Wenn es nach der EU geht, soll die Plattform 𝕏 sterben, diesmal getarnt unter dem harmlos klingenden Buchstaben W. Nach Mastodon und Bluesky steht W Social für den nächsten Versuch, die verbliebene Bastion freierer Rede in Europa zu ersticken. An der Spitze steht »Ingmar Rentzhog«, jener schwedische Aktivist, der Greta Thunberg einst groß herausbrachte. Er ist Vorsitzender und zugleich Hauptfinanzier des Projekts.
🇸🇪 Swedish investors unveiled W, a new "100% European" social media platform intended to rival X, at the WEF this week.
— Europa.com (@europa) January 22, 2026
Chairman Ingmar Rentzhog – the serial entrepreneur who first amplified Greta Thunberg – is the anchor investor and says all users must verify with photo ID.… pic.twitter.com/lJWw3f3FuX
Dahinter lauert die Muttergesellschaft »We Don’t Have Time«, die sich als weltgrößte Plattform für Klimaschwindel einen Namen gemacht hat. Investoren aus der Klimaszene, Politiker und Oligarchen pumpen Geld hinein, unterstützt von 500 Millionen Euro aus EU-Kreisen und verbündeten politischen Entscheidungsträgern.
Davos als Geburtsort des Kontrollnetzwerks
Im abgedunkelten Saal des Weltwirtschaftsforums in Davos lief düstere Musik. Auf der Leinwand erschien der Text „Something is broken. We don’t trust what we see online anymore.“ Das Einführungsvideo erinnerte an Star-Wars-Vorspänne, ein Kampf der Guten gegen die Bösen in den Weiten des digitalen Raums.
Die neue Plattform W wurde präsentiert, als Antwort auf angeblich kaputte Algorithmen und verlorene Authentizität. Ausgerechnet die EU, Meisterin der Überwachung und Zensur, will nun reparieren, was sie selbst zerstört hat. »Anna Zeiter«, die neue CEO, ehemalige Datenschutzbeauftragte bei eBay und Titularprofessorin für Datenschutzrecht an der Universität Bern, erklärte:
„Wir sind überzeugt, dass ein dringender Bedarf an einer Plattform besteht, die in Europa entwickelt, verwaltet und gehostet wird.“
»Anna Zeiter | watson«
Das Projekt läuft unter dem Digital Services Act. Das W steht für We (Wir), Values (Werte) und Verified (verifiziert). Wer mitmachen will, muss sich vollständig ausweisen, Personalausweis und Foto hochladen. Anonymität ist passé, Widerspruch unerwünscht. Bots und Fake Accounts dienen als Rechtfertigung, Desinformation als Vorwand. Alles wird streng moderiert. Diskurs findet hier nicht statt, Kontrolle wird als Werteprojekt verkauft. n einem Interview in Davos erläutert Anna Zeiter die Funktionsweise von W Social und die Ziele des Projekts.
»Anna Zeiter | We Don’t Have Time Davos Hub 2026 – Jan 21 | WEF DAVOS«
Der Preis der europäischen „Freiheit“
Geschützt durch europäische Gesetze, ein Satz, mit dem sich die EU rühmen will. Wer sich mit europäischen Gesetzen auskennt, weiß sofort, was das wirklich bedeutet. Diese sogenannten Schutzgesetze sollen nun der neuen Plattform Legitimität verleihen. In Wahrheit hat die EU hat genug davon, dass politische Kommunikation, ungefiltert, über Technologie aus den USA, China oder gar Russland läuft.

Auf der Weltkarte der Website klafft Europa als weißer Fleck, umzingelt von amerikanischen und asiatischen Plattformen. W soll das nun ändern, mit dem Slogan „Trust your feed“. Ein Feed, dem man blind vertrauen soll, weil er von Sittenwächtern geprüft wird. Strenge Moderation, Identitätsprüfung, volle DSA-Konformität. Wer glaubt, dass ein gläserner Käfig für normale Menschen attraktiv sein könnte, lebt in einer anderen Realität.
