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Lieb Vaterland, magst ruhig sein?

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Die Bundesregierung streitet über die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Ob das nötig und ob es eine gute Idee ist, darüber macht sich Chris Moser seine persönlichen Gedanken.
Zusammengefasst

Ob ich für oder gegen die Wehrpflicht bin, das wäre früher für mich überhaupt keine Frage gewesen. Ich hätte nicht einmal verstanden, wie man gegen die Wehrpflicht sein könnte. Meine Haltung dazu hat sich nicht wesentlich verändert und doch ist die Frage heute unendlich schwieriger und widersprüchlicher geworden. Ich werde deshalb ein wenig ausholen, aber vielleicht ist das hilfreich, um sich der Frage klarer nähern zu können. 

Was ist das eigentlich, die Wehrpflicht? Es ist eine Verpflichtung, sicherlich. Es ist ein Zwang. Früher nannte man es allerdings Ehrenpflicht und manch einer, wenn nicht die meisten, waren stolz darauf, die Möglichkeit zu haben, Dienst zu tun. Sie empfanden es als schmählich, wenn sie es nicht tun durften, denn das war »“die kaiserlose, die schreckliche Zeit”«, wie mein Urgroßvater mit Schiller zu sagen pflegte. 

Deutschland hat erlebt, was es heißt, wehrlos zu sein

Das war die Zeit, als Deutschland durch »Betrug und Gewalt« wehrlos gemacht worden war, als »polnische Insurgenten an den blutenden deutschen Grenzen nagten«, als französische Truppen das »Rhein-Main-Gebiet besetzten« und meine Großeltern vom Trottoir stießen. Trottoir nannte man damals den Bürgersteig. Das heutige Denglisch ist kein neues Phänomen. Die Deutschen bücken sich allzu oft in Ehrfurcht vor dem Fremden, wie kein anderes Volk es tut. Und gleichzeitig »erhob sich damals die Arbeiterschaft« und versuchte, die Franzosen durch passiven und aktiven Widerstand aus dem Lande zu jagen. Diese tapferen Deutschen, die wieder wehrhaft werden wollten, wurden damals von den Sozialdemokraten in Berlin im Stich gelassen und ans Messer geliefert. Es war nicht das erste und nicht das letzte Mal.

Das war eine Zeit des Raubes und der Plünderung durch Besatzer und marodierende Banden, durch Separatisten und Kriegsgewinnler, »Konrad Adenauer« mitten unter ihnen. Später wurde Deutschland wieder wehrhaft. Da kam das große Trauma, dessen Narben noch heute Land und Volk entstellen.

Fremdherrschaft und Bruderkrieg 

Dieses Trauma hat Deutschland nicht nur in der Faust, sondern auch im Herzen und im Hirn entmannt. Im Kalten Kriege standen sich zwar zwei starke deutsche Truppen gegenüber, aber es waren Auxiliartruppen, Hilfstruppen der Amerikaner und der Russen, Kanonenfutter wie damals bei Napoleon. Im Westen sahen diese deutschen Soldaten auch noch so aus. Im Osten bemühte man sich wenigstens noch einigermaßen, deutsch zu wirken, aber die ganze Befehlsstruktur war sowjetisch wie die roten Fahnen, die Orden, die Anrede und der Armschwung. Die Armee sperrte das eigene Volk ein. 

Dann schluckte der Westen den Osten. Angeblich brach damals der »große Friede« aus. Der Verteidigungsminister Volker Rühe schwadronierte, wir seien jetzt »„von Freunden umzingelt”«, obwohl es in der Politik und zwischen den Staaten »keine Freunde« gibt. Ich war damals noch sehr jung und doch taten mir damals schon die Ohren weh, als ich diesen Unsinn hörte.

