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Bondi Beach
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Fred Pawle | 𝕏

Terror und Blutvergießen bei Chanukka in Sydney am Bondi Beach

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Ein Vater-Sohn-Duo brachte Gewalt über eine Feier der jüdischen Gemeinde und tötete mindestens 16 Menschen. Kinder, Rabbiner und Holocaust-Überlebende gehören zu den Opfern. Die Behörden bestätigen einen antisemitischen Hintergrund, während politische Versäumnisse und lange ignorierte Warnungen die Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen verdeutlichen.
Zusammengefasst

Am ersten Abend des Chanukka-Festes verwandelte sich der ikonische »Bondi Beach in Sydney« in einen Ort des Grauens. Zwei bewaffnete Männer eröffneten das Feuer auf eine friedliche Feier der jüdischen Gemeinde, »töteten mindestens 16 Menschen« und verletzten Dutzende weitere. Die Behörden stuften den Vorfall rasch als terroristischen Akt mit antisemitischem Motiv ein, der gezielt die Teilnehmer der Veranstaltung „Chanukka by the Sea“ treffen sollte.

«The Consultant | 𝕏«

Rund 2000 Menschen hatten sich versammelt, um die erste Kerze anzuzünden und das Lichterfest zu begehen. Stattdessen brach Panik aus, als die Schüsse von einer Fußgängerbrücke aus aus erhöhter Position fielen. Die Attacke dauerte mehrere Minuten, in denen Familien mit Kindern in alle Richtungen flohen. Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen, in denen Verletzte auf Surfbrettern abtransportiert wurden, weil Tragen fehlten.

»Don Keith | 𝕏«

Die Täter: Ein Vater-Sohn-Duo mit islamistischem Hintergrund

»Die Angreifer« waren Sajid Akram, 50 Jahre alt, und sein Sohn Naveed Akram, 24 Jahre alt, beide pakistanischer Herkunft. Sajid Akram wurde im Schusswechsel mit der Polizei getötet, sein Sohn schwer verletzt festgenommen und wird bewacht. Bei ihnen fand man Symbole des Islamischen Staates (IS) sowie »improvisierte Sprengsätze« in ihrem Fahrzeug, die von einem Spezialkommando entschärft wurden. Der Vater besaß legal sechs Schusswaffen aufgrund einer Jagdlizenz seit 2015, obwohl das Duo in einem Vorort lebte.

»AF Post | 𝕏«

Naveed Akram war bereits 2019 vom australischen Geheimdienst, der Australian Security Intelligence Organisation (ASIO) überprüft worden, ohne dass eine akute Gefahr festgestellt wurde. Mike Burgess, Leiter der ASIO, erklärte gegenüber ABC:

„Eine dieser Personen war uns bekannt, aber nicht in einer unmittelbaren Bedrohungsperspektive, also müssen wir uns ansehen, was hier passiert ist.“

»Mike Burgess | ABC«

Wie die »BILD berichtet«, soll der Täter wenige Stunden vor der Tat seine Mutter angerufen und beiläufig von einem Ausflug erzählt haben. Sie beschrieb ihn später als „guten Jungen“, der zurückgezogen lebte. Laut ihrer Aussage war der heutige Maurer während seiner Schulzeit an der Cabramatta High School zwar von vielen Freunden umgeben, zeigte sich jedoch grundsätzlich eher zurückhaltend und wenig gesellig. Sie gibt an, dass er weder Ausflüge unternahm noch sich regelmäßig mit Freunden traf, keinen Alkohol konsumierte, nicht rauchte und problematische Orte mied. Sein Alltag beschränkte sich auf Arbeit, Heimkehr und Training. Gleichzeitig räumt sie ein, dass ihr Sohn viel Zeit im Internet verbrachte. Seit rund zwei Monaten sei er zudem ohne Beschäftigung, da sein Arbeitgeber Insolvenz anmelden musste.

„Jeder würde sich einen Sohn wie meinen Sohn wünschen. Er ist ein guter Junge.“

»Mutter | BILD«

Die Opfer

Die Toten umfassen ein breites Spektrum der jüdischen Gemeinde Sydneys. »Unter ihnen die zehnjährige Matilda«, die im Krankenhaus ihren Verletzungen erlag. Ihre ehemalige Schule, die Harmony Russian School of Sydney, gedachte ihrer in einer Mitteilung, und »ein Spendenaufruf« für die Mutter löste große Anteilnahme aus.

»The Australian | 𝕏«

»Alex Kleytman, ein Holocaust-Überlebender« aus der Ukraine, starb, während er versuchte, seine Frau Larisa zu schützen. Das Ehepaar war 57 Jahre verheiratet und seit langem in Sydney ansässig. Larisa musste den Tod ihres Mannes mit ansehen.

»Peter Lloyd | 𝕏«

Zwei Rabbiner fielen dem Anschlag zum Opfer: Eli Schlanger, 41 Jahre alt, Vater von fünf Kindern, das jüngste erst Wochen alt, und Yaakov Levitan. Beide engagierten sich intensiv in der Gemeindearbeit. Eli Schlanger hatte die Feier mitorganisiert.