Musks 𝕏 als ewiger Stachel im Fleisch der Bürokratie
Die EU-Kommission hatte 𝕏 bereits mit 120 Millionen Euro Strafe belegt, wegen des umgedeuteten blauen Hakens und anderer vorgeschobener Gründe. Elon Musk konterte:
„Weil die EU-Kommissare zunächst die Strafe beschlossen haben und sich danach erst gefälschte Gründe dafür ausgedacht haben.“
Because the EU Commissars decided upon the fine first and then made up fake reasons afterwards https://t.co/INjBigwRsy
— Elon Musk (@elonmusk) December 10, 2025
US-Außenminister Marco Rubio verbot im Dezember fünf Europäern die Einreise, weil sie organisierte Bemühungen leiteten, amerikanische Plattformen zu zensieren und US-Standpunkte zu unterdrücken. Die EU sieht 𝕏 als Risiko für öffentliche Ordnung und Demokratie, besonders in geopolitischen Krisen. Anna Zeiter warnte explizit:
„Sollte etwa der Konflikt um Grönland eskalieren, wird Elon Musk 𝕏 mit US-Propaganda fluten.“
»Anna Zeiter | BILANZ«
Hier offenbart sich die nackte Angst vor unkontrollierbaren Informationsströmen und die eigene Ohnmacht. X zensiert zwar auch, doch deutlich weniger als die Konkurrenz. Die ursprüngliche Idee – schnelle Nachrichten, relativ freier Austausch, funktioniert immer noch. Nutzer schauen ständig auf 𝕏, weil dort die Musik spielt, dort die News und Analysen landen.
Die lachhaften Vorgänger und der kommende Exodus
»Mastodon«, »Bluesky« und nun W Social, je mehr Extremisten und Zensurflüchtlinge sich auf diese Plattformen verteilen, desto uninteressanter werden sie einzeln. Die dramatischen Abgänge der Zukunft werden legendär werden. 57 EU-Abgeordnete forderten bereits ein Verbot von 𝕏 wegen KI-generierter Intimbilder. Andere appellierten an Ursula von der Leyen, in private Initiativen wie W-Social zu investieren. Eine Gruppe von 54 Abgeordneten, darunter Grünen-Politikerin Alexandra Geese, sieht europäische Alternativen als Priorität.
Doch Kritiker spotten bereits. Ein schwedischer Blogger auf blog.zaramis.se nannte das Projekt totgeboren: Auf dem WEF vorgestellt, Pflichtausweis, Chat-Steuerung – geringe Erfolgschancen. Tech-Journalist Mike Masnik kommentierte auf Bluesky:
„Das Letzte, was irgendjemand braucht, ist eine neue Plattform für Microblogging. Der springende Punkt ist, dass wir uns von isolierten Plattformen hin zu einer offenen sozialen Welt bewegen sollten. Meine Antwort auf die Einführung von ‚W‘ als Konkurrenzplattform zu ‚𝕏‘ lautet daher einfach: But Y, tho?“

Die Beta-Version soll im Februar starten, ein breiter Zugang ist für Ende des Jahres geplant. Teams arbeiten in Stockholm, der Ukraine, Paris, Berlin und London. Das Advisory Board setzt sich unter anderem aus Philipp Rösler, Sandrine Dixson-Declève (ehemals Club of Rome), ehemaligen schwedischen Ministern sowie Vertretern von EuroStack zusammen. Zeiter triumphierte:
„Wenn das politische Brüssel auf W postet statt auf 𝕏, haben wir schon viel gewonnen”
»Anna Zeiter | T-Online«
Das bittere Ende einer Illusion
„W“ wird scheitern wie die Vorgänger. Die Idee, dass Zwangsverifizierung, Werte-Diktat und EU-Moderation sexy sein könnten, ist absurd. 𝕏 bleibt trotz allem der Ort, an dem Debatten stattfinden. Die EU baut kein freies Netz, sondern ein Wahrheitsministerium, finanziert von Steuergeldern und der Klimaindustrie. Am Ende steht der gläserne Bürger, der sich nur noch in genehmigten Bahnen äußern darf. Diese Idee ist ein weiterer Ziegel in der neuen Mauer, die Europa um sich selbst errichtet.