Auch ich war dabei

Mit 19 Jahren, 1994/95, leistete ich bei den Heeresfliegern in Bückeburg und Rheine meinen Wehrdienst. Ich zog die olivfarbene US-Verschnitt-Uniform an und tröstete mich mit einigen Versatzstücken, die zaghaft daran erinnerten, wo und als was ich geboren worden war. Immerhin herrschte damals noch ein anderer Ton. Wir sangen Lieder, die heute allesamt verboten sind, und in unseren Fluren hingen lauter historische Artefakte, die man gewiss heute entfernt haben wird. Rühe fing damals damit an, indem er die alte kaiserliche Reichskriegsflagge, die zu meiner Zeit noch in fast jedem Schrebergarten hing, in Kasernen verbot. Auch einzelne Lieder, wie „Hinter den Bergen strahlet die Sonne“ wurden bereits verboten. Unsere Ausbilder sangen das Lied daraufhin erst recht.

Wes Geistes Kind?

Warum schweife ich so ins Detail? Weil ich finde, dass diese Dinge sehr viel über das Selbstverständnis einer Truppe und letztlich auch eines Volkes aussagen. Wenn jemand dazu gezwungen werden soll, in einer Armee Dienst zu tun, dann setzt das ein gewisses Selbstverständnis voraus. Aber welches ist das? 

Beim Kaiser war die Armee die große »„Schule der Nation„«. Als ich zur Schule ging, wurde jener Satz bestenfalls verspottet, meistens verteufelt. Der »deutsche Militarismus«! Der preußische Militarismus! Natürlich! Der Militarismus des Landes, das in den letzten Jahrhunderten die wenigsten Kriege geführt hat! Des Landes aber, das einen soldatischen Ehrenbegriff besaß, die berühmte Zucht und Ordnung. Kriegsverbrechen sind keine preußischen Tugenden! »„Wählte Ungnade, wo Gehorsam nicht Ehre brachte.”«, stand auf dem Grabstein des friderizianischen Generalmajors Johann Friedrich Adolf von der Marwitz.

Bei der Bundeswehr lernte ich Kameradschaft und einen Abglanz dessen, was man nach dem Ersten Weltkriege den »“Kriegssozialismus”« nannte. Wir steckten alle im selben Waffenrock und bekamen alle denselben Druck von oben. Das schweißt zusammen. Das bringt den Menschen dazu, den Dünkel abzulegen und mit seinen Kameraden durch dick und dünn zu gehen. Das führt die Deutschen aus allen Stämmen und Schichten, aus allen Berufen und Ständen zusammen. Nirgendwo sonst lässt sich besser das Gefühl der Zusammengehörigkeit bewirken, der Wille und das Bewusstsein hervorrufen, sich aufeinander verlassen zu können. Wer die Nation einen will, der lässt sie gemeinsam Leistungen erbringen, an ihre Grenzen gehen und stolz sein auf das Erreichte.

Natürlich wurden auch wir politisch indoktriniert. Wir bekamen pflichtgemäße Vorträge darüber, was rechtswidrige Befehle seien und wie wichtig es sei, dazu bereit zu sein, den eigenen Oberbefehlshaber notfalls wegzubomben. Ich hatte damals selbst ein Buch über den 20. Juli 1944 im Spind, was mein Zugführer staunend bemerkte. Gleichwohl ist mir die Bundeswehr bis heute die Antwort schuldig geblieben, wie sie es im Kriege handhaben will, wenn ihr »höchster Nimbus der Kult um den Tyrannenmord« ist. Ist ihnen klar, dass, wenn man das zu Ende denkt und wenn sie weiter zündeln, es sie selbst treffen kann? Nun ja, solange der Oberbefehlshaber in Washington sitzt, wird kein deutscher Offizier die Gelegenheit dazu haben.

Ich erhielt damals auch ein »Liederbuch der Bundeswehr« und musste kopfschüttelnd feststellen, dass dort alle Strophen, die irgendwie erahnen ließen, dass ein Soldat auch fallen könnte, zensiert worden waren. Ich fragte mich, ob ich tatsächlich in einer Armee war oder in einem Pfadfinderverein. Handelte es sich um eine Armee, dann war der deutsche Soldat nach Meinung seiner Führer wohl unverwundbar.

