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Get your own oil – Deutschlands energiepolitische Selbsttäuschung

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Deutschlands Energiepolitik zeigt, wie weit politische Entscheidungen von ökonomischer Rationalität entfernt sein können – getrieben von Gesinnung statt Verantwortung. Am Beispiel von Trumps „Get your own oil“ wird deutlich, dass viele Grundannahmen der Wirtschaftswissenschaft an der Realität scheitern
Zusammengefasst

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Wenn man sich mit der Ökonomie befasst und deren Theorien, so stößt man schnell auf diverse Annahmen. Das bedeutet, eine Behauptung wurde als gegeben vorausgesetzt, obwohl sie nicht begründbar ist, um ein Modell, welches gesellschaftliche Gegebenheiten beschreiben und erklären soll, überhaupt erst möglich macht. Das Problem ist jedoch, dass manche Annahmen nicht oder zumindest nur teilweise haltbar sind. Eine der bekanntesten Annahmen in der Wirtschaftswissenschaft ist, dass der Mensch rational handelt. Dies ist spätestens dann widerlegt, wenn Sie einmal einen Grünen Parteitag oder einen Scheidungsprozess verfolgt haben – jede Wette.

Gerade dieser Tage wanken einmal mehr die von vielen sogenannten Experten als unabdingbar geltenden Annahmen. In dem großartigen, weil sehr lesbaren Standardwerk von Gregory Mankiw „Grundzüge der Wirtschaftswissenschaft“ stellt der US-Amerikaner zehn ökonomische Regeln auf. Eine davon lautet: „Von Handel profitiert jeder“, die später in „Durch Handel kann es jedem besser gehen“ abgemildert wurde. Schauen wir uns den Energiesektor an, so kommt man ins Grübeln, ob Mankiw tatsächlich damit recht hat.

Vor wenigen Tagen machte Donald Trump in Richtung Deutschland eine klare Ansage: »„Get your own oil.“« So schlicht dieser Satz daherkommt, so präzise ist sein ökonomischer Gehalt. Trump formuliert nichts anderes als energiepolitische Souveränität. Wer seine Energie selbst fördert oder zumindest gesichert verfügbar hat, macht sich unabhängig von externen Schocks, geopolitischen Spannungen und politischer Erpressbarkeit. Energie ist kein moralisches Projekt für grüne Phantasmen, sondern eine knallharte Standortfrage. In diesem Sinne ist Trumps Position rational: Sie zielt auf Versorgungssicherheit, Preisstabilität und damit auf den materiellen Nutzen für die eigene Bevölkerung.

Trump handelt beim Thema Energie rational

Demgegenüber erscheint die deutsche Energiepolitik wie ein Paradebeispiel für das, was Max Weber als Gesinnungsethik beschrieben hat. Der Atomausstieg und der Kohleausstieg wurden nicht primär entlang einer nüchternen Abwägung von Kosten, Nutzen und Risiken beschlossen, sondern entlang moralischer Überzeugungen. Gesinnungsethik bedeutet, dass das Handeln an der inneren Überzeugung ausgerichtet wird, unabhängig von den Konsequenzen. Verantwortungsethik hingegen fragt nach den Folgen des eigenen Handelns und übernimmt dafür die Verantwortung. Steigende Energiepreise, zunehmende Importabhängigkeit und die Belastung der industriellen Basis sind genau jene Konsequenzen, die im Rahmen einer verantwortungsethischen Betrachtung hätten stärker gewichtet werden müssen.

Gerade hier zeigt sich, dass die Entscheidungen der deutschen Energiepolitik eben nicht rational im ökonomischen Sinne waren. Funktionierende Kernkraftwerke abzuschalten und gleichzeitig Energie zu verknappen, widerspricht der Logik effizienter Allokation. Es ist Ausdruck einer Gesinnung, nicht eines Kosten-Nutzen-Kalküls. Trump hingegen handelt im Sinne der Verantwortungsethik. Er nimmt die Folgen seines Handelns in den Blick und richtet seine Politik darauf aus, günstige und verlässliche Energie für seine Bürger bereitzustellen. Das Gegenteil grüner Politik also.

Deutschland reagiert mit Phantomdebatten

Damit schließt sich der Kreis zur eingangs beschriebenen Problematik ökonomischer Annahmen. Die Vorstellung vom rational handelnden Menschen erweist sich als brüchig, wenn politische Entscheidungen offenkundig gegen materielle Interessen getroffen werden. Ebenso gerät die These ins Wanken, dass Handel stets allen nützt. Die Realität ist komplexer, widersprüchlicher und oft genug von Ideologie durchzogen.

Die Ökonomie wiederum versucht, diese Komplexität durch zunehmende Mathematisierung in den Griff zu bekommen. Modelle, Gleichungen und Variablen suggerieren eine Exaktheit, die es in der sozialen Wirklichkeit so nicht gibt. Eine Gleichung mit mehreren Variablen ist eben nur so gut wie ihre Annahmen. Sind diese fragwürdig, wird auch das Ergebnis fragwürdig. Wer jedoch glaubt, gesellschaftliche Realität ließe sich vollständig in Formeln pressen, der unterschätzt den Einfluss von Politik, Ideologie und menschlichem Verhalten. Donald Trump hat das, zumindest im Falle der Energiepolitik, erkannt. Während deutsche Politiker ernsthaft ein Tempolimit als Antwort auf steigende Spritpreise diskutieren, schafft die USA Tatsachen. 

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Julian Marius Plutz

Julian Marius Plutz ist 1987 geboren und Publizist, u.a. für Ansage, Weltwoche, Sandwirt und die Jüdische Rundschau. Zu seinen Themenschwerpunkten gehören neben dem politischen Zeitgeschehen: Ökonomik, jüdisches Leben und die LGBTQ-Ideologie.

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