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Politischer Kontrollverlust wird sichtbar
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Die Brandmauer fällt und Schwarz-Rot stürzt mit

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Die Umfragen markieren eine tektonische Verschiebung im politischen Kräfteverhältnis Deutschlands. Millionen Bürger wenden sich von einem System ab, das Konkurrenz lieber ausgrenzt als ihr politisch zu begegnen. Die alte Alarmrhetorik verliert dabei zunehmend ihre Wirkung.
Zusammengefasst

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Über Jahre wurde die sogenannte Brandmauer wie ein sakraler Grundsatz behandelt. Nicht als politische Strategie, sondern als moralisches Dogma, das jede Debatte im Keim ersticken sollte. Wer daran zweifelte, wurde medial aussortiert, gesellschaftlich markiert und politisch behandelt, als habe er eine Gotteslästerung begangen. Genau diese Konstruktion beginnt nun sichtbar zu zerfallen und ausgerechnet die eigenen Wähler der Union ziehen sich davon zurück.

Laut aktueller »YouGov Umfrage« halten nur noch 46 Prozent der Bürger den Ausschluss einer Koalition mit der AfD für richtig. 41 Prozent lehnen ihn inzwischen ab. Im Februar 2025 lag die Zustimmung noch bei 54 Prozent. Besonders dramatisch ist die Entwicklung innerhalb der Union selbst. Dort unterstützt nur noch jeder zweite Wähler die Brandmauer, ein Absturz um neun Prozentpunkte innerhalb weniger Monate.

Quelle: »YouGov«

Was hier bröckelt, ist nicht irgendein taktisches Detail parlamentarischer Arithmetik. Es zerfällt der moralische Überbau eines gesamten politischen Systems, das sich jahrelang darauf stützte, Millionen Wähler nicht politisch zu schlagen, sondern administrativ und gesellschaftlich auszugrenzen. Die Brandmauer sollte nie Demokratie schützen. Sie sollte Mehrheiten neutralisieren, die nicht mehr im ideologischen Korridor des Berliner Machtkartells liefen.

Die AfD wächst weiter, während Union und SPD implodieren

Die Zahlen sind inzwischen derart eindeutig, dass selbst die großen Medien sie kaum noch kaschieren können. Die AfD liegt laut »YouGov« bei 28 Prozent und damit sechs Punkte vor CDU und CSU, die nur noch auf 22 Prozent kommen. Auch im »RTL- und ntv-Trendbarometer« bleibt die AfD mit 27 Prozent klar stärkste Kraft. Die Union verharrt dort ebenfalls bei 22 Prozent.

Quelle: »YouGov« Quelle: »RTL und ntv Trendbarometer«

Im Durchschnitt der vergangenen zehn Umfragen kommt die AfD »laut RND« sogar auf 27,3 Prozent. Die Union liegt nur noch bei 23,6 Prozent. Dahinter folgen Grüne mit 13,8 Prozent, SPD mit 13 Prozent und die Linke mit 10,9 Prozent. FDP und BSW würden derzeit an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Nach der Bundestagswahl 2021 dominierte zunächst die SPD die Umfragen, die Grünen feierten einen kurzen Höhenflug und die FDP verkaufte sich als liberales Korrektiv. Heute ist von diesem Projekt kaum noch etwas übrig. Die FDP wurde bereits aus dem Bundestag gedrückt, die SPD bewegt sich nur noch knapp oberhalb ihrer historischen Tiefstände und die Grünen verlieren trotz medialer Dauerunterstützung kontinuierlich Rückhalt.

Der eigentliche Profiteur dieser Entwicklung ist die AfD. Nicht, weil sämtliche Bürger plötzlich ideologische Sympathien entwickelt hätten, sondern weil immer mehr Menschen erkennen, dass ihnen über Jahre politische Alternativen systematisch verwehrt wurden. Die permanente Dämonisierung der Opposition hat ihren Zenit überschritten. Die Wirkung nutzt sich ab. Das alte Erpressungsmodell funktioniert nicht mehr.

Friedrich Merz verliert seine Autorität in Rekordtempo

Besonders brutal trifft diese Entwicklung Friedrich Merz. Der Mann, der einst als konservative Hoffnung verkauft wurde, wirkt heute wie ein Regierungschef auf Abruf, eingeklemmt zwischen grüner Moralpolitik, linker Medienerziehung und einer eigenen Partei, die längst den Glauben an ihn verliert. Nur noch 15 Prozent der Bürger bewerten seine Arbeit laut »YouGov« positiv. 81 Prozent halten seine Arbeit für schlecht. Selbst unter Unionswählern liegt seine Zustimmung nur noch bei 38 Prozent. Im »RTL- und ntv-Trendbarometer« kommt Merz sogar nur noch auf 14 Prozent Zufriedenheit.

Quelle: »YouGov«

Quelle: »RTL und ntv Trendbarometer«

Seine groß angekündigte Kommunikationsoffensive verpuffte wirkungslos. Interviews, Jubiläumsauftritte und PR-Termine änderten nichts am öffentlichen Eindruck eines Kanzlers, der zwar regiert, aber keinerlei politische Autorität mehr ausstrahlt. »Auf Merz prasseln« Spott, Pfiffe und laute Buhrufe nieder. Die Union profitiert nicht einmal davon, den Kanzler zu stellen. Das allein ist bereits ein historisches Alarmsignal. Die eigentliche Tragik liegt jedoch tiefer. Merz hat sich vollständig an die Brandmauer gekettet. Aus Angst vor medialer Ächtung opferte er jede strategische Bewegungsfreiheit seiner Partei.

Quelle: »Friedrich Merz | 𝕏«

Damit machte er die Union von genau jenen politischen Kräften abhängig, die sie öffentlich bekämpft und praktisch ständig vor sich hertreibt. Die CDU regiert inzwischen wie ein politischer Schuldner im eigenen Land.