Fremde Kolonialkriege statt Landesverteidigung 

Damals hatte die Bundeswehr noch keinen Schuss nach außen abgegeben. Sie war nur durch Katastrophenhilfe aufgefallen und durch einzelne Katastrophen bei sich selbst, wie dem »Starfighter«. In jener Zeit gingen aber die Auslandseinsätze los, der erste in »Somalia«, wo Volker »Rühe in das Sandloch stürzte«. Ich saß damals am Ende der 72-Stunden-Übung im Alarmposten und sammelte mit einem Kameraden die Patronenhülsen auf. Dabei sagte ich zu ihm: „Mein Vaterland verteidige ich gerne, das ist der einzige Grund, warum ich hier bin, auch wenn ich weiß, dass wir unter amerikanischem Oberbefehl stehen. Aber für die Amis und ihre Kolonialkriege irgendwo in der Welt den Kopf hinhalten, kommt für mich nicht in Frage. Und ich will dort auch niemand anderen von uns sehen. Dafür ist mir das Blut der deutschen Jugend zu schade!”. „Flieger Moser, das habe ich gehört!”, schallte ein Hilfsausbilder aus dem Busch. „Das sollen sie auch!”, bekam er von mir als Antwort zurück. Daraufhin war er ruhig. Heute hätte ich dafür wahrscheinlich den Verfassungsschutz am Halse. Besten Gruß! 

Nun heißt es wieder »“Germans to the front!“«. Nun sollen die Deutschen – immer noch brav an der Leine – für andere die Drecksarbeit machen. Durch unseren neuen Bundeskanzler ist dieses Wort ja zu zweifelhaften Ehren gekommen. Als beim »Boxeraufstand« in China die Briten “Germans to the front!“ riefen, war das für uns wenig lohnenswert. Wir machten uns die Chinesen damit zum Feind und das perfide Albion dankte es uns mit der zurechtgebogenen angeblichen »“Hunnenrede”« des Kaisers, mit der die Kriegshetze gegen Deutschland losging. Die Folgen sind bekannt. 

Da wir in der Schule keinen ehrlichen Geschichtsunterricht haben, weiß die deutsche Jugend heute in der Regel nicht, welche Erfahrungen unser Volk bereits mit solchen Parolen gesammelt hat. So können die Lämmer wieder jungfräulich verführt werden. 

Freiheit nach innen und Freiheit nach außen

Ich glaube, dem Leser ist schon klar, dass es mir in erster Linie um Freiheit und Selbstbestimmung geht. Die haben wir nicht. Wir haben sie weder im Großen noch im Kleinen. Wir werden bis in die Schlafzimmer hinein indoktriniert und gegängelt und unser Volk hat politisch nichts zu melden, sondern ist Spielball internationaler Interessen. Wir müssen es erdulden, von Politikern, deren Namen ich nicht nenne, vor aller Welt blamiert zu werden, Menschen repräsentieren und führen uns, die den geistigen und sittlichen Anlagen unseres Volkes Hohn sprechen. Dementsprechend ist unsere Rolle in der Welt. Ich spreche übrigens bewusst von unseren Anlagen und nicht von unserer gegenwärtigen Höhe. Wir sind tief gefallen. Von deutscher Kultur ist nicht mehr viel zu spüren, jedenfalls nicht von unserer Hochkultur. Wir wissen – zumindest im Westen – nicht mehr, wer wir sind. Wer nicht weiß, wer er ist, der tanzt nach der Pfeife der anderen wie der Bär mit dem Ring in der Nase. Wir werden gleichzeitig ausgequetscht und von der eigenen Regierung geplündert, wir werden überwacht und durchgeimpft, wir sind das Sozialamt der ganzen Welt und verantwortlich für alles Mögliche, haben lauter Pflichten und keine Rechte. 