»Vivid.🇮🇱 | 𝕏«

»Belaaz News | 𝕏«

Auch Reuven Morrison, ein Unternehmer aus der ehemaligen Sowjetunion, der in Australien seinen Glauben neu entdeckt hatte, sowie der französische Staatsbürger Dan Elkayam gehörten zu den Getöteten.

»Noa magid | 𝕏«

»Hen Mazzig | 𝕏«

»The Guardian berichtet«, dass 42 Verletzte zunächst in Krankenhäuser kamen. Unter ihnen mehrere Kinder und zwei Polizisten. Am Montagmorgen befanden sich »laut WeLT« noch 29 Opfer in Behandlung, sieben davon in lebensbedrohlichem Zustand.

Der Held von Bondi Beach

»Mitten im Chaos bewies ein Mann außergewöhnlichen Mut« und verhinderte womöglich eine noch größere Katastrophe. Der 43-jährige Obsthändler Ahmed al Ahmed, Vater von zwei Kindern aus dem Sutherland Shire in Sydney, schlich sich von hinten an einen der Täter heran, sprang ihm auf den Rücken, rang ihm das Gewehr ab und richtete es sogar kurz auf den Angreifer, bevor er es ablegte, um sich als Unbewaffneter zu erkennen zu geben.

»Globe Eye News | 𝕏«

Dabei wurde er selbst vom zweiten Schützen zweimal getroffen, einmal am Arm und einmal an der Hand, und musste operiert werden. Sein Eingreifen, das in viralen Videos festgehalten wurde, rettete nach Einschätzung von Behörden und Zeugen zahlreiche Leben und macht ihn zum „Helden von Bondi Beach“. Im Rahmen eines Interviews, das auch auf 𝕏 veröffentlicht wurde, äußerte sich der Cousin zu Ahmeds Zustand.

»Dr Ahmad Rehan Khan | 𝕏«

Politische Reaktionen und die Frage nach Versäumnissen

Premierminister Anthony Albanese berief den nationalen Sicherheitsrat ein und kündigte »eine Verschärfung der Waffengesetze« an, einschließlich Begrenzung der Waffenanzahl und regelmäßiger Überprüfungen von Lizenzen. Er wies Fragen nach unzureichendem Schutz vor Antisemitismus zurück, betonte jedoch die Solidarität mit der jüdischen Gemeinde.

»Anthony Albanese | 𝕏«

Jüdische Organisationen wie die Australian Jewish Association kritisierten die Regierung scharf: Man habe monatelang vor wachsendem Antisemitismus gewarnt, ohne dass gehört wurde.

„Wie oft haben wir die Regierung gewarnt? Kein einziges Mal hatten wir das Gefühl, dass sie zugehört hat.“

»AJA | Tagesschau«

Der israelische Staatspräsident Izchak Herzog richtete einen eindringlichen Appell an Australien und forderte die Regierung auf, verstärkte Maßnahmen zum Schutz der jüdischen Gemeinde im Land zu ergreifen, um deren Sicherheit in der aktuellen Lage zu gewährleisten.

„Wir wiederholen unsere Warnungen immer wieder gegenüber der australischen Regierung, um Maßnahmen einzufordern und gegen die enorme Welle des Antisemitismus zu kämpfen, die die australische Gesellschaft heimsucht.“

»Isaac Herzog | Tagesschau«

Ministerpräsident »Benjamin Netanjahu« wies der australischen Politik Mitschuld zu, da sie durch Schweigen und bestimmte Positionen Antisemitismus schüre.

Internationale Reaktionen reichten von Entsetzen bis zu Solidarität: Kanzler Friedrich Merz nannte es einen „Angriff auf unsere gemeinsamen Werte“ und auch Präsident Emmanuel Macron und andere Staatschefs verurteilten die Tat scharf.

Ignorierte Warnungen

Der Anschlag reiht sich in eine Welle antisemitischer Vorfälle ein, »die seit Oktober 2023« in Australien zunehmen. Jüdische Vertreter hatten wiederholt auf Bedrohungen hingewiesen, doch politische Zurückhaltung und das Leugnen der Problemtiefe durch Teile der Regierung trugen zur Eskalation bei. Statt entschlossenen Schutzes dominiert, wie so oft, die Mahnung vor „Islamophobie“, eine Priorisierung, die nun in Blut geschrieben steht.

Chanukka feiert das Licht über die Dunkelheit, doch in Sydney siegte vorübergehend der Hass. Die Frage bleibt, ob Politiker endlich aus den wiederholten Warnungen lernen oder weiter Schwäche zeigen, die solche Terroristen ermutigt.

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Janine Beicht

Janine Beicht ist gelernte Kommunikationsdesignerin, arbeitet aber seit 2020 im Gesundheits- und Sozialwesen. Als Aktivistin engagiert sie sich besonders auf dem Gebiet der Psychologie unter dem Aspekt der jeweiligen politischen Machtinteressen.

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