Schwarz-Rot verliert das Vertrauen der Bevölkerung

Ein Jahr nach Amtsantritt glaubt nur noch eine Minderheit daran, dass die Koalition überhaupt bis 2029 durchhält. Laut »RTL und ntv« erwarten 53 Prozent der Bürger ein vorzeitiges Ende der Regierung. Im August 2025 waren die Zahlen noch genau umgekehrt. Eine »INSA-Blitzumfrage für Bild« zeigt ebenfalls die katastrophale Stimmung. 49 Prozent der Bürger wünschen sich ein Ende von Schwarz-Rot. Nur 32 Prozent wollen, dass die Koalition weiterregiert. Besonders massiv ist die Ablehnung bei den 40- bis 49-Jährigen. Dort sprechen sich 62 Prozent für ein Ende der Regierung aus.

Auch regional zeigen sich massive Unterschiede. In Ostdeutschland wünschen sich 57 Prozent ein vorzeitiges Koalitionsende. Im Westen sind es immerhin noch 47 Prozent. Der Vertrauensverlust betrifft nicht nur parteipolitische Präferenzen, sondern das gesamte Regierungssystem. Laut »YouGov« sind lediglich 16 Prozent der Bürger mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden. 82 Prozent äußern Unzufriedenheit. 67 Prozent halten die Zusammenarbeit innerhalb der Koalition für schlecht.

Parallel dazu verschlechtert sich die wirtschaftliche Stimmung weiter. 66 Prozent der Bürger erwarten laut »RTL und ntv« eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland. Gerade einmal 14 Prozent rechnen noch mit Verbesserungen.

Screenshot

Quelle: »RTL und ntv Trendbarometer«

Der Versuch, politische Konkurrenz juristisch zu neutralisieren

Je stärker die AfD wächst, desto hysterischer werden auch die Forderungen nach einem Parteiverbot. Genau darin offenbart sich die eigentliche Krise dieses politischen Systems. Wer demokratische Konkurrenz nicht mehr politisch besiegen kann, beginnt über juristische Ausschaltung nachzudenken. Dabei sprechen die Dimensionen längst für sich. Die AfD stellt »150 Bundestagsabgeordnete«, verfügt über hunderte Mandate in den Landesparlamenten und über mehrere tausend kommunale Mandatsträger in Städten, Kreisen und Gemeinden. Hinzu kommen Landräte, Bürgermeister und zahlreiche lokale Funktionsträger.

Paradoxerweise scheint die Partei politisch umso stärker zu werden, je demonstrativer man sie aus demokratischen Abläufen, Ausschüssen und institutionellen Prozessen fernhalten will. Jeder Versuch der Ausgrenzung erzeugt bei vielen Bürgern inzwischen weniger den Eindruck moralischer Standfestigkeit als vielmehr den eines politischen Machtkartells, das Konkurrenz nicht mehr argumentativ bekämpft, sondern administrativ eindämmen möchte. Gerade dieser Eindruck treibt die Dynamik der AfD weiter an.

In Sachsen-Anhalt fehlen der Partei derzeit nur noch wenige Prozentpunkte zur absoluten Mehrheit der Sitze im Parlament.

Quelle: »mdr«

Genau deshalb nimmt die Nervosität im politischen Betrieb inzwischen panische Züge an. Besonders drastisch wird die Entwicklung dort, wo staatlicher Druck bereits offen gegen Bürger eingesetzt wird. In Sachsen sollen Jäger ihre sogenannte waffenrechtliche Zuverlässigkeit verlieren können, wenn sie lediglich an zwei Informationsveranstaltungen der AfD teilgenommen haben. Die Gerichte kassieren viele dieser Maßnahmen zwar noch. Doch der gewünschte Einschüchterungseffekt bleibt bestehen. Beamte, Professoren und normale Bürger sollen lernen, dass bereits die falsche politische Nähe berufliche Konsequenzen haben kann.

Das politische Kartell verliert seine Kontrolle

Die politische Klasse reagiert auf ihre schwindende Macht inzwischen mit immer härteren Reflexen. Doch genau diese Überreaktion beschleunigt den Vertrauensverlust weiter. Millionen Bürger erleben täglich, dass ihre politischen Positionen zwar gesellschaftlich existieren, medial jedoch behandelt werden, als seien sie illegitim. Die Folge ist eine zunehmende Entkopplung zwischen öffentlicher Stimmung und politischem Betrieb. Während die Regierung abstürzt, die Wirtschaftsaussichten einbrechen und die Zustimmung zur Brandmauer kollabiert, hält das politische Establishment an genau jener Strategie fest, die diese Entwicklung erst ausgelöst hat.

Der eigentliche Kontrollverlust liegt deshalb nicht allein in den Umfragewerten. Er liegt darin, dass immer mehr Bürger die moralischen Drohkulissen nicht mehr ernst nehmen. Die alte Autorität funktioniert nicht mehr. Die permanente Alarmrhetorik verliert ihre Wirkung, weil sie inflationär geworden ist. Die Brandmauer zerfällt deshalb nicht wegen eines plötzlichen ideologischen Umschwungs. Sie zerfällt, weil immer mehr Menschen erkennen, dass sie nie dem Schutz der Demokratie diente, sondern der Absicherung eines politischen Machtkartells gegen den Willen wachsender Teile der Bevölkerung.

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Janine Beicht

Janine Beicht ist gelernte Kommunikationsdesignerin, arbeitet aber seit 2020 im Gesundheits- und Sozialwesen. Als Aktivistin engagiert sie sich besonders auf dem Gebiet der Psychologie unter dem Aspekt der jeweiligen politischen Machtinteressen.

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