Die Rechte haben wir im doppelten Wortsinne nicht. Wir haben keine Gewaltenteilung und deshalb keine freie Justiz und damit kein Recht, obwohl uns das gerade die übriggebliebene dritte Strophe unserer gerupften Nationalhymne versprechen soll. Wir hatten aber auch keine Rechte im politischen Spektrum, bis die AfD kam, und sie wird selbstverständlich als staatsfeindlich bekämpft, weil dieser Staat eben kein Nationalbewusstsein duldet. Wir sollen für dieses Land, für diese Bundesrepublik, in Zukunft kämpfen, bluten und sterben, aber wir sollen das für ein Blatt Papier tun, für ein paar Aktien und ein paar abgepresste Verträge, für die Beliebigkeit des Weltbürgertums und freie Geschlechterwahl, um Gottes Willen aber nicht für die eigenen Väter, Mütter, Frauen und Kinder, für unser Land und unseren Boden, von dem nur noch ein Bruchteil übrig ist. Das ist das Ergebnis von Jalta und der Umerziehung, vom Geiste der Rache. »Kurt Schumacher«, der Vorsitzende der SPD nach dem Kriege, sagte damals zur Debatte um die Wiederbewaffnung im Deutschen Bundestage: „Ich möchte das ganze Haus zum Zeugen für eine einheitliche Meinung der Deutschen anrufen, daß der Geist der bedingungslosen Kapitulation nicht der Geist ist, aus dem politische, moralische und militärische Werte geschaffen werden können.”. Das mögen sich die heutigen Genossen hinter die Ohren schreiben, wenn sie die bedingungslose Kapitulation des russischen Riesenreiches fordern!

Reden und Fechten können

Ich bin der Auffassung, dass das ewige Aufeinanderschießen und das Besiegenwollen dazu führen, dass immer wieder zurückgeschossen wird, früher oder später. Das ist nicht nur grausam, das zeigt nicht nur die ganze Unsinnigkeit der Feindbilder, das ist für uns Deutsche auch höchst gefährlich, wie wir ja erleben mussten. Deutschland liegt in der Mitte Europas und hat deshalb, wie Bismarck richtig erkannte, nur ein Interesse, das an erster Stelle steht: die Absicherung seiner friedlichen Existenz nach allen Seiten durch Stärke und Diplomatie. Damals setzte das für Bismarck voraus, dass das Deutsche Reich seinen Nachbarn »Saturiertheit« signalisierte. Die Voraussetzungen sind heute anders, auch wenn wir damals schon »auf Großdeutschland verzichteten«. Wir haben heute nach allen Seiten offene Rechnungen, denn der »Raub deutschen Bodens« nach 1919 und 1945 war ein gewaltiges Verbrechen, das bis heute ungesühnt geblieben ist. Es wird noch nicht einmal anerkannt, geschweige denn geheilt. Die Arbeit daran, diese Wunden in Frieden zu heilen, liegt noch vor uns. »Irrwitzige, freche polnische Reparationsforderungen«, während sie selbst auf unserem Boden sitzen, helfen da jedenfalls nicht weiter. Die Wunde unserer Grenzen heilt, indem wir uns endlich einmal ehrlich und menschlich begegnen, weder mit dem Bajonett noch mit Unaufrichtigkeit und dem Erpresserbrief in der Hand. Damit haben wir genug Seelenarbeit zu tun.

All denen, die bei diesem Thema denken, das sei ja keines, das interessiere niemanden mehr, das sei Schnee von gestern, sei gesagt: Irgendwann holt einen jedes Trauma ein! Es ist besser, sich in Ruhe darum zu kümmern, solange es nicht in Schmerzen aufflammt. Es ist aber auch eine Sache der inneren Logik und der Präzedenz. Wie wollen wir der Ukraine sagen, sie dürfe keine Gebiete abtreten, wenn wir die eigenen Gebietsverluste als rechtmäßig behandeln? Das schafft nicht nur Fakten, sondern auch internationales Recht. Wir sind nicht konsequent. Die Ukraine soll im Osten unangetastet bleiben und die »Amerikaner wollen Königsberg erobern«. Der Wilde Westen ist zurück.

Der ewige deutsche Abgrund

»Putin« bemerkte bereits öffentlich, dass es ein sehr gefährliches Spiel sei, in Europa an den Grenzen herumzuzerren, wie es gerade Polen nun wieder im Osten versucht. Es ist nicht klug von der polnischen Regierung, gerade jetzt im »Solde der Amerikaner« Pilsudski und den Wahn vom »Intermarium« wieder aufleben zu lassen. Es ist auch nicht klug, wenn die US-Amerikaner, die EU und leider auch Deutschland die Ukraine auf Russland hetzen. Es ist selbstverständlich genauso wenig klug, wenn Putin darauf hereinfällt und einen offenen Krieg führt.

