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Angst vor KI
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Nicht die KI ist das Problem, sondern die Angst vor ihr

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Die neue Konformität
Künstliche Intelligenz verändert bereits heute Musik, Journalismus und Arbeitsmärkte – schneller und tiefgreifender, als viele wahrhaben wollen. Während in Deutschland Angst und Blockade dominieren, zeigt der technologische Fortschritt, dass KI vor allem eines bedeutet: Empowerment statt Stillstand.
Zusammengefasst

Vor Kurzem bastelte ich mit einer dafür geeigneten KI ein Spottlied. Es handelt von einem nicht einmal sonderlich lustigen Comedian, der knapp 600 Kilometer gefahren ist, weil er dachte, er könne an einem illegalen Boxkampf teilnehmen – was sich als Irrtum herausstellte, denn er war einem deutlich lustigeren Comedian auf den Leim gegangen.

Worauf ich hinauswill: Die Erstellung des Rap-Songs ging dermaßen schnell, und er klingt – trotz überschaubarer Mühe und ebenso überschaubarer musikalischer Talente – erstaunlich professionell. Die Musikindustrie samt Verwertungsgesellschaften wird sich in Zukunft warm anziehen müssen, da bin ich mir sicher.

Doch nicht nur diese Branche steht vor gewaltigen Umbrüchen. Eine ganze Gesellschaft befindet sich vor dem größten Wandel seit Jahrzehnten, was viele Menschen verunsichert. Sicher, KI wird nicht die Lösung aller Probleme sein, aber sie kann helfen, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Das »sieht auch Palantir-CEO Alex Karp so«.

Palantir profitiert stark vom aktuellen Boom

Nun ist es wenig überraschend, dass der Architekt eines Unternehmens, das mit KI sein Geld verdient, der Technologie grundsätzlich positiv gegenübersteht. Dennoch hat sein Wort Gewicht. Karp sieht durch den Fortschritt der künstlichen Intelligenz die Notwendigkeit einer breiten Einwanderung in westliche Industrieländer schwinden. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte der 58-Jährige, dass künftig genügend Arbeitsplätze für einheimische Bürger vorhanden sein werden – vor allem für Menschen mit einer soliden Berufsausbildung. Lediglich bei hochspezialisierten Fachkräften könnten Ausnahmen sinnvoll sein.

Befürchtungen einer massenhaften Arbeitslosigkeit infolge der KI-Entwicklung teilt Karp nicht. Dies sei ein übertriebenes und irreführendes Narrativ, so der Mitgründer des US-Softwareunternehmens. Zwar gehen viele Experten davon aus, dass insbesondere Büroarbeitsplätze durch Automatisierung und KI unter Druck geraten, doch Karp hält die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen für verkraftbar. Gleichwohl haben große Konzerne wie Amazon zuletzt tausende Stellen gestrichen.

Palantir, das Softwarelösungen für Regierungen, Militärs und Nachrichtendienste entwickelt, profitiert stark vom aktuellen Boom rund um künstliche Intelligenz, Sicherheitssoftware und Aufrüstung. Dem Unternehmen sollte man durchaus kritisch gegenüberstehen. Dennoch ist der Erfolg beeindruckend, da der Konzern mit einer Börsenbewertung von über 400 Milliarden US-Dollar zu den Schwergewichten der Branche zählt. Kritiker werfen Palantir vor, von geopolitischen Spannungen sowie einer härteren Sicherheits- und Migrationspolitik zu profitieren. Karp sieht genau darin einen zentralen Bestandteil seiner Mission: den technologischen und strategischen Vorsprung des Westens zu sichern.

KI als Chance zur Entmachtung der Apparatschiks 

Die entscheidende Frage ist weniger, ob Karp recht hat, sondern vielmehr, weshalb die Vorbehalte gegenüber KI gerade in Deutschland so groß sind. Unbewegliche Konservative sehen in ihr eine Veränderung, die sie weder durchschauen noch kontrollieren können. Nicht minder unbewegliche Linke, häufig mit Nähe zu Gewerkschaften, fürchten den Verlust von Arbeitsplätzen durch eine nicht kontrollierbare künstliche Intelligenz. Beide Gruppen sind sich ähnlicher, als ihnen lieb sein dürfte – und bei beiden würden wir heute noch mit der Droschke von Pilsen nach Pegnitz fahren.

Eine der ersten Berufsgruppen, die durch KI in hohem Maße unter Druck geraten sind, waren übrigens nicht sogenannte einfache Tätigkeiten, sondern Programmierer. In wenigen Jahren – vielleicht sogar schon heute – werden sich einige der sogenannten White Collar Workers stärker umsehen müssen als viele Blue Collar Workers, also Handwerker und Industriearbeiter.

Wer im Journalismus, in der Musikbranche oder in der Informatik selbst stehen bleibt und KI nicht als Vorteil, zumindest aber als unausweichliches und unersetzbares Werkzeug begreift, wird verschwinden. Daran ändert auch kein verzweifelter Ruf nach Vater Staat etwas, der in seinem Paternalismus einmal mehr alles „regeln“ soll. Auch diese Politiker werden langfristig ihren Job verlieren, denn der richtige Einsatz von KI bedeutet Empowerment des Volkes und die Entmachtung der Apparatschiks.

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Julian Marius Plutz

Julian Marius Plutz ist 1987 geboren und Publizist, u.a. für Ansage, Weltwoche, Sandwirt und die Jüdische Rundschau. Zu seinen Themenschwerpunkten gehören neben dem politischen Zeitgeschehen: Ökonomik, jüdisches Leben und die LGBTQ-Ideologie.

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