, der nationale Alleingang sei für Weidel der Weg.

Keine Isolation, die undemokratische Brandmauer und die Flachzangen an der Macht

Den Vorwurf der Isolation wies Weidel gewohnt angriffslustig zurück. Die berüchtigte Brandmauer sei kein Schutzschild der Demokratie, sondern ein undemokratisches Instrument zur Machtsicherung einer gescheiterten politischen Kaste. Ihre persönliche Bilanz der Berliner Führungsetage fällt vernichtend aus:

„Ich will nicht mehr angelogen werden von irgendwelchen Flachzangen, die da oben sitzen und irgendwas versprechen und genau das Gegenteil von dem tun. Hat das unser Land verdient? Unser Land wird kaputtgemacht. Die Brandmauer, das haben wir immer gesagt, ist das undemokratischste, was es gibt. Und der Leidtragende ist zurecht jetzt die CDU, die geht daran kaputt. Ich bin bereit mit jedem zu arbeiten, solange er fähig ist und die Interessen in unserem Land im Auge hat. Aber ich lasse es nicht zu, dass die Menschen in unserem Land so dermaßen über den Tisch gezogen werden und angelogen werden wie von der CDU und von der SPD. Mir blutet das Herz, wie die Menschen betrogen werden. Entweder sie können es nicht, oder es ist Vorsatz. Herr Merz kann es nicht. Herr Klingball kann es auch nicht.“

Wenn der Moderator ihr daraufhin Respektlosigkeit und den Status einer „Mimose“ attestiert, perlt das an Weidel ab. Ihr Fazit steht fest: Die Festhaltenden an der Brandmauer sägen nur an deren eigenem Ast und die Rechnung dafür zahlt der Bürger.

Mehr als Kritik am politischen Kurs

Hinter den zugespitzten Aussagen steht eine klare politische Grundidee: Entscheidungen sollen wieder stärker von nationalen Interessen, wirtschaftlicher Freiheit und dem Anspruch auf politische Selbstbestimmung geprägt sein. Die einzelnen Themen sind dabei weniger voneinander getrennt, als es zunächst erscheint. Sie folgen einer gemeinsamen Frage: Wer bestimmt die Richtung Deutschlands und nach welchen Maßstäben?

Genau darin liegt die eigentliche Bedeutung des Auftritts. Die AfD formuliert nicht lediglich Kritik am Bestehenden, sondern stellt den bisherigen politischen Kurs grundsätzlich zur Disposition. Ob dieses Gegenmodell überzeugt, entscheidet sich letztlich nicht an der Schärfe der Worte, sondern daran, ob daraus tragfähige und praktisch umsetzbare Politik entstehen kann.

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Janine Beicht

Janine Beicht ist gelernte Kommunikationsdesignerin, arbeitet aber seit 2020 im Gesundheits- und Sozialwesen. Als Aktivistin engagiert sie sich besonders auf dem Gebiet der Psychologie unter dem Aspekt der jeweiligen politischen Machtinteressen.

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