Wir können hier nur ein Interesse haben: So schnell wie möglich das Feuer löschen! Auf keinen Fall Benzin hineingeben! Unsere Politiker machen wieder den Fehler Caprivis, der den »Rückversicherungsvertrag« mit Russland nicht verlängerte. Das hat das Ungeheuer des Zwei-Fronten-Krieges heraufbeschworen, das Bismarck um alles in der Welt verhindern wollte, und hat uns ins Verderben geführt.

Denken wir daran: „Germans to the front!“ hat uns noch niemand gedankt. Es wird sonst so enden, wie die »NATO-Planspiele« im Kalten Kriege es vorsahen: Deutschland ist Schlachtfeld und binnen Tagen oder Stunden vernichtet, während die beiden Supermächte sich fein heraushalten.

Gott mit oder ohne uns?

Nun sind wir also praktisch wieder da angekommen, wo wir bei der Debatte um die Wiederbewaffnung der damals sogenannten »“Neuen Wehrmacht”« nach 1945 waren. Das »„Ohne mich!”« widerhallt doch aus jeder meiner Zeile! Und gleichwohl brauchen wir eine Wehrpflicht! Die Frage ist nur, wann und unter welchen Voraussetzungen. 

Warum brauchen wir die Wehrpflicht? Weil nur ein Narr wehrlos sein will! Wem nicht von sich aus klar ist, was ich damit meine, der muss heute nur durch deutsche Straßen und durch die Bahnhöfe gehen, sich in die öffentlichen Verkehrsmittel setzen, einen Weihnachtsmarkt besuchen – oder einfach die Tagesmeldungen der Polizei verfolgen. Wer wehrlos ist, der ist entweder tot, Krüppel oder kriecht wie einer mit der Hundemaske auf dem Christopher Street Day. Man hat es unserem Volk aberzogen, mannhaft zu sein, wie man es ihm im Übrigen ebenso abgezogen hat, weiblich zu sein, weshalb wir aussterben. Man hat unserem Volk den Willen zur Selbstbehauptung psychologisch herausoperiert. Viele von uns, gerade aus meiner Generation, zucken bei meinen Worten wahrscheinlich zusammen und schütteln den Kopf, weil sie Wehrhaftigkeit und Selbstbehauptung, ja sogar Mütterlichkeit als etwas Böses empfinden. Genauso wie Autarkie. Ich weiß es. Ich hatte die gleichen Lehrer und die gleichen Schulbücher. Vor 30 Jahren habe ich auch noch Fernsehen geschaut, es dann aber nicht mehr ertragen.

Aber wenn einer Vater ist, dann spätestens sollte er doch einen Beschützerinstinkt entwickeln! Spätestens dann sollte er doch erkennen, dass die eigenen Nächsten es wert sind, sich zu stählen, damit man sich schützend vor sie stellen kann. Wer nicht in sich ruht, nicht das Eigene liebt und es in der Welt behaupten will, der wird ganz persönlich in seinem Leben scheitern und von jedem dahergelaufenen Narzissten durch die Manege gezerrt. Wenn das Volk durch die Börsen und die Stahlgewitter geschleift wird, dann geht das jeden von uns etwas an, denn wir liegen dann alle im Dreck. Genau da liegen wir gerade und genau deswegen redet unser Bundeskanzler von Drecksarbeit.

Nur als Freie sterben! Und nur, wenn es sein muss!

Im Großen gilt dasselbe wie im Kleinen. Nur das Volk ist frei, das seine Freiheit verteidigen kann. Wir sehen ja, wie unfrei wir sind, weil wir es nicht können. Souverän ist heute, wer Atomwaffen hat. Genau deswegen gibt es Proliferationsbeschränkungen. Am Skrupel, sie einzusetzen, kann es nicht liegen. Die einzigen, die sie bisher eingesetzt haben, sind die USA. Ihre Sorge, andere Staaten könnten auch Atomwaffen besitzen, ist ihre Sorge, diesen Staaten ihren Dollar-Tribut nicht mehr diktieren zu können. Unser großer Bruder ist nur deshalb unser großer Bruder, weil er die – noch – stärkste Armee der Welt besitzt und eine Festung zwischen zwei Ozeanen. Wir können nicht einmal unsere Gasleitung in der Ostsee schützen, nicht einmal offen sagen, dass der große Bruder sie gesprengt hat. Schützt uns ein Militarbündnis, wenn wir Vasallen sind und der Hegemon uns nach Belieben angreift?

Wir brauchen also, um souverän zu sein, eine schlagkräftige Armee, eine deutsche Armee unter deutschem Oberbefehl, ein Selbstverständnis aber, dem der Friede ebenso heilig ist wie das eigene Leben und die eigene Art zu leben. Die ist nämlich nur im Frieden möglich.

Davon sind wir heute weit entfernt. Wir müssen erst einmal uns selbst sortieren, wieder auf die Füße stellen, uns darüber klar werden, wer wir sind und sein wollen, unsere Führung dementsprechend wählen. Wir müssen innere Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wieder aufrichten und uns dem Aderlass des Finanzdiktates entwinden.

Auf keinen Fall dürfen wir den Hasardeuren, die sich unter dem Berliner Adler breitmachen, auch noch Waffen in die Hand geben! Von den Leuten, die, solange ich lebe, das deutsche Heldentum durch den Schmutz gezogen haben, die noch vor jedem Kriegsschuldschein zu Kreuze gekrochen sind, die uns jahrzehntelang als Bußprediger in den Ohren lagen, was wir Deutschen wegen unserer historischen Schuld alles nicht dürfen, die fast allesamt Wehrdienstverweigerer sind, verbitte ich mir irgendeinen Fanfarenstoß!

Auch hier sind wir wieder an dem Punkt, an dem wir bei der Diskussion um die Wiederbewaffnung waren. Damals machten die Veteranen es zu Recht zur Bedingung ihrer Beteiligung am Wiederaufbau deutscher Streitkräfte, dass sowohl der Bundeskanzler als auch der amerikanische Präsident für die deutschen Soldaten des Weltkrieges eine »Ehrenerklärung« abgaben. Davon sind wir heute meilenweit entfernt. Heute gilt die Kriegsgeneration unserer Eltern und Großeltern für die Bundeswehr als »“nicht traditionswürdig”«. Die Armee, in der sie dienten, gilt in ihrer Gänze als verbrecherische Organisation. Wer heute an die Front geschickt werden soll, der muss nach dieser Doktrin damit rechnen, dass bei der gegenwärtigen Politik die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass nach einem verlorenen Kriege die Bundeswehr ebenfalls in ihrer Gesamtheit als verbrecherische Organisation gelten wird und jeder Soldat, der in ihr diente, auch. Wer will denn da mitmachen?

Wir sind bekanntlich im Aussterben begriffen, denn wir haben zu wenige Kinder. Und da sollen wir auch noch unsere besten, unsere verantwortungsfreudigsten Söhne totschießen lassen? Wie verantwortungslos kann eine Regierung dem eigenen Volk gegenüber sein? Warum ich nur von den Söhnen spreche? Weil »Frauen nicht an die Front gehören«! Das sage ich nicht, weil ich es der Frau nicht zutraute, Opfer und Entbehrungen auf sich zu nehmen. Das kann die Frau vielleicht noch besser als der Mann. Die Frau ist dem Mann aber körperlich unterlegen, viel wichtiger noch: Sie ist für den Fortbestand unseres Volkes unentbehrlich. Der Verlust einer zukünftigen Mutter wiegt noch schwerer als der Verlust eines zukünftigen Vaters. Warum wohl heißt es “Frauen und Kinder zuerst!”? Eine Frau im Schützengraben ist aber zugleich eine Gefahr für die ganze Truppe, weil jeder gute Mann sie schützen will und soll. Das lähmt die Kampfkraft. Und wie verkommen muss ein Mann sein, der einer Frau die furchtbaren Erlebnisse und Bedrohungen der Front zumuten wollte? Die Bedrohungen, denen unsere Frauen auf unseren Straßen ausgesetzt sind, sind schon schlimm genug. Eines der für mich augenfälligsten Zeichen für den Verfall unserer Zeit ist die mangelnde Achtung vor der Frau!

Der weitere Vorschlag, unsere Bundeswehr zu einer Art »Fremdenlegion« zu machen, kann wohl nur als böswillig angesehen werden. Ich habe viele Einwanderer kennengelernt, denen Deutschland mehr am Herzen liegt als den Deutschen. Die Hauptzielgruppe für solche Vorschläge werden aber potenzielle Terroristen sein, die nun auch noch professionell geschult werden. Wenn man sie dafür mit der Staatsbürgerschaft belohnt, kann man sie nicht mal mehr abschieben. Von dem Sicherheitsrisiko innerhalb der Truppe ganz zu schweigen!

Solange unsere Grenzen offen stehen wie Scheunentore, braucht kein deutscher Soldat irgendwo in der Welt Krieg zu führen. Man soll ja bekanntlich zuerst vor der eigenen Haustüre kehren. Was haben unsere Waffenträger in der Ukraine zu suchen, wenn bei uns zu Hause auf der Straße die Kinder, die Frauen, ja sogar Polizisten abgestochen werden?

Vergessen wir zwei wichtige Dinge nicht: Erstens wird der Krieg der Zukunft mit Drohnen und IT geführt statt mit Panzern und Soldaten. Zweitens sind wir lange schon im Krieg! Der findet nämlich kaum mehr auf dem Schlachtfelde statt, sondern als Finanz-, Handels- und Destabilisierungskrieg. Nordstream 2 hat gezeigt, wo die Front verläuft.

Wir müssen uns also einigermaßen damit beeilen, wieder mündige, erwachsene Menschen zu werden, denn so wie bereits unsere Familien zersetzt wurden, unsere Industrie vernichtet wurde, unser Bergbau, unsere höheren Schulen und Hochschulen, wie unser Geist über Generationen ertötet wurde, so wird auch unser Wehr- und Rüstungswissen unwiederbringlich verloren sein, wenn wir den Faden abschneiden. Man kann in einem Moment zerstören, was in Jahrhunderten entstand, aber es wieder aufzubauen, dauert noch einmal so lang. Nach »Martin van Creveld«, dem israelischen Militärhistoriker, war die deutsche Armee einmal die beste Armee der Welt. Ausgerechnet die israelische Armee nahm sich die Deutsche Wehrmacht bewusst als Beispiel. Van Creveld empfahl das auch den Amerikanern. Das eine oder andere vom deutschen Soldatentum sitzt uns trotz Entkernung noch in den Knochen, wie das Führen von vorn und die Auftragstaktik. Jahrzehntelanges “inneres Gewürge”, verordnete Traditionslosigkeit, politische Generale und Schwangeren-Uniformen, Verteidigungsminister und Verteidigungsministerinnen, denen deutsches Soldatentum ein Graus war, haben schon allzu viel erodiert. Ein paar leben vielleicht noch, die es besser wissen. Sonst müssen wir das Ejército de Chile fragen.

All das ist aber nur der äußere Ausdruck des freien Mannes, der aus dem heraus lebt und strebt, was er ist, nicht danach, was andere ihm sagen, das er es sein soll. Was er ist, ist er daher, von woher er kommt. Das wird er aus Liebe zur Heimat von sich aus schützen wollen, um sein zu können, wer und was er ist. Ihn braucht man nicht zu ködern und nicht zu zwingen. Er wird jede Einmischung von sich weisen, gerade die, fremden Herren dienen zu sollen. Welches Recht hätten sie auch dazu?

Wenn unser Vaterland wieder ruhig ist, in sich ruht, dann steht auch wieder die Wacht am Rhein und meinetwegen an der Oder. Und hoffentlich haben wir dann Politiker, die alle gedient haben, die alle wissen, worauf sie ihre Eide schwören und was für ein Verderben der Krieg ist, damit sie alles tun, dass unser Volk gedeiht und nie wieder mit der Waffe kämpfen muss.

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Chris Moser

Christian Moser ist Rechtsanwalt und Steuerberater und seit 2004 im Bereich Betriebsprüfungen, Finanzstreitverfahren und Steuerstrafrecht tätig. Er ist seit 2020 in der Bürgerrechtsbewegung aktiv und Mitgründer und ehemaliger Schatzmeister der Anwälte für Aufklärung.

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